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Gesellschafterzoff bei NOZ Medien: Betriebsrat fordert von Eigentümerfamilien schnelles Einlenken

Joachim Liebler (links) und Axel Gleie
Joachim Liebler (links) und Axel Gleie Foto: NOZ

Der Streit der Gesellschafter um die Nachbesetzung des Holding-Geschäftsführers Joachim Lieblers hat bei den NOZ Medien hausintern hohe Wogen geschlagen. Alle Führungskräfte sind besorgt, dass die Ernennung des Ex-NOZ-Managers Thomas Keßler als Nachfolger von Joachim Liebler dem Osnabrücker Medienhaus wirtschaftlich schaden könnte. Jetzt hat der Betriebsrat an die Eigentümerfamilien appelliert, den Zwist schnell zu beenden.

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Immer mehr Briefe von Führungskräften der NOZ Medien erreichen Werner Ebke, Testamentsvollstrecker und Vertreter des Gesellschafterkreises um die Familie Fromm. Geschäftsführer und Chefredakteure fordern darin, den vor Jahren ausgeschiedenen Manager Thomas Keßler nicht als Nachfolger von Joachim Liebler in der Holding einzusetzen. Der Grund: Dies könne dazu führen, dass der Unternehmensgruppe ein “substanzieller Schaden” entsteht.

Doch bislang halten sich die beiden NOZ-Gesellschaftergruppen, die Familie Fromm und die Familie Elstermann, zu dem Aufruhr in den Reihen ihrer Manager und Chefs von Tochtergesellschaften bedeckt – sowohl betriebsintern als auch in der Öffentlichkeit. Ihre Zurückhaltung sorgt bei den mehr 3.000 Mitarbeitern für große Unruhe und drückt in der Belegschaft auf die Stimmung. Vor wenigen Tagen hat sich nun der Betriebsrat eingeschaltet. Er fordert die Gesellschaftergruppe des Osnabrücker Medienhauses auf, den Zoff in der Holding-Geschäftsführung schnell zu beenden: “Wir appellieren deshalb ausdrücklich an die Herausgeberfamilien, ihrer beiderseitigen Verantwortung für die Gruppe und ihre Mitarbeiter nachzukommen, die sichtbar gewordenen Gräben gemeinsam zuzuschütten und aufeinander zuzugehen, um zukunftsfähige Lösungen zu finden”, heißt es in einem Schreiben des Betriebsrats, das MEEDIA vorliegt.

NOZ-Führungskräfte haben Bedenken
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Hintergrund hierfür ist, dass die NOZ-Führungskräfte große Bedenken haben, falls Keßler seinen Job als Geschäftsführer in der NOZ-Holding antritt. Sie befürchten, dass er wichtige Leistungsträger verprellt und das Unternehmen dadurch wirtschaftlich destabilisiert werden könnte. Doch die Gesellschafterseite um die Familie Fromm will Keßler als ihren Mann in der Holding-Geschäftsführung einsetzen. Die Familie Elstermann ist hingegen strikt dagegen, den früheren Ganske-Vorstand zu den NOZ Medien zurückzuholen. Er hatte im April 2017 das Osnabrücker Verlagshaus im Streit verlassen. “Wir alle müssen seit Jahren auf Gehaltserhöhungen, einen Inflationsausgleich oder den Abschluss von Betriebsvereinbarungen verzichten, leisten dennoch mit großem Engagement kompetent unsere Arbeit, häufig deutlich über das vertraglich geschuldete Maß hinaus. Und dann müssen wir aus einem szenekundigen Internetportal von Ränkespielen, Machtkämpfen und Streitereien lesen, die geeignet sind, unsere gesamte Unternehmensgruppe zu gefährden”, erklären die Arbeitnehmervertreter.

Laut dem Betriebsrat steht das Unternehmen mit dem derzeitigen Holding-Geschäftsführer Axel Gleie wirtschaftlich gut da. So stehe das Zeitungshaus, zu dem das “Flensburger Tageblatt” und die “Schweriner Volkszeitung” gehören, bei allen relevanten Daten “im bundesweiten Vergleich an erster Stelle”, meint die Arbeitnehmervertreter. Dies würde auch die Herausgeber freuen. “Insofern haben sie auch objektiv keinerlei Veranlassung, sich von diesem erfolgreichen Projekt abzuwenden oder die Fortsetzung dieses großartigen Weges durch kleinkarierten Streit zu gefährden. Ein Streit, der seinen Ursprung aber offenbar nicht erst in der Suche nach einem Nachfolger für Joachim Liebler hat”, meint der Betriebsrat.

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