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Wieder Probleme für Bauer in Australien? Kartellamt hat beim Kauf von Pacific Magazines Bedenken

Verlegerin Yvonne Bauer
Verlegerin Yvonne Bauer

Die Verlegerin Yvonne Bauer hat mal wieder Ärger in Australien. Das dortige Kartellamt befürchtet, dass die geplante Übernahme von Pacific Magazines durch die Hamburger Bauer Media Group den Wettbewerb auf dem örtlichen Zeitschriftenmarkt einschränkt und dadurch Verbraucher benachteiligt werden.

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Es soll der große Befreiungsschlag für die Bauer Media Group sein, um dem rückläufigen Zeitschriftengeschäft in Australien neuen Schwung zu verleihen. Dazu plant die Verlegerin Yvonne Bauer, vom australischen Konkurrenten Seven West Media die Zeitschriftensparte Pacific Magazines zu übernehmen. Zu dem Portfolio gehören unter anderem Titel wie “Marie Claire”, “Better Homes and Gardens” und “New Idea”. Bauer hofft durch den Deal, das Geschäft in Australien und Neuseeland schnell wieder auf den Expansionspfad zu führen, denn der Magazinmarkt in Sydney steht seit Jahren massiv unter Druck. Rückläufige Anzeigen- und Vertriebserlöse belasten die dortige Printbranche schwer.

Bedenken der Wettbewerbshüter

Doch das australische Kartellamt (ACCC) macht den ehrgeizigen Plänen der Konzernchefin vorerst einen Strich durch die Rechnung. Die Wettbewerbshüter befürchten, dass bei einem Kauf von Pacific Magazine durch die Hamburger der Wettbewerb in dem Zeitschriftensegment eingeschränkt wird. “Wenn Bauer Pacific Magazines kaufen würde, würde Bauer in bestimmten Segmenten seinen engsten Konkurrenten ausschalten. Nach unserer vorläufigen Einschätzung könnte Bauer damit den Aufwand für die Produktion von Inhalten und das Angebot an Inhalten verringern oder die Preise erhöhen”, meinen die Wettbewerbshüter vom ACCC. Dies könne die Verbraucher schädigen.

Bedenken hat das Kartellamt vor allem bei diversen hochauflagigen Wochenmagazinen, die Teil des Geschäfts sind. Dazu gehören auf der Seite von Bauer “Women’s Day” und “Take 5”. Sie stünden in direktem Wettbewerb mit “New Idea” und “That’s Life” von Pacific Magazines, heißt es. Die Kartellbehörde hat die Medienunternehmen nun aufgefordert, sich bis zum 14. Februar zu äußern. Es will dann am 2. April 2020 entscheiden, wie es weitergeht. In Branchenkreisen rechnet man damit, dass Bauer Pacific Magazines nur unter Auflagen übernehmen kann. Fraglich ist, ob der Mega-Deal für die Hamburger dann weiterhin interessant ist.

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Bauer weiter zuversichtlich

Adrian Goss, Bauer Media Group General Counsel, sagt hierzu auf Anfrage von MEEDIA: “Wir sind zwar zuversichtlich, die Genehmigung im neuen Jahr zu erhalten, aber die anhaltende Unsicherheit ist eine enorme Herausforderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pacific Magazines und das Geschäft im Allgemeinen. Die Bauer Media Group hat die Übernahme immer als positiven Schritt zur nachhaltigen Sicherung des Printmagazin-Geschäfts in Australien gesehen.” Bauer Media teilt zudem mit, dass man mit dem ACCC weiterhin kooperieren will und erwartet die Freigabe der Transaktion Anfang 2020.

Mit ihren Geschäften in Australien hat Yvonne Bauer immer wieder Probleme – vor allem in den vergangenen Jahren. Erst sorgte eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Hollywood-Schauspielerin Rebel Wilson (“Pitch Perfect”, “Brautalarm”) weltweit für Schlagzeilen, dann musste die Geschäftsfrau aus wirtschaftlichen Gründen diverse Magazine einstellen – darunter “Homes+”, “Recipes+”, “Yours” sowie die bekannte Frauenzeitschrift “Cosmopolitan” (MEEDIA berichtete). Auch Management-Wechsel gehörten bei der Bauer-Tochter in Sydney zur Tagesordnung. Nach Matt Stanton, David Goodchild, Andreas Schoo aus der Konzern-Geschäftsleitung (als Interims-Chef), Nick Chan und Paul Dykzeul führt nun der ehemalige Neuseeland-Chef Brendon Hill als inzwischen sechster Chef die Geschäfte für Bauer in Down Under.

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