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Nach Medienberichten: Bauer Media Group möchte eigene NS-Vergangenheit aufarbeiten lassen

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Die Bauer Media Group hat angekündigt, einen Historiker zu engagieren, der sich mit der Verlagsgeschichte zu Zeiten des Nationalsozialismus beschäftigen soll. Dies ist eine Reaktion auf Recherchen vom "Spiegel" und dem Medienmagazin "Zapp".

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Anders als bei Verlagen wie DuMont oder Bertelsmann, die ihre Geschichte und die Verstrickungen ihrer früheren Chefetagen mit dem Naziregime wissenschaftlich haben untersuchen lassen, gibt es bei Bauer bislang keine eigene Aufarbeitung oder eine externe Untersuchung dieser Zeit. Bislang sind auf der Verlags-Homepage die Jahre von 1926 bis 1945 ausgespart. Diese Lücke möchte die Bauer Media Group nun schließen, wie das Medienhaus dem “Spiegel”(Paid) und NDR Medienmagazin “Zapp”als Antwort auf deren Recherchen mitgeteilt hat.

In einem schriftlichen Statement heißt es: “Wir verfügen über keinerlei Dokumentation über unsere Geschichte und besitzen keine Firmenunterlagen mehr aus der Zeit des Nationalsozialismus. Wir werden noch im Laufe des Jahres 2020 einen Historiker damit beauftragen, die Geschichte und die Vorgeschichte des Bauer-Verlages zu recherchieren und mit der Öffentlichkeit zu teilen.”

Auflage von “Funk-Wacht” verzehnfachte sich

Laut den Recherchen hatte sich der damalige Verlagsinhaber mit dem Naziregime arrangiert. Es sei vor allem um das publizistische Wirken und umstrittene Immobilienkäufe von Alfred Bauer in den späten 1930er-Jahren gegangen. Gerade die Radioprogrammzeitschrift “Funk-Wacht” verzeichnete in jener Zeit ein “beachtliches Wachstum”. Im “Spiegel”-Bericht heißt es dazu: “Ihre Auflage dümpelte bis Anfang der Dreißiger Jahre bei rund 40.000 Exemplaren, innerhalb weniger Jahre verzehnfachte sich die Zahl der verkauften Hefte auf mehr als 400.000 Stück.”

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Die Verzehnfachung der Auflage könne laut Medienberichten daran legen haben, dass Bauer mit “Funk-Wacht” im “Sinne der nationalsozialistischen Machthaber arbeitete”. Dazu fänden sich in den Archiven “eindeutig politische, das System stützende Titelbilder” als auch ein im Herbst 1933 erschienener Fortsetzungsroman, der anders als die Vorgänger “eindeutig in Diktion und Weltanschauung nationalsozialistisch geprägt ist”, so die Berichte.

Auch hinsichtlich mehrerer Immobilien in der Hansestadt habe Alfred Bauer profitiert. Ein Sprecher von Bauer sagte dazu, dass das Verlagshaus ausschließen könne, dass sich gegenwärtig Grundstücke oder Liegenschaften aus “Arisierung” in eigenem Besitz befänden.”

tb

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