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“Umverteilung” zuungunsten der ARD? ZDF-Intendant Thomas Bellut kontert Ulrich Wilhelms Sorgen

Thomas Bellut
Thomas Bellut Foto: Jan Woitas/zb/dpa

Wie hoch der Rundfunkbeitrag ab 2021 sein wird, ist noch nicht klar. Die ARD befürchtet eine "Umverteilung" zugunsten von ZDF und Deutschlandradio. Der ZDF-Intendant sieht die Sache anders.

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Anna Ringle und Ira Schaible, dpa

Streaming-Angebote verändern den TV-Konsum in Deutschland. Der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF), Thomas Bellut, spricht sich im dpa-Interview dafür aus, das Nutzerverhalten auf den unterschiedlichen Plattformen besser vergleichbar zu machen. Auch der künftige Rundfunkbeitrag beschäftigt den öffentlich-rechtlichen Sender. Bellut kontert eine ARD-Befürchtung.

Was wird Ihnen vom Jahr 2019 positiv in Erinnerung bleiben?

Thomas Bellut: Das lineare Fernsehen ist stark. Insbesondere die Nachrichten entwickeln sich sehr erfreulich. Die politische Berichterstattung rund um die Wahlen hatte ein erhebliches Echo. Die Europawahl wäre ohne ZDF und ARD – jedenfalls im TV – nicht so beachtet worden. Das ist auch wichtig für die Wahlbeteiligung. Die Kraft des Mediums TV ist noch da – es gibt aber Veränderungen, auf die wir eingehen müssen.

Was sind das für Veränderungen?

Bellut: Zum Beispiel die finanzstarken globalen Streaming-Dienste. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein neuer Anbieter auftaucht. Das verändert den Markt, etwa bei den Sportrechten, und das verändert auch das Verhalten der Nutzer.

Führt die Konkurrenz im Netz zu einem besseren Verhältnis zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern?

Bellut: Die Verbindungen zu den Privatsendern sind deutlich besser geworden. Wir haben gemeinsame Interessen, zum Beispiel, das lineare Fernsehen nicht kaputtreden zu lassen, denn es lebt nach wie vor. Es ist ein stärkeres Wir-Gefühl der TV-Sender da als früher. Wir alle nehmen die neuen Konkurrenten ernst, ohne sie zu verteufeln.

Wird mit dem Wechsel des TV-Satirikers Jan Böhmermann von ZDFneo ins ZDF-Hauptprogramm ein Schwerpunkt im Jahr 2020 gesetzt und was genau wird gezeigt?

Bellut: Das ist schon ein Signal. Was da genau entsteht, weiß aber vermutlich noch nicht einmal Jan Böhmermann selbst. Er hat jetzt eine kreative Pause, wird sich überlegen, wie er künftig im ZDF-Hauptprogramm aufspielen will und dann mit seinen Ideen auf uns zukommen. Wir begleiten und beraten ihn gerne dabei.

Die ARD hat angekündigt, ihre Mediathek zu einem Streaming-Angebot zu entwickeln. Ist das auch der Plan des ZDF?

Bellut: Die ZDFmediathek ist eine Streaming-Plattform, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Die zeitversetzte Nutzung nimmt mobil und vor allem auch über HBB-TV deutlich zu. Ein einziger Knopfdruck ermöglicht den Zugang in die digitale Mediathek-Welt aller Sender. Das verändert das Geschäft schon. Die andere neue Welt, das sind die globalen VoD-Plattformen (Video-on-Demand). Da wissen wir aber nicht, wie die Nutzung im Vergleich zum TV tatsächlich aussieht.

Ärgert Sie es, dass Sie keinen oder wenig Zugang zu den Daten solcher Streaming-Dienste bekommen?

Bellut: In der AGF Videoforschung, das ist eine Arbeitsgemeinschaft, die den Konsum von Bewegtbildinhalten analysiert, sind neben den öffentlich-rechtlichen und den Privatsendern auch weitere relevante Marktteilnehmer zusammengeschlossen. Sky ist seit einigen Jahren dabei. Mit Google/Youtube gibt es Gespräche und auch mit der Telekom. Einfach ist das aber nicht, weil daran auch Geschäftsmodelle hängen. Abschottung ist aber auf Dauer keine gute Lösung. Ich finde auch Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime Video sollten sich messen lassen. Es wäre für alle gut, wenn es eine Vergleichbarkeit bei der Videonutzung gäbe. Auch die werbetreibende Wirtschaft hat ein Interesse daran.

