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Umfrage im Auftrag des WDR: 38 Prozent vermuten politische Einflussnahme auf Medien

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Etwa vier von zehn Bürgern glauben einer Studie im Auftrag des WDR zufolge, dass Staat und Regierung deutschen Medien Vorgaben bei der Berichterstattung machen. 38 Prozent der Befragten gehen davon aus; 58 Prozent sehen hingegen keinen Einfluss der Politik. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap durchgeführt.

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37 Prozent vermuten demnach, dass besonders die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von Vorgaben durch die Politik betroffen sei. Beim Fernsehen allgemein lag der Wert bei 15 Prozent, und bei Tageszeitungen und Zeitungen allgemein bei neun Prozent.

Im Vergleich zu früheren Studien für den WDR zur Berichterstattung der Medien ist der Anteil derer, die eine politische Einflussnahme vermuten, etwas zurückgegangen. Im Jahr 2016 waren es den Angaben zufolge noch 42 Prozent und im Jahr 2018 40 Prozent.

Die Qualität des Informationsangebotes der Medien in Deutschland halten der Studie zufolge 90 Prozent der Befragten zugleich alles in allem für sehr gut oder gut. Auf die Frage, ob man die Informationen in den deutschen Medien für glaubwürdig halte, antwortete ein Drittel (33 Prozent) mit “nicht glaubwürdig”. In der Umfrage im Jahr zuvor waren es 28 Prozent, in Befragungen davor lagen die Werte (42 Prozent im Jahr 2015 und 37 Prozent im Jahr 2016) allerdings über dem der jetzigen Studie. 61 Prozent der Befragten stufen die Informationen der deutschen Medien als glaubwürdig ein. In der Vorgängerstudie waren es noch 65 Prozent.

Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk halten 16 Prozent der Befragten für verzichtbar, 82 Prozent für nicht verzichtbar. Die Studie gliederte die Ergebnisse auch danach, welcher Partei man anhängt. Demnach gibt es in der Gruppe AfD den vergleichsweise höchsten Wert mit 43 Prozent der Befragten, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für verzichtbar einstufen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der AfD-Anhänger finden zugleich, dass es ohne öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht geht.

dpa

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Alle Kommentare

  1. Wenn es tatsächlich so wäre, daß die Medien frei von Bevormundungen durch die Politik sind, dann hätte die politische Klasse in Deutschland den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon lange abgeschafft.

    Aber zum Glück haben sich ja mittlerweile etliche freie und unabhängige Medien in Deutschland etabliert, so daß es eben doch ungesteuerte Info-Kanäle gibt.

  2. Da ist es also völlig unbedenklich, wenn sich die Rundfunkbosse artig bei der Politik für die Beitragserhöhung bedanken und auf jeder Feier in den Funkhäusern die Politiker zu Dutzenden an den Buffets rumlungern?

  3. Die Frage dürfte eher sein, wie sehr Zeitungen die politische Wahrnehmung beeinflussen und inwieweit sich Politiker dem Druck von Medien und Lobbyisten unterordnen. Typisch die Haltung von Ex-Bundespräsident Christian Wulff in der gestrigen Sendung “3nach9”, in seiner Erfahrung mit und seiner Furcht vor der quotenorientierten Presse.
    Auch der Beschluss, weshalb sich der Bund mit Millionen an den Kosten der Zeitungszustellung beteiligt, wirft Fragen auf. Ist das noch die oft beschworene “Unabhängigkeit”?

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