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„Berliner Zeitung“: Chefredakteur Matthias Thieme tritt nach nur drei Wochen zurück

Matthias Thieme Foto: Marc Brinkmeier

Matthias Thieme legt sein Amt freiwillig nieder, wie „Horizont“ und „Spiegel“ berichten. Thieme quittiert damit nur drei Wochen nach seiner Einstellung den Dienst. Über die Gründe kann derzeit nur spekuliert werden. Von offizieller Seite liegt weder eine Bestätigung noch ein Dementi vor.

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Als Grund für die Trennung will „Horizont“ die „komplexe Gemengelage“ innerhalb der Redaktion identifiziert haben. Neu-Verleger Holger und Silke Friedrich, die die „Berliner Zeitung“ mitsamt der DuMont-Gruppe im vergangenen Herbst übernommen hatten, hätten die Einführung neuer technischer Systeme erzwungen. Außerdem hätte es Diskrepanzen in Bezug auf die Einführung eines Tools gegeben, das Thieme ablehnte. Tiefe Differenzen, mit denen sich Thieme seit gestern wohl nicht mehr beschäftigen muss.

Schon seit das Unternehmerehepaar Friedrich die „Berliner Zeitung“ übernommen hat, standen sie immer wieder mit diffusen Meldungen im Fokus der Öffentlichkeit. Erst veröffentlichten die beiden ein zweiseitiges Manifest, zur Erneuerung der „Berliner Zeitung“, das Verwirrung auslöste. Dann deckte „Der Spiegel“ auf, dass das Ehepaar Friedrich Einfluss in die Berichterstattung nahm, um eine BioTech-Firma, an der Friedrichs beteiligt war in einem guten Licht darzustellen. Wie zudem die „Welt“ enthüllte, war Friedrichs in der Endphase der DDR bei der Stasi als inoffizieller Mitarbeiter angestellt. Eine Tatsache, die er der Redaktion und dem Verlag verschwieg. Zuletzt geriet das Ehepaar erneut in die Schlagzeilen, weil Holger Friedrich widerrechtlich die Existenz einer eigenen GmbH in der Schweiz vorgetäuscht hatte.

lk

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