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“Das Schicksal der Zeitungen mit dümmlicher Ignoranz begleitet” – Medienprofessor Pörksen über die Krise der Presse

Bernhard Pörksen
Bernhard Pörksen Foto: YouTube/NZZ

Der Tübinger Medienprofessor Bernhard Pörksen hat der Politik vorgeworfen, die Probleme der Zeitungsbranche größtenteils zu ignorieren. "Weite Teile der Politik besitzen überhaupt kein Bewusstsein für die drohende Existenzkrise des seriösen Journalismus. Und sie haben keine Vorstellung davon, wie man dieser Krise politisch begegnen könnte", sagte Pörksen dem Reutlinger "General-Anzeiger".

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Es gebe eine Refinanzierungskrise und eine Vertrauenskrise der Zeitungen, konstatiert Pörksen in dem Interview mit dem Reutlinger “General-Anzeiger”. “Einzelne Milieus vertrauen den Medien nicht mehr, und es hagelt pauschale und unbegründete Lügenpresse-Vorwürfe – bis weit in das bürgerliche Lager hinein.” Bei der Frage, wie das MediumTageszeitung in Zukunft zu retten sei, seien “die unterschiedlichsten Kräfte gefragt”. Der Medienwissenschaftler sieht neben Journalisten auch die Politik, die Verlage, die Zivilgesellschaft und die akademische Welt mit in der Verantwortung. Diese Akteure hätten bisher “das Schicksal der Zeitungen mit einem Höchstmaß an dümmlicher Ignoranz begleitet, ganz so, als könnte man irgendwann mit den eigenen Themen zu RTL 2 umziehen.”

Was helfe, so Pörksen, sei die Subventionierung von Zustellungskosten. Der Einstieg des Staates in die Förderung speziell der Zustellkosten für Zeitungsverlage wird voraussichtlich noch in dieser Woche im Bundestag behandelt. Was man diskutieren könne sei außerdem, politikferne Stiftungen zur Zeitungsfinanzierung hinzuzuziehen. Kritischer, unabhängig recherchierender Journalismus müsse unbedingt erhalten werden, so Pörksen: “Unabhängiger Journalismus ist systemrelevant, zumindest in einer Demokratie.”

Der Haushaltsausschuss hatte unlängst einen Antrag der Koalitionsfraktionen Union und SPD zur Unterstützung der Zustellung von Abonnementzeitungen und Anzeigenblättern in Höhe von 40 Millionen Euro für das Jahr 2020 beschlossen. Allerdings sollen die Ausgaben bis zur Vorlage eines Gesamtkonzepts durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gesperrt bleiben. Hintergrund des Ganzen sind auch rückläufige Auflagenzahlen von Tageszeitungen in Deutschland und der digitale Wandel.

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Alle Kommentare

  1. Vor langer Zeit fand ich bei Albert Camus Folgendes: Über den modernen Menschen wird man sagen, er hurte und las Zeitungen.
    Letzteres ist Gottseidank überholt, und niemand muss es bedauern.

  2. Die Krise der gedruckten Medien ist nicht (nur) eine Vertrauenskrise.
    Denn betroffen sind fast alle gedruckten Medien, dazu gehören Fernsehzeitschriften, Yellows oder Jugendzeitschriften.
    Kurzum es ist einfache ein Krise einer Produktgruppe.

    Leider hat sich die positive Entwicklung der deutschen Demokratie bisher parallel zum wirtschaftlichen Erfolg Printmedien entwickelt, ein Teil davon eben auch Printmedien mit politischer Berichterstattung.
    Was wir nicht wissen: Entwickelt sich die deutsche Demokratie schlechter , wenn es bald kaum noch Printmedien gibt?
    Da hilft der Blick in die Glaskugel.

  3. Zeitungsverlage sind Wirtschaftsunternehmen, Zeitungen ihre Produkte. Wenn sich dafür – warum auch immer – keine Kunden mehr finden, dann verschwinden die Produkte eben, und ggf. auch die Unternehmen.
    Steuergeld zur Rettung angeblich systemrelevanter Zeitungen einzusetzen, kann sicher nicht die Lösung sein.

