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„Berliner Zeitung“: Neu-Eigentümer Silke und Holger Friedrich setzen erste Akzente

Das Führungsteam für den Berliner Verlag (v.l.): Elmar Jehn, Michael Maier, Silke Friedrich, Holger Friedrich, Margit J. Mayer, Jochen Arntz Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

Nicht einmal zwei Monate nach der Übernahme der „Berliner Zeitung“ setzt das Unternehmer-Paar Silke und Holger Friedrich erste, sichtbare Akzente. Mit einer Sonderausgabe und einem neuen Online-Design wollen sie den Neustart kenntlich machen.

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„Heute lesen Sie die erste Ausgabe der ‚Berliner Zeitung‘ nach ihrer Rückkehr in die Hände von Berlinern“, schreiben die neuen Eigentümer in einem Editorial zu ihrem Start. In fast 26.000 Zeichen erklären sie ihre Vision für das Blatt, dessen Verlag sie Mitte September von der angeschlagenen Dumont Gruppe übernommen haben.

Dabei skizziert das Paar seine Sichtweise für so gut wie alle gesellschaftlich relevanten Themen – von der Bildungspolitik (orientiere sich nicht am Wohl der Kinder), der Macht von Politikern (Begrenzung hoher Ämter auf zwei Legislaturperioden) bis hin zum Berliner Mietendeckel (Daten werden zeigen, wie viel Wohnraum er wirklich schafft).

Es wird deutlich, dass sich die neuen Eigentümer nicht mehr nur mit kleinen lokalen Themen beschäftigen wollen, sondern den übergeordneten Beziehungen: Man müsse sich fragen „was uns mehr für die Zukunft hilft: Weiterhin ausufernde Überhangmandate auf Sommerfesten zu diskutieren – oder zu hinterfragen, wie den für die parlamentarische Demokratie als relevant einzuschätzenden Herausforderungen souverän und konsequent begegnet werden kann“, heißt es im Text.

Daten und Fakten sollen dabei verstärkt eine Rolle spielen. „Im Ergebnis müssen wir konstatieren, dass uns diese lauten, faktenarmen Meinungen langsamer machen, während um uns herum so vieles schneller passiert“, schreibt das Paar. „Wir beide wissen aus beruflicher Erfahrung um die Macht von Daten, ihren Nutzen im Einsatz beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der agilen Organisation von Arbeit.“ Um den Anspruch gleich unter Beweis zu stellen, erscheint in der heutigen Sonderausgabe zum 30. Mauerfall-Jubiläum eine Datenanalyse zur Arbeit der heutigen Regierung.

„Wir hoffen, mit unserem Erwerb des Berliner Verlags einen Beitrag bürgerlichen Engagements leisten zu können, einen Beitrag zur außerparlamentarischen Opposition in neuem Format, auch im Sinne bürgerlicher Selbstermächtigung“, schreiben die Eigentümer weiter. Ihre Vision sei, Politik und Gesellschaft wieder interessant zu machen und der „ausbreitenden strukturellen Langeweile in dieser Stadt, in diesem Land eine mediale Plattform entgegenzusetzen“.

Optisch kenntlich wird der Neustart durch ein neues Design der Webseite, die nicht nur aufgeräumter daher kommt, sondern zudem auf einer neuen technischen Infrastruktur läuft. Angeblich wird u.a. auch die gleiche Technik eingesetzt, wie sie auch der „Guardian“ nutzt, um mit Wikileaks zu kommunizieren. Ein „Whistleblowing“-Link im Kopfbereich der Seite ermögliche fortan eine sichere Kontaktaufnahme zur Redaktion. 

Schließlich haben die neuen Eigentümer der Seite und Zeitung neue Rubriken gegeben, die „den neuen Lebenswirklichkeiten näherkommen“. Neben „Politik und Gesellschaft“ finden sich dort „Wirtschaft und Verantwortung“, „Sport und Leidenschaft“, „Kultur und Vergnügen“ und „Stil und Individualität“.

rt

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