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Vertrag mit Ströer aufgelöst: Madsack vermarktet Regionaltitel im Digitalen künftig selbst

Madsack-CEO Thomas Düffert
Madsack-CEO Thomas Düffert

Madsack will seine digitalen Titel ab April in Eigenregie vermarkten und setzt dabei auf programmatische Vermarktung. Den Vertrag mit Ströer hat die Mediengruppe zum Ende dieses Quartals gekündigt.

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Damit kümmert sich das Hannoveraner Medienhaus künftig um alle digitalen Titel in Eigenregie. Neben RND.de, das Madsack seit Tag 1 im September selbst vermarktet, gehören das Vertical Sportbuzzer und die regionalen Nachrichtenseiten dazu. Dies gaben CEO Thomas Düffert und Chief Digital Officer (CDO) Bernhard Bahners am Freitag voriger Woche bei der offiziellen Vorstellung des neuen Newsrooms des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bekannt. Das Branchenblatt “Horizont” berichtet darüber ebenfalls in seiner Donnerstagsausgabe.

Der nun vollzogene Schritt basiert auch auf Tests mit den hauseigenen Portalen “Göttinger Tageblatt” und “Ostsee-Zeitung”. Danach erst fiel die Entscheidung zugunsten der Vermarktung aus eigener Hand. Die Printtitel werden dagegen weiterhin von der Score Media Group vermarktet.

Im RND-Newsroom, der im 1. Stock des Hauptsitzes an der August-Madsack-Straße ist, arbeiten seit knapp zwei Wochen rund 180 Kolleginnen und Kollegen auf 2.600 Quadratmetern. Von dort werden alle Inhalte fast rund um die Uhr koordiniert, so die Idee. Autoren, Producer, Sitemanager, Social-, SEO- und sowie Video- und Audiospezialisten sollen das journalistische Angebot liefern, die Mitarbeiter aus Vermarktung, Data, IT und Vertrieb kümmern sich dagegen um die stete Weiterentwicklung der Produkte. Zu den Konferenz- und Besprechungsräumen kommen ein TV- und Audiostudio.

Das sogenannte UFO im RND-Newsroom Foto: Madsack/Tim Schaarschmidt

Bahners kümmert sich als Geschäftsführer ebenfalls um Radio.de, das künftig zur Podcast-Plattform ausgebaut werden soll, wie er bei der Vorstellung ankündigte. Das Hamburger Tochterunternehmen wird schon seit Ende 2017 nicht mehr von Ströer vermarktet. Dass weitere Podcasts hinzukommen, gilt als sicher. Auch über regionale Audio-Angebote werde nachgedacht. Seit geraumer Zeit bietet das RND den Fußball-Podcast mit Wolff-Christoph Fuss an. Mehr im Fokus wird künftig wohl auch der Video-Bereich stehen. Dieser werde immer wichtiger, hieß es seitens der RND-Verantwortlichen. Details zu konkreten Formaten wurden beim Rundgang in Hannover allerdings nicht verraten.

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Digitale Erlöschancen sollen gesteigert werden

Für Madsack geht es darum, die digitalen Erlöse anzukurbeln: neben den Abos im Regionalen spielt dabei auch die digitale Werbung eine wichtige Rolle. Düffert erklärte zudem, dass das Unternehmen wahrscheinlich schon 2020 oder spätestens 2021 erstmalig mehr Umsätze im Digitalen generieren werde, “als wir im Print verlieren”. Derzeit liege die Zahl der Abos bei 21.000, rechnet man die Digitalpakete mit E-Paper hinzu seien es insgesamt knapp 53.000, so der CEO (MEEDIA berichtete).

Der Gesamtumsatz 2019 lag nach Unternehmensangaben bei rund 700 Millionen Euro. Bis Ende 2023 will die Mediengruppe rund 271.000 Digitalabos bei ihren Regionaltiteln verkauft haben, wie schon seit längerer Zeit bekannt ist.

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