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Werber-Ikone Martin Sorrell warnt vor Verlagssterben nach Ende der Third-Party-Cookies

Martin Sorrell
Martin Sorrell

Das Abschalten der Third-Party-Cookies würde laut Ex-WPP-Chef Martin Sorrell vor allem Verlage hart treffen. Denn sie seien aktuell weniger dazu in der Lage, Daten direkt von ihren Nutzern zu erfassen als Unternehmen aus anderen Branchen.

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“Was viele Leute mit der Entscheidung von Google nicht erkennen: Verlage werden untergehen”, sagt Sorrell in einem Podcast-Interview auf “AdAge”. Eine weitere Auswirkung der Google-Entscheidung sei, dass First-Party-Data noch wichtiger werde.

Mozillas Firefox und Apples Safari blockieren bereits per Standardeinstellung Third-Party-Cookies, die beim Besuchen einer Website lokal auf dem Computer des Nutzers abgespeichert werden. Google hat vor drei Wochen mitgeteilt diese beim weltweit beliebtesten Browser Chrome innerhalb von zwei Jahren gänzlich abzustellen, um mehr Privatsphäre für Internetnutzer herzustellen. Für Werbetreibende und Verlage ist das unter Umständen ein großes Problem.

Laut Sorrell werden mit dem Ende der Third-Party-Cookies viele Unternehmen versuchen, ihr Retail- und ihr eigenes Onlinegeschäft zu stärken, um First-Party-Data zu sammeln. Als Beispiel nennt er die Modemarke Christian Dior und die Kaffeehauskette Starbucks, welche erfolgreich Kundenbeziehungen in den Filialen aufbauen und die Daten dann online sammeln. Starbucks bietet US-Kunden seit Neustem freien Zugang zu digitalen Abos von Tageszeitungen im Wi-Fi-Netz der Filialen. Für Sorrell geht der Trend daher zu “First-Party-Relationships”.

S4 Capital will unbedingt nach Deutschland
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Sorrells Strategie besteht darin, den Unternehmen ein rein digitales Werbe- und Marketinggeschäft zu bieten. Seine Firmengruppe S4 Capital habe daher bereits zahlreiche Firmen besucht, die angeblich First-Party-Data hätten. “Doch eigentlich handelt es sich um Daten von Drittanbietern auf welche bald der Zugriff fehlt.” Für eine Analyse sei es allerdings noch zu früh.

Sorrell baut seine neue Firmengruppe S4 Capital international weiter aus. Bei der vergangenen Dmexco im Herbst kündigte er bereits an, auch in Deutschland starten zu wollen. Nun bekräftigte er sein Vorhaben: “Das westeuropäische Geschäft müssen wir vergrößern. Wir brauchen Deutschland. Das ist sehr wichtig.”

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