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Der Coronavirus-Effekt: Apple spricht Umsatzwarnung für das laufende Quartal aus

Apple Store in China: Die Probleme in zweitgrößten Absatzmarkt des iKonzerns nehmen zu © Apple

Es hat sich angedeutet, nun schafft Apple Fakten: Das Coronavirus hat nachhaltige Folgen für die Geschäftsentwicklung des wertvollsten Tech-Konzerns der Welt. Der iPhone-Hersteller sprach am Montag überraschend eine Umsatzwarnung für das laufende Quartal aus. Apple rechnet nun nicht mehr damit, die bisher formulierten Umsatzziele zu erfüllen. Von den Folgen des Coronavirus sind vor allem die iPhone-Herstellung und Nachfrage in Festland-China betroffen.

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Bereits bei Bekanntgabe der Quartalsbilanz vor drei Wochen hatte sich Konzernchef Tim Cook gegenüber Analysten in Bezug auf das grassierende Coronavirus ungewohnt sorgenvoll geäußert. “Es gibt mehr Unklarheit, es ist eine sehr ungewisse Situation”, sagte Cook Ende Januar und taxierte seinen Ausblick auf das März-Quartal mit der erwarteten Umsatzspanne von 63 bis 67 Milliarden Dollar ungewohnt vage.

Seitdem hat sich das neuartige Virus rasant ausgebreitet und für mehr als 70.000 Infizierte und über 1800 Todesopfer gesorgt. Gleichzeitig ist Covid-19 wegen der umfassenden Quarantänemaßnahmen in China gerade für Tech-Unternehmen zum Wirtschaftsfaktor geworden, weil die Produktion entsprechend heruntergefahren wurde.

„Rechnen nicht mehr damit, die Umsatzziele im März-Quartal zu erfüllen“

Dass vor allem Apple wegen der iPhone-Fertigung im Reich der Mitte besonders anfällig sein dürfte , bestätigte der Tech-Pionier nun heute am Presidents’ Day. Apple gab am amerikanischen Feiertag  in einem Brief an Aktionäre seine zweite Umsatzwarnung binnen 13 Monaten heraus.

Apple erklärte im Schreiben an Investoren, dass der wertvollste Tech-Konzern der Welt nun nicht mehr damit rechne, die ursprünglichen Umsatzziele imMärz-Quartal zu erfüllen, vermied dabei aber, eine neue, reduzierte Umsatzspanne zu nennen. Zwar sei die Arbeit nach dem Ende des chinesischen Neujahrsfests in dieser Woche wieder aufgenommen worden, doch es dauere länger als erwartet, den Normalzustand wieder herzustellen, teilte der Kultkonzern aus Cupertino mit.

iPhone-Herstellung eingeschränkt

In der Folge sei vor allem die iPhone-Produktion betroffen. Zwar würden sich die Produktionsstätten außerhalb der besonders vom Coronavirus betroffenen Provinz Hubei befinden, doch die Fertigung erhole sich nicht so schnell wie erwartet. “Diese Lieferengpässe werden kurzfristig unsere weltweiten Umsätze beeinträchtigen”, teilte Apple mit.

Aber auch die Nachfrage nach Apple-Produkten innerhalb Chinas habe durch die Schließung der Apple Stores im Reich der Mitte gelitten. Erste Apple Stores – wie etwa in Shanghai und Peking – hätten seit dem Wochenende mit einschränkten Ladenöffnungszeiten wieder geöffnet. Gleichzeitig betonte der Kultkonzern aus Cupertino, die Nachfrage nach Apple-Produkten im Rest der Welt sei “stark und im Rahmen unserer Erwartungen”.

Wie wirkt sich das Coronavirus auf Apple Produktionspläne aus?

Wie sich die Folgen des Coronavirus auf Apples Produktionspläne auswirken, wird unterdessen unter Analysten intensiv diskutiert. Der seit jeher gut vernetzte TF Securities-Analyst Ming-Chi Kuo reduzierte in der vorvergangenen Woche seine Absatzschätzung für das iPhone im laufenden Quartal bereits um 10 Prozent.

Schlechtestenfalls könnte das Coronavirus sogar Apples Launch-Pläne über den Haufen werfen. “Ich würde wetten, dass sich der Launch des nächsten Modells verschiebt”, mutmaßt etwa Jayashankar Swaminatha, Professor an der UNC Kenan-Flagler Business School, gegenüber dem Finanzinformationsdienst CNBC. Betroffen sein könnte unmittelbar das Budget-Smartphone iPhone SE, dessen Neuauflage von Branchenexperten im März erwartet worden war.

Eine Reaktion auf Apples Umsatzwarnung steht wegen des Feiertags Presidents’ Day, an dem die US-Börsen geschlossen waren, noch aus. Am vergangenen Freitag schloss Apple bei Kursen von 325 Dollar nur marginal unter seinem bisherigen Allzeithoch.

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