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Axel Springer: Kosten für Konzernumbau drücken Gewinn des Medienkonzerns

Mehr investieren, schneller wachsen: Der Medienkonzern Axel Springer hat einen großen Umbau angeschoben. Die Kosten wirken sich bereits auf den Gewinn aus.

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Der Medienkonzern Axel Springer will für ein schnelleres Wachstum verstärkt investieren und nimmt dafür Ergebnisrückgänge hin. Für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde im Geschäftsjahr 2020 mit einem Rückgang im niedrigen bis mittleren Bereich innerhalb der Spanne zwischen 10 und 20 Prozent gerechnet, teilte das Medienhaus am Donnerstag in Berlin mit. Die Umsatzerlöse – so die Prognose – werden sich wohl auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Der Konzern mit mehr als 16.000 Mitarbeitern ging im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft mit dem US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) ein mit dem Ziel, schneller im Digitalen zu wachsen. Axel Springer will sich dazu auch nach rund 35 Jahren von der Börse zurückziehen. Der Konzern peilt an, weltweit Marktführer im digitalen Journalismus und bei digitalen Rubrikengeschäften zu werden.

Grund für den Ergebnisrückgang: Rückstellungen für Restrukturierung

Wegen des Umbaus des Mediensegments verdiente der Konzern bereits 2019 weniger. Der bereinigte Konzernüberschuss sank um 21,5 Prozent auf 263,7 Millionen Euro, wie das Medienhaus weiter mitteilte. 2018 waren es 335,7 Millionen Euro gewesen.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag im Geschäftsjahr 2019 bei 630,6 Millionen Euro und damit um 14,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bereinigt um Konsolidierungseffekte wie Zu- und Verkäufe und Währungseffekte verringerte sich der Wert um 11 Prozent. Der Umsatz sank um 2,2 Prozent auf 3,11 Milliarden Euro, bereinigt lag er auf Vorjahresniveau (+0,1 Prozent).

Der Vorstand schlägt eine Dividende je Axel Springer Aktie in Höhe von 1,16 Euro vor – und damit weniger als in den Vorjahren. 2018 wurden 2,10 Euro ausgeschüttet, 2017 waren es 2 Euro. Als wesentlichen Grund für den Ergebnisrückgang nannte Springer Rückstellungen, die für die angekündigte Restrukturierung im Mediensegment (News Media National) gemacht wurden. Im Herbst hatte der Konzern bekanntgegeben, dass er Millionenbeträge in Projekte bei seinen Marken „Bild“ und „Welt“ investieren und zugleich Personal reduzieren wolle.

Annahmefrist läuft noch bis zum 20. März

2019 erzielte Axel Springer nach eigenen Angaben 73,3 Prozent des Umsatzes im digitalen Bereich. Neben den journalistischen Inhalten unter anderem mit den Marken „Bild“ und „Welt“ betreibt der Konzern schon lange digitale Rubrikengeschäfte etwa in den Bereichen Job und Immobilien.

Die veröffentlichten Finanzzahlen fallen in die Zeit des laufenden sogenannten Delisting-Erwerbsangebots. Die Aktionäre haben vor dem geplanten Börsenrückzug die Möglichkeit, ihre Anteile an KKR zu verkaufen. Es geht um einen Aktien-Streubesitz von 3,6 Prozent. KKR hält bereits mehr als 40 Prozent der Aktien. Das Erwerbsangebot ist eine Voraussetzung, damit sich ein Unternehmen von der Börse zurückziehen kann. Die Annahmefrist läuft noch bis zum 20. März. Das Angebot pro Aktie liegt bei 63 Euro.

dpa

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