Anzeige

Nach Hinweis durch die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein: YouTube sperrt 300 Bushido-Videos

Nach einem Hinweis der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat der Bewegtbild-Gigant YouTube 300 Videos des Rappers Bushido gesperrt. Die Videos enthalten einzelne Tracks aus dem als jugendgefährdend indizierten Album „Sonny Black“ oder sogar das gesamte Album.

Anzeige

Das Album „Sonny Black“ war im Erscheinungsjahr 2014 zunächst ein kommerzieller Erfolg, bekam in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine goldene Schallplatte. Zum 30. April 2015 wurde es von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) als „jugendgefährdend“ eingestuft und damit indiziert. Damals hieß es von der BPjM-Chefin Elke Monnsen-Engberding, das Album wirke auf Kinder und Jugendliche „verrohend“, zudem würden Homosexuelle und Frauen diskriminiert und ein „krimineller Lebensstil“ verherrlicht.

Erst vor wenigen Wochen hat das Bundesverwaltungsgericht die Indizierung des Albums endgültig bestätigt und damit einen jahrelangen Rechtsstreit beendet: „Die hemmungslose Gewaltdarstellung zieht sich durch die Titel“, sagte Richter Thomas Heitz zur Urteilsbegründung. Frauen und Homosexuelle würden durch „vulgäre Sprache“ herabgewürdigt.

Da das Album als jugendgefährdend indiziert ist, darf es nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Auch im Internet muss durch Zugangsbeschränkungen sichergestellt werden, dass es für Kinder und Jugendliche nicht frei zugänglich ist. Geschieht dies nicht, liegt ein Verstoß gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) vor.

Die MA HSH hatte bei Recherchen entdeckt, dass die Videos mit Musik aus „Sonny Black“ frei auf YouTube zugänglich waren. Nach Meldung der Videos durch die MA HSH und ihrer Sperrung durch
Google sind sie für Nutzer in Deutschland nun nicht mehr aufrufbar, so die Medienanstalt.

Anzeige