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Quartalsbilanz: Facebook erlebt trotz aller PR-Krisen ungebrochenen Werbeboom

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg © Picture Alliance

Das wohl meistkritisierte Internet-Unternehmen der Welt wächst unbeirrt weiter. Bei Vorlage der jüngsten Geschäftsbilanz für das vierte Quartal 2019 kann Facebook mit Rekordergebnissen die Erwartungen der Wall Street leicht übertreffen und ein Umsatzplus von 25 Prozent ausweisen. Nach Steuern hat der Social-Media-Pionier bereits über 7 Milliarden Dollar verdient. Dass die Aktie nachbörslich regelrecht abstürzt, liegt nicht zuletzt an der Sorge der Wall Street vor einer Wachstumsverlangsamung.

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Die Unkenrufe sind lauter denn je. Sie kommen aus der Politik, von Wettbewerbshütern und natürlich genüsslich von medialer Seite. Facebook sei böse, skrupellos, ein Datenkrake – die Liste der Vorwürfe ließe sich nach unzähligen Datenskandalen und PR-Debakeln beliebig fortsetzen.

Allein: Wenige Tage vor dem 16. Unternehmensgeburtstag ist klar, dass es Facebook, dem Internet-Giganten, wirtschaftlich nie besser ging, wie die jüngste Geschäftsbilanz für das abgelaufene Weihnachtsquartal einmal mehr eindrucksvoll beweist.

So konnte der nach Alphabet und Amazon drittwertvollste Internetkonzern der Welt mit den neusten Geschäftszahlen für den Dreimonatszeitraum von Oktober bis Dezember die Erwartungen der Wall Street übertreffen, weil das Werbewachstum ungebremst weitergeht.

Umsätze ziehen zweistellig an

Die Erlöse, die im Vorjahresquartal noch bei 16,91 Milliarden Dollar gelegen hatten, zogen um 25 Prozent auf 21,08 Milliarden Dollar an und konnten damit die Analystenschätzungen, die noch bei Umsätzen in Höhe von 20,89 Milliarden Dollar gelegen hatten, leicht überbieten.

Mit 10 Milliarden Dollar wurde fast die Hälfte der Werbeumsätze auf dem amerikanischen Heimatmarkt eingefahren – Europa ist mit über 5 Milliarden Dollar für fast ein Viertel der Anzeigenerlöse verantwortlich.  Im Geschäftsjahr 2019 durchbrach Facebook damit erstmals die 70 Milliarden-Dollarmarke.

Rekordgewinn von 7,35 Milliarden Dollar

Auch bei der Gewinnentwicklung lag Facebook knapp über den Konsensschätzungen, die bei einem Konzernergebnis von 2,53 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten. Tatsächlich verdiente der Social Media-Pionier im vierten Quartal 2019 2,56 Dollar je Aktie bzw. bereits 7,35 Milliarden Dollar.

Der Mutterkonzern des weltgrößten sozialen Netzwerks konnte seinen Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum damit um weitere 7 Prozent steigern.

Nutzerwachstum ungebrochen: 2,5 Milliarden Facebooker

Ebenfalls leicht über den Erwartungen verlief die Nutzerentwicklung. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg per Ende Dezember gegenüber dem Vorjahresquartal um weitere 8 Prozent auf nunmehr 2,50 Milliarden Mitglieder. In anderen Worten: Praktisch jeder dritte Mensch auf der Erde besitzt inzwischen ein Facebook-Konto!

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1,66 Milliarden Facebooker loggen sich inzwischen täglich in das Social Network ein (ebenfalls plus 9 Prozent im Jahresvergleich bzw. ein Zuwachs von 34 Millionen gegenüber dem September-Quartal). Facebook übertraf damit ebenfalls knapp die Analystenschätzungen (Konsens: 1,65 Milliarden).

Facebook-Aktie bricht ein

Konzernchef Zuckerberg betonte zudem, dass inzwischen 2,89 Milliarden Menschen Apps der Facebook-Familie (inklusive Messenger, WhatsApp und Instagram) mindestens einmal im Monat nutzen – täglich sind es inzwischen 2,26 Milliarden, ein Anstieg von 11 Prozent auf Jahressicht.

Anleger reagierten dennoch in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel reserviert auf das neue Zahlenwerk – Aktionäre sorgen sich offenkundig um eine Verlangsamung des Wachstums.

“Facebooks Herausforderung ist eine steigende Kostenstruktur, während jeder Dollar Umsatzwachstum schwerer verdient wird”, brachte James Cakmak vom Vermögensverwalter Clockwise Capital die Bedenken nach der neuen Quartalsbilanz beim Finanzinformationsdienst Bloomberg auf den Punkt.

Die Facebook-Aktie, die noch Minuten vor Verkündung der Geschäftszahlen bei 223 Dollar ein neues Allzeithoch aufgestellt hatte, gab nach Handelsschluss um acht Prozent auf 206 Dollar nach.

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