Partner von:
Anzeige

“Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung”: “FAZ”-Chef Thomas Lindner testet Samstag als EVT

“FAZ”-Geschäftsführer Thomas Lindner
"FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner

"FAZ"-Geschäftsführer Thomas Lindner will den Erscheinungstag der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" ("FAS") möglicherweise auf den Samstag vorverlegen. Dazu plant er einen mehrstufigen Markttest, der noch im ersten Halbjahr beginnen soll. Lindner reagiert damit auf Probleme in der Sonntagszustellung, da in vielen Regionen die Zahl der Verkaufsstellen massiv gesunken ist.

Anzeige

Steigender Mindestlohn, geringere Zahl an Verkaufsstellen – Deutschlands Verlagshäuser haben immer größere Probleme in der Zeitungszustellung. Vor allem in strukturschwachen und ländlichen Regionen fehlt es an geeigneten Zustellern, um den Vertrieb von Printprodukten aufrecht zu erhalten. Besonders betroffen sind Verlagshäuser, die Sonntagszeitungen herausgeben.

Jetzt reagiert der Verlag der “FAZ”: Das Medienunternehmen will den Erscheinungstermin der “FAS” auf den Samstag vorverlegen. “Die FAZ plant, im Rahmen eines mehrstufigen regionalen Markttests die Akzeptanz des Erscheinungstages Samstag für die ‘Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung’ zu testen. Der Markttest soll im ersten Halbjahr 2020 starten“, bestätigte eine “FAZ”-Sprecherin gegenüber MEEDIA. Wann genau der Markttest erfolgen soll, ließ sie offen.

“FAS” soll früher und länger verfügbar sein
Anzeige

Mit dem vorgezogenen Erscheinungstermin will der Verlag das Sonntagsprodukt mehr Lesern länger zur Verfügung stellen. “Die am Markttest teilnehmenden Leserinnen und Leser werden durch den früheren Bezug am Samstag die Möglichkeit haben, die ‘FAS’ über das gesamte Wochenende zu lesen. Aus einem Lesetag am Wochenende würden damit zwei. Gleichzeitig läge die ‘FAS’ im Testgebiet bereits samstags im Handel und wäre damit an mehr Verkaufsstellen und deutlich länger verfügbar”, erklärt die Unternehmenssprecherin. Als Grund für die Maßnahme nennt das Unternehmen das schwache Vertriebsnetz.

Mit dem möglichen neuen Erscheinungstermin hofft “FAZ”-Chef Thomas Lindner offenbar auch, der Auflage des Sonntagsprodukts mehr Schwung zu verleihen. Denn der Absatz der “FAS” hatte zuletzt kräftig Federn gelassen. So verfügte die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” im vierten Quartal 2019 über 154.424 Abonnenten und setzte im Einzelverkauf 37.830 Exemplare pro Ausgabe ab. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Minus von 4,4% bei den Abos und sogar 19,1% im Einzelverkauf. Der Fünf-Jahres-Vergleich sieht noch bitterer aus: Bei den Abos gingen hier 20,2% abhanden, im Einzelverkauf satte 43,0%. Fraglich ist allerdings, ob Lindner mit dieser Vertriebsmaßnahme die reguläre Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” am Samstag schädigt. Er geht offenbar davon aus, dass es bei den Lesern der beiden “FAZ”-Produkte keine großen Überschneidungen gibt.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Der Charme einer echten Sonntagszeitung (z.B. mit Bundesliga vom Sonnabend) ist damit dahin und geht inhaltlich nicht mehr über die Sonnabendausgaben hinaus…also wird man wohl drauf verzichten

  2. Der Niedergang der FAS hat vor allem inhaltliche Gründe: Zu grün-rot (das gibt’s schon genug), zu mainstreamig, zu viele RedakteurInnen, die ihre Beziehungs- und Mütter-Traumata aufarbeiten, langweiliger Kulturteil, exotischer Reiseteil…Einzig interessant: Wirtschaft, Finanzen und Technik. Es fehlt die redaktionelle Führung seit dem Tod von FS🍲

    1. Wenn das so ist, dann wird es aber dann vermutlich auch nichts nützen, wenn man sich in Zukunft gleich zwei Tage statt einem langweilen kann.

      Auch leidet die Aktualität einer Sonntagszeitung doch wohl erheblich, wenn sie jetzt schon Freitagnacht gedruckt wird.

      Ich weiß nicht, ob das alles wirklich so gut durchdacht ist.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia