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Ready for Round 2? Facebook legt Initiative für Lokalverlage neu auf und sucht weitere Teilnehmer

© Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

Nach der Premiere im April 2019 setzt Facebook das Accelerator-Programm für lokale Medien im deutschsprachigen Raum fort. Damit sollen Verlage bei der Weiterentwicklung ihrer Strategien für digitale Bezahlmodelle unterstützt werden, heißt es.

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„Es herrschte anfangs schon Skepsis darüber, warum Facebook sich nun derart engagiert“, erzählt Guido Bülow, Strategic Partner Development Manager EMEA News, im Gespräch mit MEEDIA. Allerdings hätten alle 14 teilnehmenden Verlage innerhalb des dreimonatigen Programms „Local News Subscriptions Accelerators“ wichtige Erkenntnisse mitgenommen. Die Stimmung habe sich positiv entwickelt.

Nun gibt es eine zweite Auflage der Initiative, die auf drei Kernpunkte abzielt: die Weiterentwicklung von digitalen Lesergruppen, das Branding für Medienmarken und die Vermarktung von digitalen Abonnements. Die Inhalte der Workshops werden dabei erneut federführend von Tim Griggs ausgearbeitet, der vor seiner Tätigkeit als Berater in leitender Position bei der „New York Times“ agierte. Wie in der ersten Runde wird das Projekt 2020 mit zwei Millionen Euro gefördert. Die Sessions dazu finden im März in Wien und im Mai sowie Juni in Berlin statt.

Das Verhältnis zwischen Facebook und Medien „konstruktiv“

„Das Ziel des Programms war und ist, dass Verlage Ideen austauschen und sich gegenseitig helfen. So können verschiedene Lernfortschritte trotz individueller Ausgangslage weitergegeben werden“, sagt Bülow. Erst nach Abschluss der zwölfwöchigen Schulungsphase, so das Konzept, erhalten die Medienhäuser Fördermittel in Höhe von je 50.000 Euro, womit die Erkenntnisse dann umgesetzt werden sollen. Damit sich dann auch tatsächlich was tut, arbeiten die Teilnehmer mit dem International Center for Journalists zusammen, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Washington D.C.

Für das in der Vergangenheit viel kritisierte Unternehmen sind derartige Initiativen auch wichtig, um das Verhältnis mit den Medien zu verbessern. Dieses beschreibt Bülow als „konstruktiv, wie in jeder Partnerschaft“. Konkret bedeutet das: „Wir haben sicherlich noch nicht alle Lösungen, aber wir kommen zu einem größeren Tool-Set.“ Dazu gehören Monetarisierungsstrategien wie Instant Articles, die Videorubrik Watch und Branded Content. Er sagt aber auch: „Natürlich können wir noch besser in der Zusammenarbeit mit Medienpartnern werden, etwa indem wir transparent zeigen, wie wir arbeiten und was wir tun.“

Zu wenig tue das Unternehmen, das mit (Werbe-)Einnahmen Milliarden verdient, aus seiner Sicht nicht. Es gebe diverse, weltweite Initiativen in verschiedenen Bereichen, um Journalismus zu fördern und digitale Erlösmodelle zu etablieren.

Intensivere Zusammenarbeit durch größeres deutschsprachiges Team

Überhaupt, betont Bülow im Gespräch, habe sich die Stimmung im Verhältnis zwischen Medien und sozialem Netzwerk grundsätzlich verändert. Das liege zum einen am Journalism Project, das Facebook vor drei Jahren gegründet hat. Die lokale Accelerator-Initiative ist ebenfalls Teil davon. Auch Investitionen wie die Förderung der Hamburg Media School spielten dabei eine Rolle.

Zum anderen sei das deutschsprachige Team für Medienpartnerschaften mittlerweile gewachsen. Dadurch „können wir uns enger mit Verlagen austauschen als früher“, sagt Bülow. 2018 kam zur bereits bestehenden Mannschaft der Ex-„Spiegel“-Mann Jesper Doub hinzu, der als Director of News Partnerships für Europa, Afrika und den Nahen Osten anheuerte (MEEDIA berichtete). Im September 2019 warb Facebook dann Torsten Beeck ab, Social-Media-Experte und ebenfalls ehemaliger „Spiegel“-Journalist. Zur gleichen Zeit und ebenfalls in der Position als Strategic Partner Manager fing Stéphanie Barsch an.

Neben Funke nahmen beim Auftakt des Lokalprogramms unter anderem die „Rheinische Post“ – die erst vor wenigen Wochen ihr Bezahlmodell eingeführt hat – DuMont, Ippen Digital, die Mediengruppe Main-Post und Lensing Media teil. Welche Verlage es in der zweiten Runde werden, sei laut Bülow noch unklar. Aktuell befänden sich er und sein Team in Gesprächen mit interessierten Medienhäusern, heißt es. Die „Bewerbungsfrist“ läuft bis zum 15. Februar.

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