Der zum Jahreswechsel scheidende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm fordert schon lange eine europäische Alternative zu Google, Amazon, Facebook & Co. Die ARD plant einen Vorstoß auf höchster EU-Ebene für eine europäische Internet-Plattform. Klinkt sich das ZDF mit ein?

Bellut: Ich bin offen dafür. Aber ich glaube, dass es noch ein längerer Weg ist. Auch auf nationaler Ebene wird darüber nachgedacht. Der Wirtschaftsminister hat zu einem Gespräch eingeladen, bei dem die Haltung der deutschen Medien erörtert werden soll. Das Modell an sich ist noch unklar; was es genau leisten soll und welche Inhalte dahin gespielt werden. Am Ende ist es eine politische Entscheidung, ob eine solche Plattform auf europäischer Ebene gebaut werden soll.

Ein neuer Rundfunkbeitrag ist in der Diskussion. Die zuständige Kommission KEF hat als Entwurf 18,36 Euro genannt. Die abschließende Empfehlung steht 2020 an. Welchen Rundfunkbeitrag wünschen Sie sich?

Bellut: Die jetzt bekanntgewordene Empfehlung – wir wissen noch nicht, ob es dabei bleibt – ist immerhin eine Verbesserung. Auch wenn unsere Wünsche nicht ganz in Erfüllung gegangen sind. Die Preissteigerungen der nächsten Jahre werden wir nicht wiederbekommen. Ich habe aber immer gesagt: Ich fühle mich von der KEF fair behandelt in den letzten Jahren – streng, aber fair.

Der bisherige ARD-Vorsitzende Wilhelm betonte unlängst, dass der Anteil, den das ZDF aus dem Rundfunkbeitrag bekommt, steigen und der der ARD sinken könnte. Er befürchtet eine “Umverteilung”.

Bellut: Ich finde das sehr überraschend und kann den Angriff nicht nachvollziehen. Das deckt sich nicht mit dem, was ich weiß. Ich bin gespannt, was die KEF am Ende dazu sagen wird. Es hat in der Vergangenheit schon immer mal kleinere Veränderungen bei der Verteilung gegeben. Aber die sind eine Folge von Berechnungen der KEF, die sehr präzise die Aufgaben und Ausgaben der Sender betrachtet und Wirtschaftlichkeitspotenziale einbezieht.

Bei der ARD wird es weiter einen Sparkurs geben. Ist das auch beim ZDF so?

Bellut: Wir müssen sparen, um Preissteigerungen aufzufangen. Ungefähr 800 Millionen Euro fließen jedes Jahr an externe Produzenten. Auch da gibt es Lohnerhöhungen und andere branchenspezifische Steigerungen. Die können wir nicht direkt aus der Beitragssteigerung finanzieren. Das heißt, wir werden in bestimmten Bereichen des Programms – nicht dramatisch -, aber eben doch sparen müssen. Das Publikum wird das nicht im Kern des Abendprogramms, aber an anderen Stellen spüren.

Können Sie Beispiele nennen?

Bellut: Es wird einen Ersatz von Erstausstrahlungen in geringerem Umfang durch Wiederholungen geben.

Sie bauen seit fast zehn Jahren Jobs ab – bis 2020 sollen es rund 560 Stellen sein. Wie ist der Stand?

Bellut: Die Einsparungen sind weitgehend vollzogen. Den Rest schaffen wir im Jahr 2020. Damit können wir ab 2021 wieder junges Personal uneingeschränkt einstellen, was dringend nötig ist. Das Durchschnittsalter des ZDF liegt bei 50 Jahren.

Dann steht ein Wandel ab 2021 an?

Bellut: Die Babyboomer gehen nach und nach. Das wird eine große Umwälzung beim Personal geben.

