Partner von:
Anzeige

Vox Up vor Sendestart: Testballon mit neuem Vermarktungskonzept

Vox Up-Senderchef Oliver Schablitzki
Vox Up-Senderchef Oliver Schablitzki Foto: Mediengruppe RTL

Die Mediengruppe RTL startet am Sonntag den neuen Sender Vox Up. Dabei probiert die Bertelsmann-Tochter ein neuartiges Werbekonzept aus. Erstmals im deutschen TV-Geschäft koppelt der Fernsehriese zeitgleich die Werbe-Inseln auf den beiden linearen Kanälen Vox und Vox Up. Die Rechnung der RTL-Vermarkter könnte aufgehen. Andrea Malgara, Geschäftsführer von Mediaplus, rechnet damit, dass sich Vox Up auf dem hart umkämpften Fernsehmarkt etabliert.

Anzeige

Die deutsche Fernsehbranche ist völlig übersättigt. Dennoch wagt die Mediengruppe RTL, einen weiteren linearen TV-Sender zu starten. Der Name: Vox Up. Er geht am Sonntag um 20.15 Uhr an den Start. Senderchef Oliver Schablitzki, der auch Nitro und RTLplus verantwortet, hat hierfür eine klare Zuschauergruppe im Blick: “Unsere Kernzielgruppe sind die Frauen ab 30 Jahre, die Vox lieben”, sagt er gegenüber MEEDIA. Diese seien in der Werbewirtschaft “sehr nachgefragt”.

Weibliche Zielgruppe im Blick

Passgenau strahlt der neue Sender Serien-Klassiker wie “Ally McBeal” und “McLeods Töchter” aus, aber auch Vox-Formate wie “Shopping Queen” oder “Das perfekte Dinner” sind dabei. Schablizki: “Vox Up wird einen bunten Mix aus bekannten Vox-Brands, Free-TV-Premieren und neuen Eigenproduktionen rund um die beliebten Themenwelten von Vox bieten. Dabei ist uns vor allem wichtig, dass die Themenblöcke wie Wohnen, Genuss und Tiere komplementär zum Muttersender gesetzt werden, denn dadurch empfängt der Vox Up-Zuschauer seine Lieblingsformate jetzt fast zu jeder Zeit auf gleich zwei Sendern”, beschreibt er das Konzept. Auch Free-TV-Premieren und neue Eigenproduktionen stünden auf dem Programm. So will der neue Sender die Dokureihe “Mein Traumhaus am Meer” Anfang Dezember in Erstausstrahlung zeigen. Zu sehen sein wird auch die Doku-Soap “Ein Baby zieht ein” als Free-TV-Premiere. Doch das sei nicht alles, verrät Schablitzki: “Für 2020 produziert RTL Studios außerdem eine Doku-Soap mit Spielcharakter zum Thema Camping für den neuen Kölner Sender.”

Schablitzki sieht für den Sendestart den richtigen Zeitpunkt: “Lineares Fernsehen spielt nach wie vor eine immense Rolle – knapp drei Stunden eines Tages beziehen Erwachsene zwischen 14 bis 59 Jahre durchschnittlich lineares Fernsehen. Wenn man sich Vox Up-ähnlich angelegte Sender der Mediengruppe wie etwa Nitro oder RTLplus anschaut, dann haben sich sowohl die Marktanteile als auch die Reichweite im Vergleich zum Vorjahr steigern können.“ Zudem verfüge Vox als bislang einziger Sender der Mediengruppe RTL Deutschland über keinen Ableger. Perspektivisch soll Vox Up außerdem das Angebot des hauseigenen Steamingdienstes TVNow ergänzen: “Wir werden also unser Gesamtportfolio – digital wie analog – erweitern”, sagt der Senderchef.

Neues Vermarktungskonzept
Anzeige

Bei dem neuen TV-Kanal verfolgt die Mediengruppe RTL ein neues Vermarktungskonzept. Erstmals im deutschen TV-Geschäft plant die Bertelsmann-Tochter, auf dem Hauptsender Vox und dem neuen Free-TV-Kanal zeitgleich Werbeinseln auszustrahlen. Der Vorteil: Ad Alliance-Chef Matthias Dang kann hierdurch die Nettoreichweite des Bertelsmann-Werbebündnisses ausbauen. Mit dem neuen Vermarktungsansatz bei Vox Up schlägt die Ad Alliance neue Wege ein. Dang versucht, jetzt zusätzlich innerhalb des TV-Segments des Bertelsmann-Imperiums für Vermarkter attraktiver zu werden. Bislang verfolgte das Werbebündnis die Strategie, Synergien verschiedener Unternehmenseinheiten des Gütersloher Medienkonzerns zu heben. So ermöglicht die Ad Alliance Kunden beispielsweise die Option, Werbung gattungsübergreifend zu platzieren. Also etwa Print-Werbung in dem zu Gruner + Jahr gehörenden Frauenmagazin “Guido” um den Modemacher Gudio Maria Kretschmer zu schalten und gleichzeitig TV-Werbung in dessen TV-Sendung “Shopping Queen” zu platzieren. Dennoch bekommen die Vermarkter keine finanziellen Bonbons, wenn ihre TV-Spots zeitgleich über beide Kanäle flimmern: “Die Kunden, die Vox buchen, bekommen die Reichweite von Vox Up dazu, ein explizites Kombi-Angebot ist dafür nicht notwendig”, betont Schablizki.

Mediaplaner Malgara ist zuversichtlich

Das neue Vermarktungskonzept könnte aufgehen. Denn Mediaagenturen erwarten, dass der neue Sender seinen Platz im fragmentierten Fernsehmarkt findet. Davon geht zumindest Andrea Malgara, Geschäftsführer bei Mediaplus, aus. “Vox Up bringt einen spannenden Vermarktungsansatz mit sich, weil der Sender unabhängig und kein Multiplex ist und deshalb auch die gleiche Zielgruppe wie Vox selbst bedienen muss“, meint der TV-Spezialist. So hänge der Erfolg des Senders maßgeblich von der Programmqualität ab. Wichtig sei aber auch, wie viel Marketing die Sendergruppe für das neue Angebot macht. “Je erfolgreicher der Sender im Zuschauermarkt wird, desto kritischer wird es aufgrund der Zuschauerkonsistenz zwischen den beiden Sendern für den Erfolg im Werbemarkt – bei spitzen Zielgruppen wird es also problematisch“, meint der Mediaplus-Geschäftsführer.

Für die Mediengruppe RTL ist der Erfolg des neuen TV-Kanals besonders wichtig. Denn Branchenbeobachter rechnen damit, dass Vox Up eine Art Testballon ist. Sollte sich der Sender etablieren und der neue Vermarktungsansatz fruchten, könnte der Kölner Fernsehriese Werbeinseln anderer TV-Sender innerhalb des Konzerns ebenso miteinander synchronisieren. RTL-Konkurrent ProSiebenSat.1 hat hingegen keine Absicht, hier nachzuziehen: “Wir planen derzeit nicht, identische Werbeinseln auf verschiedenen Sendern zu zeigen. Unsere Sender sind mit zielgruppen-optimierten Kampagnen in den jeweiligen Programmumfeldern gebucht”, so eine Sprecherin gegenüber MEEDIA.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia