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Angriff auf den Audiomarkt: Freenet-Tochter plant mit Partnern Hörfunkkette in Baden-Württemberg

Media Broadcast will auf dem Audiomarkt stärker mitmischen. Die Freenet-Tochter beabsichtigt offenbar mit Partnern in Baden-Württemberg eine regionale Hörfunkkette aufzubauen und bemüht sich um Übertragungskapazitäten. Damit würde sich der Kölner Dienstleister stärker zu einem Anbieter für digitale Audioprogramme wandeln.

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Media Broadcast hat große Pläne auf dem Audiomarkt. Erst vor kurzem bekam der Kölner Servicedienstleister grünes Licht, zusammen mit der Senderkette Absolut Digital den 2. Bundesmux umzusetzen. Er sieht vor, dass das Konsortium bundesweit eine Hörfunkkette mit 16 Sendern etablieren will. Den Weg dafür hatte die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) freigemacht, die einen Rechtsstreit mit der Digital Audio Broadcasting Plattform GmbH (DABP) beilegte.

Jetzt plant Media Broadcast, offenbar noch stärker auf dem Hörfunkmarkt Fuß zu fassen. Der Dienstleister will dazu mit Partnern ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, um digitale Radioprogramme (DAB+) in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu verbreiten. Eine entsprechende Anmeldung erfolgte jetzt beim Bundeskartellamt (B7-52/20).

Media Broadcast bemüht sich um Übertragungskapazitäten

Hintergrund ist, dass Media Broadcast in Baden-Württemberg eine Hörfunkkette starten will. Dazu bemüht sich das Unternehmen um Übertragungskapazitäten, wie MEEDIA aus Firmen- und Branchenkreisen erfuhr. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) schreibt hierfür entsprechende Kapazitäten aus, die ab April 2020 frei werden. Die Hörfunkprogramme sollen über einen Multiplex ausgestrahlt werden, das aber „in einer ersten Phase nicht landesweit mobil empfangbar“ ist. Denn die Programme sollen sich zunächst auf die Rheinschiene, die Rhein-Neckar-Region, die Region Stuttgart und Ulm beschränken, heißt es in der Ausschreibung. Entsprechende Anträge auf Zuweisung der Übertragungskapazitäten können Interessenten bei der LFK einreichen.

Sollte Media Broadcast den Zuschlag erhalten, würden sich die Freenet-Tochter stärker zu einem Programmanbieter wandeln. Strategisch hatten sich die Kölner vor zwei Jahren aus dem analogen UKW-Geschäft zurückgezogen. Sie veräußerten ihre Antennen unter anderem an Finanzinvestoren, da sich mit der Liberalisierung des UKW-Übertragungsmarktes der Wettbewerb in diesem Segment massiv verschärfte. Nach dem Ausstieg entschied die Muttergesellschaft Freenet, bei Media Broadcast künftig eine klare Digitalstrategie zu verfolgen. Dazu gehört, dass die Kölner Übertragungsplattformen für digitales Fernsehen und digitales Radio (DVB-T, DAB+) betreiben wollen.

Media Broadcast hält sich auf MEEDIA-Anfrage zu dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen bedeckt: „Zu laufenden Verfahren, wie Anmeldungen beim Bundeskartellamt, äußern wir uns grundsätzlich nicht,“ betont ein Sprecher. „Sollte es in der Zukunft etwas dazu zu kommentieren geben, werden wir dies tun. Aktuell ist das nicht der Fall.“ Äußern will sich der Sprecher auch nicht dazu, ob sich das Unternehmen in Baden-Württemberg an der Ausschreibung engagiert.

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