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Alle Kommentare

  1. Herr Intendant Dr. Thomas Bellut
    … Die Frage bleibt – die Frage nach der Wahrheit …
    → … es macht wirklich nur sehr wenig Spaß die Dinge zu beobachten. Bei Ihrem wirklich starken Verlangen von u zu Gerechtigkeit! Gerechtigkeit ist nur eine Vorstellung im Bewußtsein!? Wie viele Bücher sind schon – im besonderen von Schweizer Journalisten – als völlig unmöglich zerrissen worden; als total an den Haaren herbeigezogen worden; als frei [z]erfunden wurden? Die waren alle in Auschwitz, nur gerade dort waren sie nicht! Immer noch werden Bücher abgeschrieben – nur abgeschrieben; einer vom anderen – …!
    … Zu merken ist dies besonders an den JUGOSLAWISCHEN Verhältnissen und Geschichte! Lügen; Lügen; L…
    … Es macht wirklich nur sehr wenig Spaß die Dinge zu beobachten. Bei Ihrem wirklich starken Verlangen von u zu Gerechtigkeit! Gerechtigkeit ist nur eine Vorstellung im Bewußtsein!? Wie viele Bücher sind schon – im besonderen von Schweizer Journalisten – als völlig unmöglich zerrissen worden; als total an den Haaren herbeigezogen worden; als frei [z]erfunden wurden? Die waren alle in Auschwitz, nur gerade dort waren sie nicht! Immer noch werden Bücher abgeschrieben – nur abgeschrieben; einer vom anderen – …!
    Es ist eine Wahrheit die noch gefunden werden muß. Lügenpresse – Wahrheitspresse? Es ist erschreckend; wie der doofe HITLER zum Nazi wurde; zum Nazi werden konnte, zum Nazi werden mußte!? Daß man mal etwas erfährt, was geradezu mit Absicht verfälscht wurde. Aber kann uns das die Audaen verdrehen über das eigene Land? Wenn alles so einfach wäre – da haben Sie unbedingt Recht. Nur, da ist noch eine Nuß zu knacken. Vielbeklagt von gewissen Leuten. Wie war das bei der Amtseinführung des Versagers Adolf? Ein Buch gibt darüber Auskunft: „Hitler war ein Britischer Agent!“ Das Buch wurde jetzt – man denkt es zu Recht eigenartig – zuletzt ins Deutsche übertragen. Wie kann man von einem Mann ein Wohlwollen gegenüber dem Deutschen Staat erwarten, der im Dienst einer fremden Macht stand? England‼ Um die Sache mehr zu verdeutlichen, warum sagt uns Niemand, daß der Großkopf Adolf perfekt Englisch sprach und Französisch? Wo war Hitler in der Zeit zwischen 1911 und 1914? Er war in England und Irland. Eigenartig, da gibt es eine Lücke in dem Geschichtsbewußtsein gewisser Leute. Das Victorianische Zeitalter mit anderen Mitteln läßt grüßen. Da gibt es Leute, die einen perfekten Überläufer erzeugen. Es ist so seit der Zeit von Fracis Woltingham. Der Herr schuf die Grundlage für den Englischen Geheimdienst. Die Sache war so zur Unterminierung fremder Staaten und des eigenen Staates. Der Agent Hitler war nur des letztmögliche Ergebnis dieses ‚Geheimdienstes‘.
    Nur nebenbei – wo blieb der Suchtexperte Dr. Morel? Er gab Hitler Suchtgift in überreichen Maß. War es Hitler oder waren es die Doppelgänger? Hitler hatte neun (9) von diesen Leuten schon 33. Jeder hatte diese Doppelgänger – auch z.B. Sir Churchill mehrere!
    Da ist zu sagen; selbst Göbels war nur belogen‼ Man sieht das in seinen Tagebuchaussagen; die doch bestimmt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Selbst der Göbels belogen. Der Trommler belogen!? Die Lüge Zieht sich durch alle Bereiche. Tagebücher …