  4. Was die Unterstützung der Zustellung von Anzeigenblättern mit kritischem und unabhängig recherchierendem Journalismus zu tun hat, erschließt sich mir nicht ganz. Aber solcher Journalismus existiert auch weiterhin, zum Beispiel durch Organisationen wie CORRECTIV. Nur eben nicht in der Mehrzahl der Tageszeitungen. Hat es aber auch schon nicht vor der “Zeitungskrise”. M.E. wären hier weniger die Politik, sondern eher die Zeitungsverlagshäuser gefordert.

  5. Diese Publikumsbeschimpfung hat mich überzeugt. Ich fang mal mit 1€ an und reiche den Hut weiter.

  6. Sehr geehrter Herr Professor Pörksen,

    Ihre im Reutlinger Generalanzeiger dargelegten Gedanken über eine drohende „Existenzkrise des seriösen Journalismus“ kann ich ganz und gar nicht teilen. Es sind nicht „einzelne Milieus“, die den Medien nicht mehr trauen, sondern breiteste Bevölkerungskreise. Und dies – das muss ich Ihnen sowohl aus meiner aktiven Praxis als Journalist, als auch als jahrzehntelang an den Landesgerichten Tirol und Vorarlberg tätig gewesener beeideter und zertifizierter Gerichtssachverständiger für Medien und PR leider (und zu meinem eigenen berufsbildlichen Bedauern) sagen – mit gutem Grund. Die Entwicklung war und ist in einem Relotius- und Menasse-, Bild- und ZDF-Land wirklich nicht anders zu erwarten. In Österreich übrigens ganz gleich. Der größte Fehler wäre es, die marktgesetzlichen Selbstreinigungskräfte (die natürlich bisweilen zu Insolvenzen führen können und müssen) an ihrer Entfaltung zu hindern – und das noch dazu mit Steuergeld! Sind schon öffentliche Presseförderungen völlig kontraproduktiv, würde eine Unterstützung der Zustellungskosten den dringend nötigen Wettbewerb zum Nachteil z.B. nicht-haptischer Produkte noch weiter verzerren. Die journalistische Wahrheit muss und wird langfristig auf eigenen Beinen stehen können (müssen). Von traumtänzerischen Politikern beschlossene „Medienrettungspakete“, die ihnen mäßig weiterdenkende „Experten“ empfehlen, verschlimmbessern die Vertrauenslage nur noch mehr. Man soll, wie die Indianer so schön sagen, nicht versuchen, weiterzureiten, wenn man merkt, dass das Pferd tot ist, sondern absteigen und das Pferd würdig bestatten.

    Ich empfehle übrigens generell Leuten, die selbst im Glashaus sitzen, nicht leichtfertig mit Steinvokabeln (à la „dümmliche Ignoranz“) um sich zu werfen.

  7. Die Senkung der Mehrwertsteuer auf 7% ist keine Subventionierung, sondern eine Steuerentlastung, die an anderer Stelle durch Steuern auf Logistik und Zustellung mehr als aufgewogen wird.
    In einem Land, das Stadt und Land mit dem Grundsatz der gleichwertigen Lebensverhältnisse ausgleichen möchte, ist die Absenkung der Mehrwertsteuer nur ein erster vernünftiger Schritt.

    Gerade auf dem Land muss die Zeitungsversorgung sicher gestellt werden, denn in Funklöchern und Lokalzeitungs-losen Landkreisen feiert die braun-blau-rote Klientel ihren Hinterwelt-Populismus.

    Franz-Josef Strauß hatte es früher das Problem der engen Täler genannt, bei denen die Menschen nur den eigenen Kirchturm im Blick haben.

    Heute sorgen Funklöcher, geschlossene AfD-Facebook-Rotten und aussterbende Lokalredaktionen für die Rückkehr des Mittelalters im Lande.

