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“Hamburger Morgenpost”: Funke will mopo.de plötzlich nicht mehr übernehmen

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Der Aufsichtsrat des Kölnern Medienhauses DuMont will nach MEEDIA-Informationen am kommenden Dienstag entscheiden, wie die Zukunft der "Hamburger Morgenpost" aussehen soll. Ein wichtiger Interessent ist abgesprungen. Die Essener Funke Mediengruppe ist plötzlich nicht mehr bereit, mopo.de zu übernehmen.

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Gestern noch wollte sich die Funke Mediengruppe dafür einsetzen, für die zum Verkauf stehende “Hamburger Morgenpost” eine Lösung zu finden (MEEDIA berichtete). “Wir wären bereit, einen Beitrag zur Rettung der traditionsreichen ‘Hamburger Morgenpost’ zu leisten. Eine Übernahme der Printausgabe wäre für Funke aber kartellrechtlich verboten, da sind uns die Hände gebunden. Wir könnten also, wenn überhaupt, nur mopo.de retten”, erklärt Funke-Sprecher Tobias Korenke in einem Statement gegenüber MEEDIA.

Nun hat sich die Lage überraschend gedreht. Gegenüber der “Horizont” erklärt ein Funke-Sprecher, dass die Verhandlungen mit DuMont beendet seien. Auch einer Übernahme von mopo.de werde es nicht kommen. Ein Sprecher von Funke war hierzu kurzfristig nicht zu erreichen. Hinter der plötzlichen Absage aus Essen könnte der massive Protest der “Mopo”-Mitarbeiter stecken. Die Belegschaft hatte sich gegen eine Übernahme von mopo.de durch Funke ausgesprochen, weil sie hierdurch eine Einstellung der gedruckten Ausgabe befürchtete. Mehr als 70 Mitarbeiter würden hierdurch ihre Jobs verlieren.

Damit steht die Boulevardzeitung weiter vor einem ungewissen Schicksal. Möglich sind jetzt diverse Szenerien. Denkbar ist beispielsweise, dass “Mopo”-Geschäftsführerin Susan Molzow nun doch zum Zuge kommt, um ihr geplantes Management-Buy-Out umzusetzen. Dies soll DuMont bislang abgelehnt haben, weil Molzow angeblich eine finanzielle Mitgift von bis zu vier Millionen Euro verlangt. Möglich ist aber auch, dass DuMont die geschäftlichen Aktivitäten komplett einstellt.

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Was DuMont mit der Boulevardzeitung vorhat, dürfte sich nächste Woche entscheiden. Nach Informationen von MEEDIA tagt der Aufsichtsrat von DuMont am kommenden Dienstag.

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Alle Kommentare

  1. Schon auf der Feier zum 70. Geburtstag der Zeitung letztes Jahr im Hamburger Rathaus, hieß es überall hinter vorgehaltener Hand, daß die MOPO wohl im Laufe des Jahres 2020 eingestellt wird.

    Bedauert hat das keiner, auch die Politiker nicht. Dazu ist die MOPO auch zu runtergewirtschaftet und bedeutungslos geworden.

    Vielleicht hätte die Zeitung eine Chance wenn man sie in “Rote Ottensener Morgenpost” umbenennen und zu einem Preis von 30 Cent verkaufen würde. Denn etwas anderes war sie in den letzten Jahren nicht mehr und mehr ist sie auch nicht wert.

  2. Nach den neuesten IVW-Zahlen fragt sich wohl keiner mehr warum Funke einen Rückzieher gemacht hat:

    MINUS 19,4 % !!!!!!

    Fines Hamburger Morgenpost. Ich freue mich über jeden Baum der für dein Erscheinen nun nicht mehr gefällt werden muss. Gut fürs Klima.

  3. “Ilse, Ilse – keener will se.”

