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Bewegung im Zeitungsmarkt der Hauptstadt: Rücken „Tagesspiegel“ und „Berliner Morgenpost“ näher zusammen?

Der Markt für Tageszeitungen in Berlin ist notorisch schwierig. Nun könnte bald ein wenig Bewegung in die Sache kommen. Wie „Horizont“ schreibt, loten der „Tagesspiegel“ (DvH Medien) und die „Berliner Morgenpost“ (Funke) eine Kooperation bei der regionalen Anzeigenvermarktung aus. Der „Tagesspiegel“ ist dabei in der deutlich stärkeren Position.

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Vor ein paar Tagen sollen Vertreter der Funke Mediengruppe und der Dieter von Holtzbrinck Medien (DvH Medien) beim Bundeskartellamt in der Sache vorstellig geworden sein, schreibt „Horizont„. Es gehe dabei um eine gemeinsame regionale Vermarktung der beiden Titel. Möglich wäre dies theoretisch, da das Wettbewerbsrecht bei Kooperationen zwischen Verlagen auf kaufmännischer Ebene deutlich gelockert wurde.

Die Pläne seien recht konkret, heißt es und würden bedeuten, dass der „Tagesspiegel“ vom Frühjahr 2020 an die regionale Vermarktung der „Berliner Morgenpost“ übernehmen würde. Die nationale Vermarktung beider Titel soll getrennt bleiben. Kommt es dazu, würde der „Tagesspiegel“ auch – entgegen anderer Planungen – beim nordischen Format bleiben. Beide Zeitungen brauchen dasselbe Format, wenn sie gemeinsam vermarktet werden.

Im Gespräch seien auch noch weitere Dienstleistungen im Vertrieb und im Lesermarketing. Der „Tagesspiegel“ würde umgekehrt lediglich auf Callcenter-Kapazitäten der „Morgenpost“ zugreifen. Die Holtzbrinck-Zeitung wäre bei einer solchen Kooperation der deutlich dominante Partner. Der „Tagesspiegel“ ist im Berliner Markt ohnehin am stärksten aufgestellt. Die Zeitung betreibt mit „Checkpoint“ und zahlreichen Bezirks-Newslettern ein erfolgreiches Digitalangebot. Dank einer guten Entwicklung beim E-Paper ist auch die Auflage einigermaßen stabil – im Gegensatz zu den beiden Konkurrenzblättern „Berliner Morgenpost“ und „Berliner Zeitung“. Kommendes Jahr soll beim „Tagesspiegel“ zudem eine Paid-Content-Offensive im Digitalen folgen.

swi

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