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Zitterpartie in Halle: DuMont will Mitarbeiter am Mittwoch über Zukunft der „Mitteldeutschen Zeitung“ informieren

DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer

Die geplante Neuausrichtung der zu DuMont Mediengruppe gehörenden „Mitteldeutschen Zeitung“ geht in die entscheidende Phase. Konzern-Chef Christoph Bauer will die Belegschaft am Mittwoch um 10 Uhr informieren, was aus dem Zeitungsunternehmen in Halle wird. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass sich DuMont von der Regionalzeitung trennt. Und auch für die „Mopo“ gibt es neue Verkaufsspekulationen.

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Bis zuletzt hatten die Mitarbeiter des Kölner „Express“ und des Kölner „Stadt-Anzeigers“ befürchtet, dass sie demnächst für einen neuen Arbeitgeber tätig werden. Doch am Ende war alles anders. Überraschend hatte DuMont-Chef Christoph Bauer Mitte Dezember die Belegschaft beruhigt (MEEDIA berichtete). Das Medienhaus werde seinen Verkaufsplan nicht weiter verfolgen, sich von den Kölner Aktivitäten zu trennen, hieß es.

Jetzt stehen den Arbeitnehmern der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle zwei bange Tage bevor. Am Mittwoch zum 10 Uhr will Bauer die Belegschaft des ostdeutschen Regionaltitels über die weitere Zukunft ihres Unternehmens informieren. „Im Rahmen der Portfolio-Überprüfung des Geschäftsfelds Regionalmedien haben wir im Dezember 2019 entschieden, das Medienhaus in Köln fortzuführen. Bereits im September haben wir die neuen Eigentümer des Berliner Verlags vorgestellt. Im nächsten Schritt werden wir am 15. Januar ein Update für die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung geben“, erklärt Bauer in einer Intranet-Meldung.

Offen ist allerdings, ob sich die Kölner von dem Zeitungshaus trennen. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass das Medienunternehmen seine Zeitungstochter in Halle verkauft. Als möglicher Käufer wird seit einiger Zeit das Hamburger Zeitschriftenhaus Bauer Media Group genannt. Für Verlegerin Yvonne Bauer würde der Deal Sinn machen. Sie könnte durch einen Zukauf Synergien mit der „Magdeburger Volksstimme“ heben, die zu ihrem Portfolio gehört. Kartellrechtlich dürfte ein Zukauf wohl kaum Probleme bereiten, da die beiden Zeitungen geographisch in unterschiedlichen Verbreitungsgebieten aktiv sind.

Auch bei der Belegschaft der „Hamburger Morgenpost“ dürfte die Unsicherheit in der Belegschaft bald vorbei sein. DuMont-Chef Bauer will hier bis Ende Januar entscheiden, wie die weitere Zukunft des Boulevardtitels aussieht. Großes Interesse an dem Titel zeigt die Geschäftsführerin Susan Molzow. Sie verlangt allerdings eine finanzielle Mitgift von knapp 4 Millionen Euro, um das Blatt fortzuführen. Zuviel für DuMont-Chef Bauer, der für das Unternehmen nicht draufzahlen will. Zudem kurieren neue Verkaufsspekulationen um den Boulevardtitel. Die „Welt“ berichtet, dass sich die Essener Funke Mediengruppe für das Zeitungshaus in der Elbmetropole interessiert – allerdings nur für das Web-Produkt.

Kommt ein Deal mit Molzow oder einem anderen Interessenten nicht zustande, wären aber auch andere Optionen denkbar. Dazu gehört auch eine Einstellung der Aktivitäten – das zumindest hatte DuMont-Rheinland-Geschäftsführer Philipp Magnus Froben vor Weihnachten den „Mopo“-Mitarbeitern angedeutet. Vor versammelter Belegschaft erklärte er, dass von einer Schließung bis zu einem Verkauf der Zeitung alles möglich sei.

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