    Wobei: mopo.de wäre notfalls schon noch unter die Haube gekommen, allein die garstige Schwester, hat es verhindert, aus (berechtigter) Angst dann vollends als alte Jungfer zu sterben.

    Wenn ich dann lese:

    “Möglich sind jetzt diverse Szenerien. Denkbar ist beispielsweise, dass “Mopo”-Geschäftsführerin Susan Molzow nun doch zum Zuge kommt, um ihr geplantes Management-Buy-Out umzusetzen.”

    Na ja “möglich” ist einiges – wahrscheinlich aber eher nicht.

    Denn im Ernst: Ich glaube einfach nicht, dass DuMont tatsächlich noch Millionen zum Fenster herauswirft, nur um ein Blatt loszuwerden, das man sich viel billiger vom Halse schaffen kann, wenn man die Bude einfach zumacht. – Und genau das wird vermutlich auch passieren.

    Fraglich ist ohnehin, ob das Konzept von Frau Molzow überhaupt trägt und selbst wenn, bleibt noch eine ganz andere Frage:

    Warum hat sie das dann nicht schon viel früher umgesetzt, so lange, wie sie doch schon Chefredakteurin ist?

    Nein, Du Mount wird das sicher nicht machen, bestenfalls vielleicht zu etwa dem Preis, den auch eine Einstellung der MOPO kosten würde aber sicher nicht für mehr.

    Wenn aber klar ist, dass beide – MOPO und mopo.de – über den Jordan gehen werden – dann allerdings könnte mopo.de in letzter Minute vielleicht doch noch durch Funke gerettet werden, weil dann jeder Widerstand der gedruckten MOPO nicht nur sinnlos, sondern Selbstzerstörung wäre.

  4. Das wird sicherlich die Mitarbeiter freuen, die noch vor ein paar Tagen vor dem Verlagsgebäudes des Hamburger Abendblattes (Funke-gehörig) demonstrierten. Im Grunde das beste was Funke tun konnte, was will man mit Mitarbeitern, die offensichtlich nicht Funke angehören wollen. Ich hätte ja gedacht, das Arbeit für ein paar wenige und die vorläufige Rettung von Mopo als Website besser ist, als vermutlich keine Arbeit für alle, Arbeitslosigkeit und das vollständige Sterben der Zeitung. Nun, schaun wir mal, wie es weitergeht.

  5. Die Mopo ist überflüssig.
    Es gibt nur noch ideologisierenden Journalismus darin.
    Das Einstellen der Mopo wird keine Lücke hinterlassen, sondern einen finanziellen Zuschuß beenden.

    1. Richtig, die links-linken Presse-Fuzzis sind selbst verantwortlich, haben eine Monokultur geschaffen und damit mindestens 90% der Zeitungen überflüssig gemacht.

  6. Die MOPO ist eine miese, langweilige, viel zu teure Zeitung. Der Leserschaft werden in unheimlich dreister Weise seit Jahren immer die gleichen Geschichten untergejubelt, zum Teil wortwörtlich.

    Ganz Hamburg wäre DuMont unheimlich dankbar, wenn dieses Schundblatt endlich verschwinden würde.

    Die gefeuerten Redakteure müssten dann endlich einmal nützlichen Arbeiten nachgehen, sei es als Pizzaboten, sei es als Reinigungskräfte.

  7. Verkaufte Auflage laut Wikipedia 48.000 Exemplare.
    In Anbetracht der Qualität eine überraschend hohe Zahl.
    Zum wirtschaftlichen Überleben nicht mal im Ansatz ausreichend.

      1. Schlechte Nachrichten verbreiten sich noch früh genug, da hat es keine Eile.😃

        Nimm solange meine Prognose:

        Die Zahlen werden wie immer noch ein bissel schlechter als vorher sein. Haben einige aber Mal einen Ausreißer nach oben, wird dieser Strohhalm der als Trendwende gefeiert.

        So ähnlich ist es ja eigentlich fast jedes Mal.

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