    Lichtblick: die Formeln, Schimpf- und Hassworte klingen längst hohl.

    Ständige Wiederholungen, Pauschalanwürfe ohne konkreten Bezug und ohne Sachbeispiel sind klar erkennbar.

    Der Peak der hybriden Sockenpuppen-Propaganda ist überschritten.

    1. Also ich bin keine Sockenpuppe und schreibe auch unter richtigen Namen. 😉

      Vielleicht können wir uns darauf einigen, daß der ermäßigte MWSTsatz zumindes eine indirekte Subventionierung ist.

      Sicher, gegen die, die im Internet nur in ihrer Seifenblase leben bin ich auch. Das Problem ist doch aber auch, daß die Zeitungen gar nicht mehr so pluralistisch sind, wie sie mal waren.

      Nun bin ich als 1979 geborene Leserin zu jung, um in den 80er Jahren FAZ oder FR gelesen zu haben, aber wenn man sich auf Mikrofilm
      ( auch ein altes Medium ) Artikel von damals durchliest, dann sind dort wesentlich mehr Strömungen abgedeckt als heute.
      Heute bedient man nur noch die schwindene Altleserschaft.
      Man nutzt auch das Medium Papier viel zu wenig.
      Zu wenig Rätsel, Ausmalbilder, Comics, Beilagen, usw.
      Da könnte man gerade in der Wochenendausgabe vieles machen.

      Jetzt wo das Geschäftsmodell wegen der wegbrechenden Anzeigen nicht mehr aufgeht ruft man nach Vater Staat, anstatt sich mal zu fragen welchen Anteil man selbst an der Misere hat.

      1. Das Kernproblem: Journalisten kosten je Stunde zwischen 29-140 ‎€. Vor-Ort-Termine plus Redaktion binden Kosten zwischen 100-700 ‎€, b‎ei enormen Wachstum der Nachrichtendichte.

        Digital-Erlöse liegen bei 61ct/1000 Kontakte und 20 € pro 1000 Video-Views. Das liegt inzwischen in der Höhe der Stromkosten bzw. sogar darunter, wenn man bis zum Denix-Knoten rechnet.

        Das ganze System ist transaktionsökonomisch krank und spart sich selbst kaputt.

        Der Ausweg ist brutal …. disruptiv, innovativ, überwindet alte Konventionen:
        – Digitale Zeitungen entfalten einen Schirm von Stadtrechten
        – Stadtbürgerschaft muss neu verhandelt werden
        – Stadtbürger müssen sich bei der Zeitung akkreditieren, um
        alle digitalen Nutzenfunktionen in Anspruch nehmen zu
        können.
        – eine Schumpeter-Unit in Berlin macht den Rulebreaker.

    1. Pass mal auf, Freundchen: Als Leser einer Tageszeitung verwahre ich mich dagegen, vor dir, der sich auch noch „Demokrat“ nennt, als Idiot beschimpft und beleidigt zu werden! Aber schon Adorno wusste, dass sich Leute, die die Demokratie abschaffen wollen, am liebsten selbst als die besten Demokraten bezeichnen: „Das offen Antidemokratische fällt weg, im Gegenteil, man beruft sich immer auf die wahre Demokratie und schimpft die anderen antidemokratisch.”

      Aber er wusste auch, dass die neuen Rechtsextremen „sich in Wahnsysteme steigern“. Insofern kann man deinen Kommentar auch als unzurechnungsfähig bezeichnen.

  8. Subventionierung von Zustellungskosten – weil das Produkt noch nicht einmal geringste Entlohnung abdecken kann?
    Wenn das Produkt so mies ist, dann hat es am Markt nichts mehr verloren.
    Abgesehen davon ist es doch eine Ressourcenverschwendung schlechthin.
    Wieso hilft hier keine Digitalisiserung? Warum sollte ein unabhängige Presse sich vom Steuerzahler bezusschussen lassen müssen?

