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Chefredakteur Georg Löwisch verlässt die „taz“ und wechselt zur „Zeit“

Georg Löwisch gibt seinen Posten als „taz“-Chefredakteur Ende April ab und wechselt im Sommer zur „Zeit“. Dies gab die Tageszeitung am Donnerstag bekannt. Bei der „Zeit“ steigt Holger Stark zum stellvertretenden Chefredakteur auf.

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Chefredakteur Georg Löwisch verlässt die „taz“ nach mehr als vier Jahren an der Spitze der Redaktion. Dies hat er dem Team bei der Redaktionskonferenz am Donnerstag mitgeteilt. Der 45-Jährige gibt sein Amt bereits Ende April ab und wechselt im Sommer zur „Zeit“. Dort wird er künftig die Redaktion von „Christ & Welt“ leiten.

Die „Zeit“ erklärte ihrerseits, dass sich Löwisch ab Juli um die Extraseiten für Glaube, Geist und Gesellschaft kümmern wird und ebenfalls als Autor auftreten wird. Das sechs Seiten starke, wöchentlich erscheinende Zeitungsbuch wird von einer eigenen Redaktion in Berlin produziert. Der bisherige Redaktionsleiter, Raoul Löbbert, wird Chefkorrespondent und Mitglied der Christ & Welt-Chefredaktion. „Gemeinsam mit Löwisch möchten wir ‚Christ & Welt‘ zur wichtigsten Plattform für alle Glaubens- und Wertefragen entwickeln“, sagt „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

„Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“, wird Löwisch zitiert. „Der ‚taz‘, wo ich Volontär, Reporter, Redakteur und schließlich Chefredakteur war, werde ich immer dankbar bleiben.“ Er folgte im September 2015 auf Ines Pohl und Andreas Rüttenauer und kam seinerzeit als Textchef von der Zeitschrift „Cicero“. „taz“-Vorstandsmitglied Isabel Lott betonte, dass er als Chefredakteur ein „Glücksfall für uns“ gewesen sei. Er habe das Blatt mit seinem Engagement sehr vorangebracht.

In den nächsten Wochen ist nun der Vorstand laut Redaktionsstatut für die Berufung der Chefredaktion zuständig. „Wir werden nun mit der gebotenen Sorgfalt über die Nachfolge von Löwisch beraten“, sagte Geschäftsführer Andreas Marggraf, der dem fünfköpfigen Gremium angehört. Zeitdruck bestehe allerdings nicht, da die „taz“ mit Katrin Gottschalk und Barbara Junge aktuell zwei stellvertretende Chefredakteurinnen hat. „Beide stehen mitten im Digitalisierungsprozess und werden diesen mit Kraft und Elan fortsetzen.“

Weitere Personalien bei der „Zeit“

Im Zuge der Ankündigung von Löwischs Wechsel gab die „Zeit“ zudem bekannt, dass Holger Stark zum 1. Februar stellvertretender Chefredakteur wird. Bislang war er Mitglied der Chefredaktion. Weiterhin wird er gemeinsam mit Karsten Polke-Majewski das Ressort Investigatives und Daten in Print und Online leiten.

Voraussichtlich zum 1. Oktober dieses Jahres wechselt Samiha Shafy als Redakteurin mit Schwerpunkt Ausland im Politikressort zum Hamburger Wochenblatt. Sie schreibt bislang für das Auslandsressort des „Spiegel“. Shafy ist mit Klaus Brinkbäumer verheiratet. Der Ex-„Spiegel“-Chefredakteur arbeitet seit Frühjahr 2019 als Autor mit Schwerpunkt Politik, Feuilleton, Dossier und Magazin für die „Zeit“ (MEEDIA berichtete).

tb

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