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Spiegel-Verlag: Digitale Paid-Content Erlöse sollen Print-Rückgänge 2019 überkompensieren

Spiegel-Verlagschef Thomas Hass
Spiegel-Verlagschef Thomas Hass

Der Spiegel-Verlag will 2020 mehr umsetzen. Ein Grund hierfür ist, dass das Medienunternehmen das Digitalangebot des Nachrichtenmagazins weiter ausbaut. Auch im laufenden Geschäftsjahr soll der Gruppenumsatz voraussichtlich leicht um eine Million auf 262 Millionen zulegen. Dazu trägt unter anderem ein Vertriebsplus bei. Verlagschef Thomas Hass rechnet damit, dass Ende dieses Jahres die Mehrerlöse aus "Spiegel+" größer sind als die Rückgänge bei Print.

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“Spiegel”-Chefredakteur Steffen Klusmann hätte sich bessere Startbedingungen wünschen können. Der Fälschungsskandal um den früheren “Spiegel”-Reporter Claas Relotius überschattete 2019 die Fusion der Online- und Printredaktion und den geplanten neuen Markenauftritt von “Spiegel Online”. Doch nun ist der frühere “manager magazin”-Chefredakteur fast am Ziel. Der Aufbau der Gemeinschaftsredaktion ist weit fortgeschritten. Und das Web-Angebot des digitalen Spiegel ist kurz davor, im neuen Glanz zu erstrahlen. So wird “Spiegel Online” 2020 in “Der Spiegel” umbenannt – damit wachsen Print und Online auch nach außen sichtbar zusammen.

Digitalgeschäft soll auf 30% Umsatzanteil wachsen

In die neue Ära des Digital-Angebots setzt der Verlag wirtschaftlich große Hoffnungen. “Insgesamt wollen wir 2020 den Erlös beim ‘Spiegel’ weiter steigern“, erklärt eine Spiegel-Sprecherin auf Anfrage von MEEDIA. Dazu sollen vor allem die digitale Geschäfte beitragen. So plant das Medienunternehmen an der Ericusspitze, den Anteil der digitalen Erlöse am Gesamtumsatz im nächsten Jahr auf mehr als 30 Prozent zu erhöhen. “Die Zuwächse kommen vor allem aus ‘Spiegel+‘. 2020 wird außerdem die nächste Generation des digitalen Spiegel sichtbar – das bedeutet zugleich die Weiterentwicklung unserer gesamten Produktwelt mit Reichweiten- und Bezahlangeboten aus einem Guss”, erklärt die Unternehmenssprecherin. “Mehr als ein Viertel unserer Umsätze kommt inzwischen aus dem Digitalgeschäft, das 2019 im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich wachsen kann”, so die Sprecherin.

Für das Geschäftsjahr 2019 geht Spiegel-Verlagschef Thomas Hass davon aus, dass die Gruppe moderat wächst. “Wir erwarten für das laufende Jahr stabile, leicht wachsende Umsätze – der Gesamtumsatz in der Spiegel-Gruppe wird voraussichtlich bei 262 Millionen Euro liegen, das sind eine Million Euro mehr als 2018”, betont die Verlagssprecherin gegenüber MEEDIA. Dabei würden sich die einzelnen Sparten unterschiedlich entwickeln. “Im Vertriebsgeschäft wachsen unsere Digitalangebote stärker als erwartet. Wir nehmen uns für 2019 sogar ein Vertriebsplus vor, denn wir rechnen damit, dass Ende dieses Jahres die Mehrerlöse aus ‘Spiegel+‘ größer sind als die Rückgänge bei Print.” Doch das ist nicht alles: “Auch in der Vermarktung schneiden wir besser ab als der Wettbewerb“, ergänzt sie.

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2019 lief beim “Spiegel” besser als gedacht

Dennoch sei es noch zu früh, konkretere Aussagen über das Geschäftsjahr 2019 zu treffen. So geht das Printhaus davon aus, dass der testierte Jahresabschluss wie gewohnt erst im Mai 2020 vorliegt. “Wir können aber bereits sehen, dass das Ergebnis des laufenden Jahres besser ausfallen wird, als wir es eigentlich geplant haben. Wir werden an das sehr gute Geschäftsjahr 2018 anschließen und somit trotz unseres Reformkurses unsere wirtschaftliche Stabilität erhalten können”, sagt die Unternehmenssprecherin.

Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete die Spiegel-Gruppe bei einem Umsatz von 261 Millionen Euro einen Konzernjahresüberschuss von rund 30,65 Millionen Euro, wie aus dem jetzt im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht der Spiegel-Gruppe für 2018 hervorgeht. Dort hatte Firmenchef Hass für das laufende Geschäftsjahr noch einen Ertragsrückgang prognostiziert. Wörtlich: “Gegenüber dem guten Ergebnis 2018 wird für den Spiegel-Konzern im Jahr 2019 deshalb von einem Jahresüberschuss ausgegangen, der 5 bis 10 % geringer ausfallen könnte.” So, wie es sich jetzt zeigt, wird sich der Verlagschef gerne korrigieren.

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