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Frauen in Medien-Führungspositionen: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ holt deutlich auf

Edith Heitkämper vom Vorstand des Vereins ProQuote Foto: NDR/Ulla Brauer

Immer noch gibt es zu wenige Frauen in Führungspositionen bei Print- und Online-Medien. Der „stern“ ist mit einem „Frauenmachtanteil“ von mehr als 50 Prozent weiterhin Spitzenreiter. Doch einige Medien holen auf. Dazu gehört überraschend die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Dies geht aus einer neuen Auswertung des Vereins ProQuote hervor.

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Seit Jahren ist das Herausgeber-Gremium der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ fest in männlicher Hand. Daran hat sich auch nach dem altersbedingten Rückzug von Werner D’Inka nichts geändert, der seinen Herausgeber-Posten an den Digitalchef Carsten Knop abtritt. Dennoch scheint sich bei der Frankfurter Traditionszeitung in Sachen Frauen-Anteil an Führungspositionen etwas zu tun. So wurde Inken Schönauer zur Ressortleiterin Finanzen und Sandra Kegel zur verantwortlichen Redakteurin für das Feuilleton berufen. Dies hat dazu geführt, dass der Frauenmachtanteil in der Printredaktion der überregionalen Tageszeitung um fast sechs Prozentpunkte auf 23,3 Prozent gesprungen ist. Dies geht aus der jüngsten Auswertung des Vereins ProQuote hervor, der die Veränderungen in den vergangenen acht Monaten beobachtet hat.

Die „FAZ“ überrascht

Doch die „FAZ“ liegt immer noch weit unter dem von ProQuote geforderten Maß, mindestens 50 Prozent der Führungspositionen in Leitmedien mit Frauen zu besetzen. Dennoch ist ProQuote-Medien-Vorsitzende Edith Heitkämper von der „FAZ“-Entwicklung positiv überrascht. „Dieses Ergebnis bleibt zwar immer noch weit unterhalb einer fairen Beteiligung von Frauen. Doch zumindest zeigt sich endlich ein Fortschritt bei der ‚FAZÄ“, meint Heitkämper. Der Verein wertet bei seinen Analysen die Impressen aus, wobei diese nach Hierarchie-Ebenen gewichtet werden, heißt es. Konkret: Je höher die Position, desto größer die Machtfülle.

Blickt man auf die jüngste Analyse des Vereins, erreicht lediglich die Print- und Online-Redaktion des „stern“ die von Pro Quote angestrebte 50-Prozent-Marke und kommt hier in beiden Bereichen auf 53,1 Prozent (ein Plus bei Print von 0,9 Prozentpunkten, bei stern.de von 12,4 Prozentpunkten). Darunter liegt der „Spiegel“. Er hat bei Print einen Frauenmachtanteil von 42, Prozent (ein Plus von 3,6 Prozentpunkten), die „Süddeutsche Zeitung“ verliert 3,3 Prozentpunkte und liegt bei 29,3 Prozent. Einen Zuwachs an Frauenmacht gibt es bei der Print-“Zeit“. Hier steigt der Frauenmachtanteil um 0,7 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent. Abgegeben hat die „Bild“. Hier registriert der Verein nur nocht 22,8 Prozent, ein Minus von 3,4 Prozentpunkten. Im Online-Bereich sieht das Bild etwas anders aus. Hier erhöhte sich bei spiegel.de der Frauenmachtanteil um 9,8 Prozentpunkte auf 41,3 Prozent, bei süddeutsche.de ging er dagegen um 5,7 Prozentpunkte auf 28,9 Prozent zurück.

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