  9. Bernhard Pörksen hat das zu pauschal formuliert:

    “Weite Teile der Politik besitzen überhaupt kein Bewusstsein für die drohende Existenzkrise des seriösen Journalismus. Und sie haben keine Vorstellung davon, wie man dieser Krise politisch begegnen könnte”.

    Denn eine Partei verfolgt in Foren, Medien und sozialen Medien eine faschistische Strategie des “Mißtrauens-Engineering”, das sich gegen Presse insgesamt richtet, und gegen Personen im Berufsfeld.

    Die Kampagne der “blau-roten” Männlein & Weiblein wird auch hier im Forum geführt.

    Was dabei außen vor und unbekannt ist:

    Sind es Rechtspopulisten, oder Agenten des hybriden Krieges?

    Ich gehe bis zum Beweis des Gegenteils immer von Letzteren aus, denn echte bodenständige Rechtspopulisten stehen mit ihrem Namen ein, nicht mit Sockenpuppen.

    1. Natürlich muss für antifaschistische Dummschwätzer wieder die AfD herhalten, wenn die Abonnenten keine Lust mehr haben, für den täglichen Auswurf von linksversifften Journaillen zu bezahlen.

      1. Ist nur seltsam, dass erst seit dem Aufkommen der AfD von „antifaschistische[n] Dummschwätzer[n]“ und „linksversifften Journaillen“ u. Ä. gesprochen wird, meinen Sie nicht, „Mimimi“?

    2. Das Misstrauen in die Presse und die Staatssender muss überhaupt nicht durch böse Parteien oder wenn auch immer geschürrt werden. Jeder Leser/Zuschauer, der nicht völlig von der Regierungslinie ideologisch eingenordet wurde, fällt die Einseitigkeit der Berichterstattung, das Auslassen wirchtiger Informationen – sprich: die Manipulation durch den Großteil der Medienmacher in diesem Land auf.
      Im Grunde ist ein Zeichen von demokratischer Reife, wenn immer mehr Leser und Fernsehzuschauer aufwachen und sich diesem gesteuerten Zugriff auf die eigene Urteilsfähigket entziehen.

    3. “Agenten des hybriden Krieges” sind die Ursache für das Sterben von Zeitungen? Selten so gelacht!
      Von Ihnen wird einfach ignoriert,daß es die ständig angesprochene “unabhängige seriöse” Berichterstattung gedruckt kaum noch gibt. Vielfalt? Die relevanten Medien sind im Besitz weniger Familien – es sind fünf oder sieben. Dazu kommt eine Partei, die SPD, die inzwischen zu einem Medienkonzern mit angeschlossener Partei mutiert ist.

      Zumindest die grösseren Blätter sehen sich eher als diejenigen,die ihre Leser belehren statt zuerst halbwegs neutral zu informieren.
      Das letztere übernehmen Blogger, die sich wirklich Mühe geben und recherchieren. Natürlich auch nicht alle.
      Dies gilt für Politik und überegionale Nachrichten.

      Richtig ist, daß die Regionalteile häufig noch ordentlich informieren statt zu belehren – gilt auch für den Sport.

      Allerdings reicht das vermutlich rein wirtschaftlich nicht aus. Wird auch von anderen regionalen Medien wie Rundfunk und TV ausgefüllt.

      Den gedruckten Medien ergeht es wie anderen, vorher analogen Techniken: Sie haben ausgedient und werden verschwinden!
      Es geht nur schneller als erwartet. Daran sind besagte Medien aber zu einem guten Teil selbst schuld, gerade weil sie ihre Funktion “kritische Regierungskontrolle” in erheblichem Umfang vernachlässigt haben. Da liegen sie mit ARD/ZDF auf einer Linie, zumindest fast.

      Die stärkste Opposition in vielen Bundesländern wird vernachlässigt und nur mit verstaubten Kampfbegriffen wie “Nazi/usw.” bedacht. Deren Wähler werden beschimpft, dabei sind das Menschen, die auch Zeitungen kaufen; jetzt nicht mehr.

      Mal sehen, ob das veröffentlicht wird.

