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Überraschung in Hamburg: DuMont verkauft die “Mopo” an Xing-Manager Arist von Harpe

Arist von Harpe
Arist von Harpe Foto: DuMont

DuMont-Chef Christoph Bauer hat nun doch noch einen Käufer für die komplette "Hamburger Morgenpost" gefunden. Der Xing-Manager Arist von Harpe übernimmt die kriselnde Boulevardzeitung, und zwar Print-Ausgabe, Online-Auftritt und Radio-Hamburg-Beteiligung.

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Der Verkauf der traditionsreichen “Hamburger Morgenpost”, die im vergangenen Jahr ihren 70. Geburtstag feierte, war in den vergangenen Wochen eine Achterbahnfahrt, nicht zuletzt für die Beschäftigten. Zunächst wurde über ein mögliches Management Buy-out der “Mopo”-Geschäftsführerin Susan Molzow spekuliert. Die wollte aber angeblich eine “Mitgift” in Millionenhöhe, die DuMont-Chef Christoph Bauer nicht zu zahlen bereit war.

Dann hieß es, mopo.de würde an die Funke Mediengruppe gehen. Der Essener Konzern bestätigte, den Online-Auftritt übernehmen zu wollen, sprang dann aber plötzlich wieder ab. Funke hätte aus kartellrechtlichen Gründen ohnehin nur den Digital-Auftritt der “Mopo” kaufen können.

Verkauf an Branchen-Neuling

Jetzt zaubert DuMont-Chef Christoph Bauer, wie schon beim Verkauf des Berliner Verlags, einen Käufer aus dem Hut, den niemand auf dem Zettel hatte: Arist von Harpe. Der gebürtiger Düsseldorfer lebt seit 1999 in Hamburg und hat in Hamburg und Göteborg Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Nach Stationen als Berater und Startup-Geschäftsführer hat er die vergangenen zwei Jahre das Werbegeschäft der New Work SE (vormals Xing) weiterentwickelt.

Der Verkauf umfasst die “Hamburger Morgenpost”, mopo.de, den Medienvermarkter Hamburg First Medien & Marketing GmbH, die Corporate Publishing Agentur DuMont Media inklusive der Mixed-Reality-Erlebniswelt Discovery Dock im Hamburger Hafen sowie die gewinnträchtige Beteiligung an Radio Hamburg. Über den Kaufpreis wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart.

Arist von Harpe: “Die ‘Mopo’ ist immer eine der zentralen Medienmarken dieser Stadt gewesen – mit einer klaren Identität und Haltung. Die ‘Mopo’ gehört zu Hamburg wie der Kiez, der Fischmarkt oder die Beginner. Ich glaube fest an das Potenzial der Marke und möchte den Fokus auf echten Lokaljournalismus weiter schärfen und damit die Hamburger noch mehr begeistern. Das Ziel: eine tief in der Stadt verankerte und nachhaltig erfolgreiche ‘Mopo’ – und das auf allen Kanälen.”

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Isabella Neven DuMont, Aufsichtsratsvorsitzende von DuMont: “Wir haben immer betont, dass wir auch für Hamburg die bestmögliche Zukunftsoption erarbeiten werden, und uns war wichtig, den Hamburger Morgenpost Medien mit all ihren Angeboten eine Perspektive zu geben. Hierfür hat Arist von Harpe aus unserer Sicht das erfolgversprechendste Konzept präsentiert.”

Gute Nachricht für die Mitarbeiter

Für die Mitarbeiter ist der Verkauf zunächst eine gute Nachricht. Denn bei einer Übernahme von mopo.de durch Funke, hätte die Print-Ausgabe womöglich eingestellt werden müssen.

Für DuMont bedeutet der Deal den Abschluss der Portfolio-Bereinigung. Der Berliner Verlag mit “Berliner Zeitung” und “Berliner Kurier” wurde an das Unternehmer-Ehepaar Silke und Holger Friedrich verkauft, die “Mitteldeutsche Zeitung” ging an die Bauer Media Group, die “Hamburger Morgenpost” geht jetzt an Arist von Harpe. Die Kölner Titel “Stadt-Anzeiger” und “Express” bleiben bei DuMont.

CEO Christoph Bauer: “DuMont wird die Diversifikation mit den drei Geschäftsfeldern Regionalmedien, Business Information und Marketing Technology systematisch fortsetzen. In den Geschäftsfeldern Business Information und Marketing Technology werden wir die bestehenden Geschäftsbereiche weiter ausbauen. Das Geschäftsfeld Regionalmedien werden wir rund um unsere Aktivitäten in Köln weiterentwickeln. Die zukünftige Ausrichtung von DuMont und seinen Geschäftsfeldern werden wir nach Abschluss der laufenden Transaktionen im April vorstellen.”

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Alle Kommentare

  1. “möchte den Fokus auf echten Lokaljournalismus weiter schärfen”

    Wer soll das bezahlen?

    Copy/Paste von DPA Meldungen geht viel schneller… und das bekommt auch der Red.-Praktikant noch hin!

    Eine Zeitung, der die Leser weglaufen/wegsterben ist nicht überlebensfähig…. auch nicht mit staatlichen Subventionen.

    Das gilt übrigens für alle Machwerke aus dem Volks-VerDuMont Verlag

  2. Das Elend geht weiter!

    Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Zahlen werden sich nicht bessern.

    Verbrannte Erde!

    Arist von Harpe versteht als Düsseldorfer nicht die Hamburger Mentalität, weder kaufmännisch noch kulturell. Er wird viel Lehrgeld zahlen müssen.

  3. Wer sich die Vita des neuen MOPO-Besitzers mal anschaut, dem sollte eines klar sein:

    Die Zeiten, wo die MOPO dermaßen am Leser vorbei und sogar gegen ihn schreiben konnte, wie so oft in der Vergangenheit, die sind jetzt endgültig vorbei.

    Die Redaktion hat die MOPO bisher als ihre ideologische Spielwiese angesehen, mit bekanntlich katastrophalen Verkaufszahlen als Ergebnis.

    Der Neue aber wird Zahlen sehen wollen und zwar keine roten, wie bisher. Die Roten muss er also schnell loswerden – und das durchaus im doppelten Sinne.

    1. Holger, Ihre Logik ist unbezwingbar!

      Hamburg als tiefbraune Stadt braucht endlich eine braune Zeitung. Dann endlich wird an den braunen Hamburgerinnen und Hamburgern nicht mehr vorbeigeschrieben. Und dann die Zustimmung zu der Hamburger Medienmarke, und dann erst die schwarzen oder noch besser braunen Zahlen!

      So etwas unglaublich Cleveres muss dieser Arier von Harpe im Sinn haben, der fast so clever wie der Holger ist. Aber natürlich nur fast, denn der Holger ist ja der Holger.

      1. Also ich bin jedenfalls lieber Holger als Arno, vor allem, wenn ich Ihren Quatsch da oben so lese. Mein Gott, ist das ein Quark.

      2. Hass & Hetze kommen selten intelligent daher. Das merkt man Ihrem konfusen Geschreibsel an. Mein Rat: Nehmen Sie nicht so viel von dem Zeug, das die Ursache solcher Verwirrung ist. 😉

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