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Stellenabbau im Vertrieb: Springer verlagert Teile von Sales Impact von Hamburg nach Berlin

Christian Nienhaus
Christian Nienhaus Foto: Axel Springer

Der Auflagenschwund bei der "Bild"- und "Welt"-Gruppe trifft auch die Vertriebsorganisation des Berliner Medienkonzerns Axel Springer. Christian Nienhaus, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sales Impact, baut nun den Standort Hamburg um. Er verlagert hier – bis auf die Logistik – alle Funktionen von der Elbmetropole an die Spree. Betroffen von der Maßnahme sind knapp 20 Mitarbeiter.

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Springer-Chef Mathias Döpfner hat sich viel vorgenommen. Mehr als 100 Millionen Euro will der Medienmanager in den nächsten drei Jahren in Wachstumsprojekte bei der “Bild” und “Welt” investieren. Große Hoffnung setzt er bei der “Bild” auf die Live Video-Strategie. Mit Bild TV soll sich die Erlösstruktur des publizistischen Flaggschiffs des Berliner Unternehmens verbessern.

Doch um das Wachstumspaket zu finanzieren, drückt Döpfner an anderen Stellen auf die Kostenbremse. Rund 50 Millionen Euro sollen so zusammenkommen. Neben den Redaktionen der “Bild” und “Welt” sowie der Vermarktung trifft es auch den Vertrieb der roten und blauen Gruppe. Dazu plant Print-Chef Christian Nienhaus, Sales Impact im Norden neu auszurichten.

20 Mitarbeiter sind betroffen

So sollen alle Funktionen am Standort Hamburg – bis auf die Logistik in Ahrensburg – zur Springer-Konzernzentrale nach Berlin verlagert werden. An den Stadorten München, Essen und Berlin werde man unverändert festhalten. “Sales Impact bleibt weiterhin an den genannten Standorten bestehen, im Raum Hamburg wird Sales Impact weiterhin einen Logistikstandort in Ahrensburg behalten. Die weiteren Funktionen von Sales Impact in Hamburg werden nach Berlin verlagert”, erklärt ein Springer-Sprecher auf Anfrage von MEEDIA. Begleitet wird der Umbau von einem Stellenabbau. “Bei diesen Maßnahmen geht es um rund 20 Mitarbeiter, mit denen wir uns wie bei Axel Springer üblich derzeit in Gesprächen für sozialverträgliche Lösungen oder andere Beschäftigungsmöglichkeiten befinden”, sagt ein Firmensprecher.

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Absatzrückgänge bei “Bild”- und “Welt”-Gruppe

Hintergrund für den Sparkurs bei Sales Impact sind unter anderem massive Absatzrückgänge bei der “Bild” und „Welt“-Gruppe. So brach im dritten Quartal des vergangenen Jahres die hart verkaufte Auflage (Abo + EV) bei der “Bild” um knapp zehn Prozent auf 1,284 Millionen Exemplare gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein. Deutlich stärker traf es sogar die blaue Gruppe. Hier sank die Auflage der “Welt” Print werktags (“Welt” + “Welt Kompakt”) in den ersten neun Monaten 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 13 Prozent. Vorstandschef Döpfner hat hierauf inzwischen reagiert. Er stellt unter anderem “Welt Kompakt” ein, ebenso den Hamburg-Teil der “Welt”. “Welt” und “Bild”-Redakteuren wurden inzwischen Angebote unterbreitet, um sie zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Verlag zu bewegen.

Für Springer ist Sales Impact ein wichtiger Firmenzweig. Pro Woche liefert das Unternehmen mehr als 17 Millionen Zeitungen im In- und Ausland aus. Dabei gehören zu den Kunden nicht nur sämtliche Tages- und Sonntagszeitungen von Springer. Auch Zeitungstitel der Verlage DuMont und Funke sowie der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehören zum Portfolio von Sales Impact.

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Alle Kommentare

  1. Den Hamburg Teil der WELT einzustellen war ein (weiteres) Eigentor
    Gerade in Hamburg hatte die WELT noch viele treue Abonnenten, von denen nicht wenige ihr Abo kündigen werden.

    Man hatte auf wenigen Seiten im Hamburg Teil mehr Substanz und Infos als in der boulevardesken MOPO oder im manchmal sehr kleinteiligen ABENDBLATT.

    Diese RestWELT wird für 2,80 Euro werktäglich nicht mehr viele Leser finden.

    Gibts hier jemanden der DIE WELT noch werktäglich kauft ?

    1. Gewiss nicht. Dieser Preis ist grotesk.

      Die WELT hat seit 2015 konsequent gegen die eigene Leserschaft angeschrieben. Missliebige Kommentare auf WO wurden und werden gnadenlos gelöscht.
      So eine Zeitung kann keine Zukunft haben und hat die WELT ja auch nicht.

      1. Bleibt halt Springer-Müll. Die WELT war nur kurz erfolgreich, als irgendwann einmal die WELT Kompakjt mit in die IVW floss. Mit der Qualität einer SZ oder einer ZEIT hatte die WELT doch noch nie etwas am Hut. Jwetzt tut dich nicht so, als wäre sie jemals eine sehr gute Tageszeitung gewesen. Ob mit oder ohne Hamburg-Teil. DenbetsenHamburg-Teil hat übrigens die ZEIT und täglich in deren Elbvertifungs-Newsletter.

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