  10. Zumindest an dem Vertrauensproblem ist doch aber die Journallie selbst Schuld, oder? Denn falls es die Politik wäre, würde das ja indirekt bedeuten, dass es den Staatsjournalismus (vulgo Hofberichterstattung) doch gäbe.
    Und klar, Subventionen fördern die Unabhängigkeit. Das ist sicher empirisch belegbar. Wenn ein anderer von Geld abhängig ist, das ich ihm zustecke, würde der doch nie auf die Idee kommen, auf meine Pressewünsche Rücksicht zu nehmen. Diese Annahme ist ja absurd.

  11. Eine Person, die selbst diverse Zeitschriften herausgibt, im Beirat diverser anderer Zeitschriften tätig ist, selbst in Zeitungen, Zeitschriften und Büchern publiziert etc. fordert also die massive Subventionierung von eben solchen Print-Produkten.

    Toll, dass es auf dieser Welt immer noch so völlig uneigennützig agierende Personen gibt!

  12. Jeder Haushalt muss bereits jetzt eine Menge Geld für den Regierungsfunk abdrücken, ob er die Sender nutzt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Jetzt soll unser sauerverdientes Geld auch noch für die Subventionierung von Printprodukten ausgegeben werden, die keiner mehr lesen möchte. Ein Grund iat die zunehmend unkritische Nähe zur Regierung. Inwiefern dies das demokratische System stabilisieren soll, muss mir noch genauer erklärt werden. Es wird auf noch mehr Hofbericherstattung hinauslaufen.

    1. Wenn € 17,50 für Sie „eine Menge Geld“ sind, wirft das einen bezeichnenden Blick auf Ihre finanzielle Situation. Der Rest Ihres Kommentars auf Ihre politische Einstellung.

  13. Zeitungen sind out.

    Fernsehsender sind out.

    Und warum?

    Weil der mündige Bürger in diesen seine Welt nicht mehr findet. Weil Redaktionen ihre eigene Welt erschaffen, welche einfach nicht die ist welche der mündige Bürger vor seiner Haustür findet. Das ist sehr unbefriedigend und deswegen sucht sich der mündige Bürger einfach andere Informationsquellen.

    “Zeitungs- und Fernsehsterben von seiner schönsten Seite”

    um mal ein Zitat umformuliert zu nennen, dessen Original genau das ist, was der Bürger nicht will, die Median aber glauben verbreiten zu müssen.

  14. Nuhr + Kieler Nachrichten + Stalin und Hitler = Lügenpresse

    Fragen, Herr Pörksen?

    Und die soll man auch noch subventionieren?

  15. Journalisten, Verleger und Redaktionen: Aufgewacht!

    Aufstand, Krawall, Disruption, Dekonstruktion und Re-Syntegration sind unerläßlich!

    Denn Leser-Paywalls töten Diskurse & Demokratie. Programmatic Ads
    lassen den Mittelstand sterben.

    Weltweit wird in mehrere hundert SmartCity-Strategien investiert, die Metropolen mit Rechenzentren und Überwachungstechnologien ausstatten.

    Allein Huawei führt 120 SmartCity-Projekte weltweit.

    In keinem Projekt ist die Rolle der freien Presse bedacht oder integriert – sie kommt nicht vor.

    Die fatale Entwicklung ist längst im Gang: erst sterben die Redaktionen, dann das geistige Klima vor Ort, dann die Demokratie – und die Parteien auch!

    Nur noch ca. 1,71% der Bevölkerung sind in politischen Parteien organisiert.

    Wir bewegen uns auf einen zivilisatorischen GAU in Stadt & Land zu.

    P.S:
    Der Bundestag sollte nur 1 Gesetz mit größtmöglicher Synergiewirkung in Gang setzen, das Zeitschriften-Zustellung, Gleichheitsprinzip und gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt & Land sichert:

    Post-, Kuriergut- und Gemeingut-Zustellungsgesetz, das jedem Haushalt einmal wöchentlich einen Anschluß an einen Lieferdienst sichert.

    Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, Digitalisierung, Marktwirtschaft, sozialer Ausgleich und Bekämpfung der Armut und Altersarmut – sowie eine Zeitungszustellung werden so gesichert.

    Post- und Kurierbranche und Zustelldienste müssen nur eine einheitliche Versorgungslogistik für die Fläche sichern. Von der Alm bis zur Hallig.

  16. Auch wenn ich mich da wiederhole, aber durch den niedrigen MWSteuersatz werden die Zeitungen schon subventioniert.
    Dieser Punkt wird ständig ausgeklammert !

    Die Qualität der Zeitungen ist auch ein Grund, man nehme mal eine “Frankfurter Rundschau” der 90er, am besten die Wochenendausgabe und vergleiche sie mit der FR von heute, die eigentlich Taz 2.0 heißen müßte.

    Ich wüßte nicht, weshalb ich dafür Geld bezahlen sollte, außer ich will die Taz lesen, aber dann kaufe ich gleich die.

    Bis auf das Handelsblatt haben sich m.M. alle größeren Zeitungen verschlechtert.
    Oder sie überfluten den Leser mit einer Bleiwüste wie FAZ/SZ, die der Leser eben im Multimediatzeitalter zeitlich gar nicht mehr schafft.

    Und wer die Zeit als Arbeitsloser oder Minijobber hat, der kann sich kein Abo leisten.

    Mich ärgert, daß ausgerechnet die nach dem Staat rufen, die in ihren Artikeln ständig die Verarmungspolitik der Agenda 2010 lobten, dabei wurde auch an ihrem Ast damit gesägt.

    Sollen sie doch die Preise weiter drastisch erhöhen, sie schreiben doch ohnehin nur noch für eine kleine Oberschicht.

  17. Die Essenz der Forderung: Noch mehr Subventionen für ein Produkt, das von den Konsumenten zunehmend mehr abgelehnt wird.
    Nicht zuletzt wegen dem “Gschmäckle”, das schon die bisherige Subventionspraxis und die daraus resultierende, sogar für den “Durchschnittskonsumenten” immer offensichtlicher werdende Regierungsnähe der hauptsächlich damit bedachten Medien hinterlassen hat.

    1. neben einigen unbegründeten Lügenpressevorwürfen gibt es sehr viel mehr begründete und stichhaltige Lückenpressevorwürfe, das scheint aber für diesen Expertenprofessor Neuland zu sein

      1. Ist eine “Lückenpresse” eine “Lügenpresse”?
        Das ist die Hintertür….
        Es ist immer wieder ausgesprochen interessant, Meldungen in deutschen Medien mit Meldungen (zum gleichen Thema und zum gleichen Zeitpunkt) in ausländischen Medien zu vergleichen.
        Und dann abzugleichen, welche Info wo entweder fehlt, oder durch (gezielte?) Auslassungen teilweise massiv verfremdet wird.
        Und/oder wie prominent sie von der Aufmachung bzw. zeitlich betont wird.

        So manchem Deutschlehrer/Dozenten müsste bei solchen Vergleichen doch das Herz aufgehen…

  18. “Unabhängiger Journalismus ist systemrelevant, zumindest in einer Demokratie.”

    Das ist wohl wahr!
    Das Problem ist, den gibt es kaum noch.

  19. “Was helfe, so Pörksen, sei die Subventionierung von Zustellungskosten.”

    Die Neunziger haben angerufen. Sie möchten ihren Journalismus-“Experten” zurückhaben. Der Gute scheint wenig Ahnung zu haben, davon aber recht viel.

  20. “Unabhängiger Journalismus ist systemrelevant, zumindest in einer Demokratie.” aber genau das möchten XR- und FfF-Anhänger nicht, sie stellen sich eine “Demokratie” (gelenkte wie in Rusland) nach ihren Idealen vor, da wäre unabhängiger Journalismus störend! Denn der ehemals “Rotfunk” sendet bereits heute schon “grün”.

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