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Raus aus Down Under: Verlegerin Yvonne Bauer prüft Übernahmeangebot für Australiengeschäft

Verlegerin Yvonne Bauer
Verlegerin Yvonne Bauer

Nach dem geplanten Zukauf des Zeitschriftenportfolios von Pacific Magazines will sich der Hamburger Bauer Verlag nun von seinem gesamten Australien- und Neuseeland-Geschäft trennen. Verlegerin Yvonne Bauer verhandelt hierüber mit dem Investor Mercury Capital und prüft ein entsprechendes Übernahmeangebot. Als Preis sind 150 Millionen US-Dollar im Gespräch.

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Das wäre weit von dem einstigen Preis entfernt, den die Verlegerin vor mehr als sieben Jahren für den Einstieg in den Markt gezahlt hat. Durch den kurzfristigen Zukauf des Zeitschriftenportfolios von Pacific Magazines  (MEEDIA berichtete) würde das Unternehmen demnach für einen Verkauf hübsch gemacht. Nun ist es offenbar soweit. Die Bauer Media Group verhandelt mit dem Investor Mercury Capital über den Verkauf des Geschäfts in Down Under, berichten australische Medien. Dabei sollen sich die beiden Unternehmen angeblich in “fortgeschrittenen Gesprächen” befinden.

“Prüfen das Angebot”

Der Verlag hält sich hierzu bedeckt. “Wir wurden von Mercury Capital angesprochen und prüfen jetzt das Angebot”, erklärt eine Bauer-Sprecherin gegenüber MEEDIA. Ob sich das norddeutsche Unternehmen tatsächlich von dem Australien- und Neuseelandgeschäft trennen will, ist noch nicht entschieden. Einzelheiten zu dem Angebot wurden nicht genannt. Angeblich will Mercury Capital für das Zeitschriftengeschäft rund 150 Millionen US-Dollar zahlen. Das wäre deutlich weniger als Bauer für den Einstieg in Australien vor mehr als sieben Jahren bezahlt hatte. Damals hatten die Hamburger den Zeitschriften-Großtanker Australian Consolidated Press (ACP) Magazines Ltd. für rund 512 Millionen Dollar vom australischen Medienunternehmen Nine Entertainment Co.erworben. Der Kauf sorgte in der Branche für viel Aufmerksamkeit. Denn der Firmenzweig entsprach damals der Größenordnung des Portfolios des Hamburger Zeitschriftenhauses Gruner + Jahr.

Doch das Australiengeschäfts war für bauer nicht konfliktfrei – vor allem in den vergangenen zwei Jahren. Erst sorgte eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Hollywood-Schauspielerin Rebel Wilson (“Pitch Perfect”, “Brautalarm”) weltweit für Schlagzeilen, dann musste Verlegerin Yvonne Bauer aus wirtschaftlichen Gründen diverse Magazine einstellen – darunter “Homes+”, “Recipes+”, “Yours” sowie die bekannte Frauenzeitschrift “Cosmopolitan” (MEEDIA berichtete). Auch Management-Wechsel gehörten bei der Bauer-Tochter in Sydney zur Tagesordnung. Nach Matt Stanton, David Goodchild, Andreas Schoo aus der Konzern-Geschäftsleitung (als Interims-Chef), Nick Chan und Paul Dykzeul führt nun der ehemaligen Neuseeland-Chef Brendon Hill als inzwischen sechster Chef die Bauer-Geschäfte in Australien.

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Schlussstrich

Mit einem Rückzug aus Australien würden die Verlegerin einen Schlussstrich unter das Kapitel ziehen. Jüngst hatte Bauer in Australien bei beiden Jungmänner-Magazine “People” (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen People-Magazin) und “Picture” aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt (MEEDIA berichtete).

Das familiengeführte Unternehmen Bauer steht vor einem radikalen Umbau. So soll der Medienriese künftig auf vier Säulen stehen. Dazu gehören neben Publishing, Radio, Vergleichsplattformen ein neues Geschäftsfeld, das kleinen und mittleren Unternehmen bei der Vermarktung von deren Angeboten bei Google, Facebook & Co helfen soll. Damit hofft man, wieder auf Expansionskurs zurückzukehren. Und auch im Inland könne sich noch etwas tun. Seit Monaten kursieren Gerüchte, wonach die Verlegerin ihre Fühler nach der “Mitteldeutschen Zeitung” ausgestreckt haben soll, die das Kölner Medienunternehmen DuMont zum Verkauf gestellt hat. Ein Sprecher von Bauer hatte sich gegenüber MEEDIA zu den Marktgerüchten nicht geäußert. Doch DuMont steht unter Zeitdruck. Das Unternehmen will sich aus dem Zeitungsgeschäft zurückziehen. Erster Deal der Kölnern war der Verkauf der Berliner Zeitung an das Unternehmer-Ehepaar Silke und Holger Friedrich.

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