    Noch etwas zur Unwahrheit. Die Deutschen hatten die Atombombe. „Und sie hatten sie doch!“ von Edgar Mayer & Thomas Mehner Koop (ISBN 978-3-86445-296-3). [Spektakuläre neue Indizien bestätigen: Hitler verfügte über die Atombombe]. Wie sich zeigt wurde das Biest Hitler wurde gefragt‚ ob er die A-Bombe einsetzen wollte? Die Antwort war ‚NEIN‘! Er wollte die A-Bombe nicht einsetzen. Man hatte dem Biest Hitler gesagt, daß 1oo.ooo Deutsche bei dem Abwurf sterben würden. Das ist aber nur ein Halm in der Vergangenheit. Warum dann marschierte der fiese Adolf in Polen ein? Das muß man sagen, daran ist Sir Winston Churchill schuld. Der Mann ging in der Zeit des bestehenden u viel beklagten Hitler-Stalin Paktes nach Moskau und gab dem Generallismus Stalin die Genehmigung, in Polen, so viele polnische Offiziere zu morden, wie er – Stalin – es für richtig hielt – natürlich nach dem Einmarsch in Polen. Die polnischen Piloten kämpften in IHREN eigenen Flugzeugen (aus Polen) gegen die Göring-Luftwaffe und gewannen so die Schlacht um England. Später, als die riesigen Haufen Leichen von Kathyn gefunden wurden, schob man diese den Deutschen zu … Wie immer …
    Als Frankreich besiegt war – was tat Hitler DA? Als die Englische und die Französische Armee waffenlos am Meer standen – was tat Hitler DA? Kassierte ER die ARMEEN, seine waffenlosen späteren Gegner; Feinde? NEIN! Er ließ diese laufen → nach GROß-BRITANIEN.
    Warum nahm er nicht Gibraltar ein; als es völlig gefahrlos war – das Tor zum Mittelmeer – das hätte ganze Armeen gespart. Rommel hätte sein Können im Reich zeigen können.
    Die Horten Brüder hatten ein völlig neues Flugzeug entwickelt mit Genehmigung von Göring . Einen Nurflügel-Jäger. Ein Jäger-Flugzeug der seiner Zeit um Jahrzehnte voraus war und England in einen Notstand bei Verteidigung und Radarabwehr gebracht hätte. Das sind Aussagen der Spezialisten, die die Maschine in den USA nachgebauten u getestet haben. Vor einem möglichen Einsatz verlangte Hitler; die Maschine in doppelter Größe zu erhalten, um den Kampf in die USA zu tragen; die USA zu bombardieren. Er gab den letzten Kriegsentscheidenden Vorteil auf mit einer Ausrede – er wußte um die Kriegsentscheidende Auswahl – er wußte daß das Model sofort aus dem Abwehrkampf genommen werden mußte – das Modell hätte im letzten Moment den Krieg entscheidend gewendet. Das mit dem Krieg in die USA tragen – ein haltloser Einwand – es fehlte die Zeit. Der Krieg war zu in seinem Ende gekommen.
    Bischof Clemens August v Galen – “Löwe v Münster”, Predigte gegen NS Euthanasie immerwährender protestierend gegen Nationalsozialismus und besonders gegen Hitler – was tat England in derselben Zeit? England zerstörte – bombardierte –seinen Dom – die Kirche in der er predigte auf den Grund, vollständig. Die Engländer äscherten total seine Stadt ein – obwohl sein Dom und seine Stadt keinerlei strategische Bedeutung besaßen. Drei Wochen danach werden die Morde an behinderten Menschen wegen der Proteste gestoppt. Nach der Pogrom-Nacht [Christall-Nach] 1938 bietet von Galen der jüdischen Gemeinde öffentlich an, öffentlich für sie, die jüdische Gemeinde, einzutreten.
    Bitte; achten SIE auf Kleinigkeiten! Der Schrieb von Hitler nach dem Attentat scheinbar gegen ihn in Polen war wahrscheinlich schon gefertigt VOR dem manipulierten Attentat‼ Aufrichtiger Gruß Dagobert R Forner
    — — —
    Die beiden Bücher sind es bestimmt Wert gelesen zu werden.
    („Hitler war ein Britischer Agent“ [ISBN 978-0-9852278-1-4] /„Hitler was a Britisch Agent“ Greg Hallet [ISBN 0-473-10453-9]
    Edgar Mayer + Thomas Meyer ˃ „Und sie hatten sie doch“ / (die A-Bombe) ǁ CD von Coop
    Mit herzlichem Gruß Dagobert R Forner
    === — === ↓↓↓
    Viktor Suworow [russischer Genral] ˃ ISBN: 3-608-91511-7 „Der Eisbrecher – Hitler in Stalins Kalkül“ 450 Seiten
    P.S. Sir Winston Churchill bei Stalin in der Zeit ‚Hitler Stalin Paktes‘ Stalin empfing Hitler …
    Dag R Forner Dipl Ing – 50169 Kerpen ║ forner@athenus.de

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