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“Bild“ verliert Faktenchecker Ernst Elitz: Chefredakteur Julian Reichelt sucht neuen Ombudsmann

Ernst Elitz Foto: Bild/Jens Oellermann

Ernst Elitz, ehemaliger Intendant des Deutschlandradios, ist seit Jahren Ombudsmann bei „Bild“. Jetzt hat sich der Journalist in den Ruhestand zurückgezogen. „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt sucht daher nach einem Ersatz. Er soll sich auch im Bewegtbild-Bereich auskennen. Denn die rote Gruppe setzt mit „Bild TV Live Digital“ verstärkt auf Inhalte von Nutzern.

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Wenn Leser am Wahrheitsgehalt oder an der Quellenlage von „Bild“-Artikeln zweifeln, gibt es für sie eine Anlaufstelle. Seit drei Jahren kümmert sich Ernst Elitz als Ombudsmann um die Kritik an der Berichterstattung. Die verarbeitet der frühere „Spiegel“-Redakteur regelmäßig in einer Kolumne. Darauf nimmt die „Bild“-Chefredaktion keinen Einfluss und gewährt ihm sogar einen direkten Zugang in die Führungsetage des Boulevardblattes: „Er darf in Ihrem Auftrag bei uns in der Chefredaktion recherchieren, ob wir falsch gelegen haben“, sagte „Bild“-Macher Julian Reichelt einst zu seinem Amtsantritt.

Nun hat Elitz seinen Posten als Ombudsmann geräumt – der gebürtige Berliner will offenbar ruhiger treten. Der 78-Jährige gehe in den Ruhestand und gebe daher den Posten ab. Dies erklärte ein Sprecher von Springer auf Anfrage von MEEDIA. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Grund hierfür ist, dass sich die „Bild“-Gruppe stärker im Bewegtbild engagieren will. Hier seien zusätzliche Regularien zu beachten. Denn Springer will „Bild TV Live Digital“ zu einem maßgeblichen Teil auch auf von Nutzern erstellte Inhalte setzen.

Kritik an Elitz Arbeit als Ombudsmann

Elitz war als „Bild“-Fake-Checker nicht unumstritten. Bereits vor seiner Ernennung zum Ombudsmann arbeitete er für die Boulevardzeitung und schrieb dort fleißig Kommentare. Daher gab es Zweifel, ob er für den Job die nötige Distanz aufbringt.

Dabei hat Elitz eine beachtliche Karriere hinter sich. Er arbeitete für das ZDF, war Moderator von „Kennzeichen D“ und „heute journal“, Chefredakteur beim Süddeutschen Rundfunk; und erhielt Auszeichnungen vom Gustav-Heinemann-Bürgerpreis bis zum Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Der frühere ZDF-Intendant Schächter würdigte ihn sogar als „großen kommunikationsfreudigen Grandseigneur“.

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