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„Ein ganz schlechtes Zeichen“: Tele-Columbus-Chef Degenhardt verlässt Unternehmen

Timm Degenhardt Foto: Tele Columbus AG

Der Chef des kriselnden Kabelnetzbetreibers Tele Columbus, Timm Degenhardt, verlässt im kommenden Jahr das Unternehmen. Er werde seinen Ende August auslaufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender nicht verlängern, teilte Tele Columbus am Dienstag mit. „Grund für seine Entscheidung sind die Veränderungen im Aufsichtsrat“, hieß es.

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Auf der Hauptversammlung des Unternehmens Ende August hatte sich der Großaktionär United Internet überraschend mit einer eigenen Liste für den Aufsichtsrat durchgesetzt. Das Gremium war um zwei Plätze verkleinert und personell vollständig austauscht worden. Der Großaktionär hatte sämtliche neue Mitglieder vorgeschlagen.

Der Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Michael Kunert, kritisierte den angekündigten Abgang Degenhardts. „Das ist ein ganz schlechtes Zeichen“, sagte er am Dienstag. „Das bedeutet, dass der Machtkampf weiter geht.“ Den Einstieg von United Internet hatte er damals als „Übernahme durch die Hintertür“ bezeichnet.

Tele Columbus ächzt unter einer hohen Schuldenlast. Hinzu kommt ein hoher Kapitalbedarf für den weiteren Netzausbau. 2018 war fast das gesamte Management ausgewechselt worden.

dpa

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