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EU-Leistungsschutz: Französische Verleger legen Beschwerde gegen Google ein

Google schafft die Third-Party-Cookies ab. Eine Alternative könnten sogenannte “Identifier” darstellen.
Google schafft die Third-Party-Cookies ab. Eine Alternative könnten sogenannte "Identifier" darstellen. Foto: Google

Französische Verleger haben im Streit um die Anwendung des EU-Urheberrechts Beschwerde gegen Google eingereicht. Das teilte der Verband L'Alliance de la presse d'information générale mit. Die Beschwerde wurde demnach bereits am Dienstag bei der nationalen Wettbewerbsbehörde eingelegt. Die Verleger hatten den Schritt im Oktober angekündigt.

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Die im Frühjahr auf EU-Ebene verabschiedete Reform soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern.

Europäische Verleger hatten sich Hoffnungen auf Zahlungen von Google gemacht, nachdem in der Reform das sogenannte Leistungsschutzrecht festgeschrieben wurde. Demnach müssen Suchmaschinen Lizenzen für die Anzeige von Auszügen aus Medieninhalten erwerben.

Google will in Frankreich als erstem Land mit den neuen Regeln auf die standardmäßige Anzeige kleiner “Snippet”-Vorschauen von Presseartikeln mit Textausschnitten und Bildern verzichten und kein Geld für die Darstellung von Links mit Überschriften in der Websuche zahlen. “Wir verkaufen Anzeigen und keine Suchergebnisse – und jede Anzeige bei Google ist klar gekennzeichnet”, erklärte der zuständige Google-Manager Richard Gingras vor rund zwei Monaten. “Deshalb zahlen wir nicht an Verleger, wenn Leute auf deren Links in Suchergebnissen klicken.”

Die französischen Verleger argumentieren, dass der Internet-Gigant eine “Quasi-Monopolposition” habe und seine beherrschende Marktstellung ausnutze.

Die Verlage bekommen von Google die Möglichkeit, von sich aus festlegen zu können, dass sie auch Fotos und Textauszüge in der Websuche angezeigt haben wollen. Eine Vergütung der Verlage ist dabei nicht vorgesehen.

dpa

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  1. Google verhält sich wettbewerbswidrig bei der Schaltung von lokal beauftragten Anzeigen. So wird z.B. die Google-Anzeige nicht nur im lokalen Einzugsgebiet, sondern auf Such-Stichwort bei Usern in der gesamten D-A-CH-Region angezeigt.
    Dies wird mit Test-Usern schnell nachweisbar, wenn man in digitalen Zeitungen nach Suchbegriffen sucht und Ads angezeigt bekommt.

    Den Auftragebern werden Klickreichweiten angegeben, die eine großen überregionalen Streuverlust aufweisen und dem Auftraggeber eine Effektivität vortäuschen.
    Besteht Namensgleichheit zwischen x-beliebigen Suchwort und dem Firmennamen eines Anzeigenauftraggebers kann fallweise auch eine Lokalanzeige eines Beerdigungsinstitutes oder der Stadtwerke fern der Heimat bei der Suche in Zeitungen auftauchen.

    Zeitungsverleger machen sich so Konkurrenz im eigenen lokalen Markt, verärgern ihre eigenen mittelständischen Anzeigen-Kunden.

    Um dem unlauteren Anzeigenwettbewerb etwas entgegen zu setzen wird ein zukunftssicheres Direkt-Ad-System mit intelligenten Optionen entwickelt, das direkte Konversion bei akkreditierten Partnern und künftig direkte Tokens unterstützt.

    Google kann in SmartCities und connected Regions wettbewerblich geschlagen werden: earn-rate – statt burn-rate im Nahbereichs- und Fernabsatz ist möglich.

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