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Neues “Pur Abo”: Digitaler “Spiegel” verzichtet auf Wunsch ganz auf Werbung

“Spiegel” Produkt-Chef Stefan Ottlitz
"Spiegel" Produkt-Chef Stefan Ottlitz

"Spiegel"-Produktchef Stefan Ottlitz bietet ein neues Abo-Modell für den digitalen "Spiegel" an. Dies verzichtet ganz darauf, Werbung auszuspielen und damit Nutzerdaten für Werbezwecke zu verwenden. Lediglich Reichweiten-Messungen und Nutzungsanalysen will der Verlag an der Ericusspitze für interne Zwecke weiter erheben.

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Bisher nutzte der digitale “Spiegel” die Daten seiner Leser, um ihnen personalisierte Werbung auszuspielen. Das gehört nun zumindest zum Teil der Vergangenheit an. Erstmals bietet “Spiegel”-Produktchef Stefan Ottlitz ein neues Abo-Modell an. Hier verzichtet der Verlag ganz darauf, pseudonymisierte Nutzungsdaten zu Werbezwecken zu erheben – ebenso soll das Angebot werbefrei sei. Der Name des neuen Vermarktungsprodukts: “Pur Abo”. Lediglich Reichweitenmessungen und Nutzungsanalysen für interne Zwecke will der Verlag weiter vornehmen.

“Qualitätsjournalismus, wie ihn der ‘Spiegel’ bietet, ist ein kostenintensives Unterfangen. Bisher bezahlten die Nutzerinnen und Nutzer in gewisser Weise mit ihren Daten, auf deren Basis wir personalisierte Werbung ausspielen. Nun bekommen sie die Alternative, für ein anzeigen- und werbetrackingfreies Erlebnis ein kostenpflichtiges Pur-Abo abzuschließen”, sagt Ottlitz.

Spiegel+-Abonnenten zahlen Aufpreis
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Damit erfülle man einen “immer wieder geäußerten Nutzerwunsch, und gleichzeitig stellen wir uns regulatorischen Diskussionen”, so Ottlitz weiter. Nutzer müssen ab morgen beim Besuch des digitalen “Spiegel” einmalig entscheiden, “ob sie Werbetracking zustimmen, oder ob sie lieber ein Pur-Abo für monatlich 4,99 Euro abschließen”, heißt es. Abonnenten von Spiegel+ würden einen reduzierten Preis von monatlich 1,99 Euro zahlen. Damit seien die digitalen Angeboten nahezu vollständig werbefrei und “nur in wenigen Randbereichen wie in Podcasts vor allem aufgrund technischer Restriktionen durchbrochen.”

Hinter dem neuen Angebot könnte das veränderte Nutzerverhalten bei jüngeren Zielgruppen stecken. Sie sind im Zeitalter von werbefreien Streamingdiensten sehr daran interessiert, dass Digitalangebote ohne Werbung auskommen. Zudem ist vielen Nutzern im Web nicht daran gelegen, Unternehmen ihre Nutzerdaten preiszugeben. Olaf Peters-Kim, Geschäftsführer des Medienunternehmens Welect, hält dies für die richtige Strategie: „Online-Nutzer sind zunehmend selbstbestimmt im Netz unterwegs und verweigern sich der Daten-Sammelflut. Sie wollen anonym auf Seiten unterwegs sein, bei denen sie nicht wissen, was mit ihren Daten genau passiert. Der Spiegel geht insofern den richtigen Weg, als dass sich Publisher intensiv mit dem Thema Consent auseinandersetzen und neue Formen der Monetarisierung finden müssen”, meint der ehemalige Mediacom-CFO.

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