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Widerstand gegen Funke-Pläne: Betriebsrat des „Hamburger Abendblatts“ sorgt sich um eigene Bezahlplattform

Funke-Geschäftsführer Andreas Schoo

In der Belegschaft des zu Funke gehörenden „Hamburger Abendblatts“ regt sich Widerstand gegen die mögliche Übernahme des Konkurrenzportals “mopo.de“. Der Betriebsrat fürchtet, dass hierdurch das auf Paid-Content fokussierte Portal „abendblatt.de“ in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

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Betriebsrat und Mitarbeiter der ”Hamburger Morgenpost“ haben sich erneut gegen die Pläne der Funke Mediengruppe gewandt, den Online-Aufritt „mopo.de“ zu erwerben ohne die Redaktion mitzunehmen. „Funke setzt an, die traditionsreiche ‘Hamburger Morgenpost‘ zu zerschlagen“, kritisiert Mopo-Betriebsrätin Nina Gessner. Gegen eine solche Übernahme demonstrierten „Mopo“-Mitarbeiter vor dem Gebäude des „Abendblatts“ in Hamburg.

Mit einer Übernahme von „mopo.de“ durch Funke wäre das Aus der gedruckten Ausgabe der „Mopo“ besiegelt. 73 Mitarbeiter würden ihre Jobs verlieren. „‘mopo.de‘ soll, soweit wir wissen, eine von automatisierten Inhalten und einem Mini-Team gepflegte Seite werden. Ähnlich wie die bereits von Funke betriebene Seite ‘Der Westen‘. Mit der von uns gegründeten und täglich mit viel Liebe gepflegten Seite ‘mopo.de‘ hat das dann nichts mehr zu tun“, meint sie.

Sollte es dazu kommen, würde dies den Hamburger Medienmarkt weiter schwächen. „Durch die Einstellung der ‘Welt‘ Hamburg, Einschränkung der ‘Zeit‘ Hamburg und durch die vom Sparkurs des Springer-Konzerns geschwächte ‘Bild‘-Zeitung wird es für die Hamburger immer schwieriger, zuverlässige und hochwertige Informationen über das zu erfahren, was in ihrer Heimatstadt passiert“, meint die Arbeitnehmervertreterin.

Widerstand beim „Abendblatt“ gegen Funke-Pläne

Unterdessen regt sich auch in der Belegschaft des „Hamburger Abendblatts“ Widerstand gegen die Pläne aus der Essener Konzernzentrale. Betriebsrat und Mitarbeiter befürchten, dass das auf Abos abzielende Markenportal „abendblatt.de“ leiden könnte. Sie haben Angst, dass das Reichweiten-Portal ‚mopo.de‘ konzernintern auf Pay-Inhalte des Markenportals „Hamburger Abendblatts“ zugreifen könnte. Ein Funke-Sprecher weist die Befürchtungen zurück. „Ein Reichweitenportal ist etwas ganz anderes als ein Markenportal“, betont er. Das seien „völlig andere Inhalte“.

Für Funke-Chef Andreas Schoo würde der Erwerb von „mopo.de“ strategisch Sinn ergeben. Die Essener hätten im Norden gleich zwei Online-Marken, um ihre Digitalerlöse zu steigern. Bei „mopo.de“ ginge es um Werbeerlöse und bei „abendblatt.de“ um den Verkauf von Digitalpässen.

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