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“Impulse”-Chef Nikolaus Förster hebt Heftpreis auf fast 30 Euro an

Chefredakteur und Geschäftsführer von Impulse: Nikolaus Förster
Chefredakteur und Geschäftsführer von Impulse: Nikolaus Förster

"Impulse"-Chefredakteur Nikolaus Förster hat den Heftpreis für das ehemals zu Gruner + Jahr gehörende Wirtschaftsmagazin auf fast 30 Euro angehoben. Das vergangene Geschäftsjahr 2019 will er mit einem Gewinn abschließen – allerdings soll dieser "erneut gering" ausfallen.

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Wie sich die Zeiten ändern. Als Nikolaus Förster vor rund sieben Jahren “Impulse” von Gruner + Jahr übernahm, kostete das Wirtschaftsmagazin noch 7,50 Euro. Danach hob der Verleger den Copypreis der Zeitschrift in mehreren Schritten an. Erst auf 9,90 Euro, dann 12,80 Euro und 15,90 Euro, dann 19,90 Euro und im vergangenen Jahr auf 24,90 Euro.

Wieder wird an der Preisschraube gedreht

Nun dreht der frühere “FTD”-Journalist erneut an der Preisschraube. Danach steigt der Einzelheftpreis jetzt auf 29,90 Euro. Entsprechend verteuert sich auch die Jahresmitgliedschaft von 249 auf 299 Euro. Darin sind neben dem Bezug des Heftes weitere Dienstleistungen enthalten – beispielsweise der digitale Dienst “Gesetzeslotse” sowie ein Newsletter. “Hefte stark verbilligt abzugeben passt nicht mehr zu unserem Selbstverständnis. Wer Substanzielles erwartet – also Recherchen, deren Ergebnisse sich tatsächlich anwenden lassen – sollte auch bereit sein, dafür zu zahlen”, schreibt Förster in einem Beitrag in der aktuellen Ausgabe.

Hintergrund ist, dass sich “Impulse” im vergangenen Jahr aus der Reichweitenvermarktung zurückzog. Keine Bordexemplare, keine Lesezirkel, keine sonstigen Verkäufe – radikal kappte Förster die weiche Auflage der Wirtschaftszeitschrift. Stattdessen setzt das frühere Mitglied der G+J-Wirtschaftsmedien auf zusätzliche Erlösbringer: Dazu zählen Online-Videokonferenzen, Seminare, Coachings und Unternehmerreisen. Damit bietet der Verlagschef den Lesern ein Dienstleistungs-Paket, um sie für eine Mitgliedschaft zu gewinnen.

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Die meisten Werbekunden hielten die Treue

Mit dem Rückzug aus der Reichweiten-Vermarktung verringerte sich der Absatz um 60.000 auf nun 10.000 Exemplare. Der Vorteil für Werbetreibende: Sie können davon ausgehen, dass ihre Anzeigen ohne Streuverluste bei ihrer Zielgruppe ankommen. Der Vermarktung hat dies offenbar keinen Abbruch getan. “Einige Anzeigenkunden straften uns wegen der geringeren Reichweite ab und warben woanders, die meisten aber hielten uns die Treue”, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter der Impulse Medien GmbH.

Der Hamburger Wirtschaftsverlag setzt diese Strategie besonders radikal um, ist in der Branche aber kein Einzelfall. Im vergangenen Jahr hatte die zu Axel Springer gehörende “Welt” die eher zu Marketingzwecken dienliche weiche Auflage gekappt. Ob sich bei “Impulse” die neue Ausrichtung dauerhaft bezahlt macht, wird sich zeigen. Noch sind die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 nicht raus, große Sprünge zum Vorjahr sind aber offenbar nicht zu erwarten. “Wir sind profitabel. Auch wenn der Gewinn erneut gering ausfallen wird – die genaue Zahl wissen wir, wenn der Jahresabschluss im März vorliegt –  so ist dies für uns doch ein Erfolg und keine Selbstverständlichkeit in einem Markt, in dem viele Verlage ums Überleben kämpfen“, betont Förster. 2018 hatte die Impulse Medien GmbH bei einem Umsatz von 4,4 Millionen Euro einen Gewinn von 136.000 Euro erwirtschaftet.

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Alle Kommentare

  1. “Als Nikolaus Förster vor rund sieben Jahren “Impulse” von Gruner + Jahr übernahm, kostete das Wirtschaftsmagazin noch 7,50 Euro.

    Danach hob der Verleger den Copypreis der Zeitschrift in mehreren Schritten an. Erst auf 9,90 Euro, dann 12,80 Euro und 15,90 Euro, dann 19,90 Euro und im vergangenen Jahr auf 24,90 Euro.”
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    Aus dem, was vorgeht, gute Lehren wähle,
    Damit man dich nicht zu den Toren zähle.
    Wer, was Verstand ist, in sich klar entwirrt hat,
    Weiß, daß, wer dies bezahlt, sich schon verirrt hat.

    (Etwas frei nach Fariduddin Attar 🤗)

  2. Am besten in “Elite Magazin” umbenennen und den Preis auf 100 Euro erhöhen.
    Ich habe mal eins dieser Magazine gebraucht gekauft, welches 19,90 Euro neu gekostet hätte, aber doch wesentlich weniger interessante Artikel bot als die Wirtschaftswoche, die noch nicht mal 7 Euro kostet.

    Liegt natürlich alles im Auge des Betrachters, aber 30 Euro für ein Heft im Magazin Format, ich kann mir nicht vorstellen, daß dies auf die Dauer gut geht.

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