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Große Wachstumsziele: „Handelsblatt“-Führung hofft 2020 auf 250.000 zahlende Kunden

Oliver Voigt (l.) und Gerrit Schumann bilden die Doppelspitze bei der Handelsblatt Media Group

Die neue Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group (HMG) hat sich für das laufende Jahr ambitionierte Ziele gesteckt. Umsatz und Gewinn sollen kräftig zulegen. Dafür sorgen sollen u.a. mehr zahlende Kontakte im Print-, Digital- sowie Eventgeschäft.

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Im vergangenen Jahr hat sich die Führungsspitze der Düsseldorfer Handelsblatt Media Group (HMG) breiter aufgestellt. Sieben neue Führungskräfte berief der Verleger Dieter von Holtzbrinck – zusätzlich zu den beiden Firmenchefs Gerrit Schumann und Oliver Voigt – in die Geschäftsführung (MEEDIA berichtete). Darunter „Handelsblatt“-Chefredakteur Sven Afhüppe, „Wirtschaftswoche“-Chef Beat Balzli sowie „ada“-Gründungsverlegerin Miriam Merkel.

Die Messlatte liegt hoch

Jetzt hat die neue Führungsspitze den Mitarbeitern ihre Planziele für 2020 genannt und die Messlatte liegt hoch. Demnach soll der HMG-Umsatz im laufenden Geschäftsjahr um zehn Prozent steigen, der Gewinn sogar um mehr als 40 Prozent, erfuhr MEEDIA aus Unternehmenskreisen. Dazu plant die Geschäftsführung unter anderem, deutlich mehr Kunden zu gewinnen. So strebt die HMG-Führung für dieses Jahr rund 250.000 „zahlende Kontakte“ an, heißt es. Im vergangenen Jahr sollen es angeblich rund 20.000 weniger gewesen sein. Zu den zahlenden Kontakten zählt der Wirtschaftsverlag offenbar neben den Print- und Digitalkäufern seiner publizistischen Flaggschiffe „Handelsblatt“ und „Wirtschaftswoche“ auch zahlende Teilnehmer von Veranstaltungen wie Euroforum. Das “Handelsblatt“ kam hart verkauft im 4. Quartal 2019 laut IVW auf rund 88.000 Abonnenten (Abo + Einzelverkauf), die „WiWo“ auf rund 75.000.

Dass die Geschäftsführung der Belegschaft ehrgeizige Wachstumsvorgaben macht, ist verständlich. Wettbewerber wie die “Spiegel“-Gruppe sind in Angriffslaune und wollen im hart umkämpften Segment der Wirtschaftspresse stärker Fuß fassen. „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann plant deshalb, ab Mai dem Hauptheft das Anlegermagazin „Spiegel Geld“ beizulegen (MEEDIA berichtete). Der frühere „Financial Times Deutschland“-Chefredakteur hofft hierdurch offenbar, Leser von der „Wirtschaftswoche“ zu gewinnen. Vor allem schielt der „Spiegel“ aber auf Werbekunden im Fonds- und Versicherungsbereich. Auch das „Handelsblatt“, dessen Redaktion seit Jahresanfang primär für die digitalen Kanäle arbeitet, könnte demnächst Gegenwind vom Wettbewerb bekommen. Seit Monaten sind der „Spiegel“ und das Zeitschriftenhaus Gruner + Jahr dabei, ein gemeinsames digitales Wirtschaftsportal aufzubauen. Arbeitstitel: „Wirtschaft+“.

G+J und „Spiegel“ wollen sich verbünden

Hierzu wollen sich die Redaktionen vom „Manager Magazin“ und dem „Harvard Business Manager“, die beide zum Spiegel-Verlag gehören, mit den zu Gruner +Jahr zählenden Wirtschaftstitel „Capital“ und „Business Punk“ zusammentun. Gemeinsam planen sie, vor allem frei verfügbare Artikel auf die neue Plattform zu stellen – klar im Blick die digitalen Vermarktungserlöse der Finanzwirtschaft. Dabei verfügen G+J und der „Spiegel“ vor allem im Digitalen über die größere Vermarktungskraft. Sie sind Teil des zu Bertelsmann gehörenden Werbebündnisses AdAlliance.

Holtzbrinck hat sich hingegen von einer Portfoliovermarktung abgewandt. Die jeweiligen Titel buhlen jetzt in eigener Regie um Werbekunden. Das setzt die HMG-Vermarktung noch stärker unter Druck, um sich gegenüber dem Wettbewerb zu behaupten. Befragt zu den intern kommunizierten Wachstumsvorgaben der Geschäftsführung hält sich eine „Handelsblatt“-Sprecherin gegenüber MEEDIA bedeckt: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir interne Planziele nicht kommentieren.“

Traditionell schlüsselt der Verleger Dieter von Holtzbrinck die genaue Umsatz- und Ertragsentwickung der einzelnen Unternehmen im Konzernabschluss nicht auf. Zuletzt veröffentlichte die DvH Medien GmbH im Bundesanzeiger den Konzernabschluss für 2017. Dort wurde bei einem Umsatz von rund 484 Millionen Euro ein Konzernfehlbetrag von rund 1,74 Millionen Euro ausgewiesen.

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