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Krise bei Energy: Radiosender verliert in Hamburg seine UKW-Frequenz nach fast 25 Jahren

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Schwerer Schlag für den französischen Radiokonzern NRJ Group in Deutschland. Der zum Unternehmen gehörenden Radiosender Energy verliert überraschend seine UKW-Hörfunklizenz in Hamburg. Energy-Deutschland-Chef Olaf Hopp kritisiert die Entscheidung der Medienanstalt HamburgSchleswig-Holstein, die die Rundfunklizenzen in der Elbmetropole neu vergeben musste. Leer ausgegangen ist auch die Klambt Mediengruppe.

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Molltöne für den Radiosender Energy in Hamburg. Der Jugendsender verliert überraschend seine UKW-Frequenz in der norddeutschen Metropole. Das hat gestern die Medienanstalt Hamburg/SchleswigHolstein beschlossen, die die Lizenzen aus rechtlichen Gründen neu vergeben musste. Danach ist Energy ab August 2020 in Hamburg nicht mehr über UKW, sondern ausschließlich digital über DAB+, via Stream und App erreichbar.

Für Energy-Deutschland-Chef Olaf Hopp ist das nicht nachzuvollziehen: “Diese Entscheidung ist enttäuschend. Nicht nur für rund 800.000 Hörer, für die Energy seit fast 25 Jahren ein fester und beliebter Bestandteil des Hamburger Radiomarktes ist, sondern auch und vor allem für unsere Hamburger Belegschaft“, sagt Hopp. Und fügt hinzu: “Diese Entscheidung nimmt dem Hamburger Hörfunkmarkt nicht nur sein einziges privates Hit-Jugendradio, sondern schwächt auch den Medienstandort Hamburg und stellt seine Investitionssicherheit in Frage”, meint der Geschäftsführer. Für Hopp ist die Entscheidung der MA HSH umso unverständlicher, “da wir sämtliche von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein gestellten Anforderungen in vollem Umfang erfüllen”. Das Unternehmen will nun die Begründung abwarten und danach entscheiden, ob die Geschäftsführung Rechtsmittel einlegt.

Der Senderchef sieht in der Entscheidung ein falsches Signal. “Mit unserem Programm halten wir junge Hörerinnen und Hörer beim Radio. Ohne einen jungen Radiosender wie Energy es ist, wandern junge Menschen weiter zu digitalen Plattformen und Streamingdiensten ab, die keinerlei redaktionelle und gesellschaftliche, die Stadt betreffende Inhalte verbreiten“, betont Hopp. Als Beispiele hierfür führt er die Medienpartnerschaft mit dem Christopher Street Day, den politischen Dialog zu den Hamburger Bürgerschaftswahlen sowie zahlreiche Privatkonzerte mit nationalen und internationalen Musikstars an. Ab August 2020 übernimmt das Berliner Alternative-Format FluxFM den Sendeplatz von Energy.

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Leer ist auch die Klambt Mediengruppe ausgegangen, die in Hamburg einen reinen nachrichtengetriebenen Sender unter dem Namen Hamburg.FM etablieren wollte (MEEDIA berichtete). Erstmals seit drei Jahrzehnten musste die Medienanstalt MA HSH die UKW-Frequenzen in Hamburg neu ausschrieben, da die bestehenden Zuweisungen nicht weiter verlängert werden konnten (MEEDIA berichtete). “Der Medienrat hat in einem konzentrierten Verfahren einen gründlichen und fairen Entscheidungsprozess durchgeführt. Die Vielzahl der Bewerber und ihrer spannenden Programmvorhaben haben die große Vielfalt der deutschen und Hamburger Hörfunkszene gezeigt und es dem Medienrat nicht leichtgemacht”, verteidigt Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der MA HSH, die Entscheidung. Und ergänzt: “Leider konnten wir nicht alle Bewerber berücksichtigen. Jetzt haben wir mit sehr großer Mehrheit Entscheidungen getroffen, die ein vielfältiges Programmangebot für die Hamburger Hörerinnen und Hörer erwarten lassen.”

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Alle Kommentare

  1. “Applicants have been given the capacity to best anticipate that their offer will promote diversity of opinion and diversity, public affairs, political events and cultural life in Hamburg, as well as meaningful political, ideological and social groups leaves.”

  2. Warum unterschlägt man hier die tatsächliche Begründung der Medienanstalt?
    Weil sie zu sehr nach Meinungsfaschismus klingt?

    „Es wurden demjenigen Antragsteller die Kapazitäten zugewiesen, der am ehesten erwarten ließ, dass sein Angebot die Meinungsvielfalt und Angebotsvielfalt fördert, das öffentliche Geschehen, die politischen Ereignisse sowie das kulturelle Leben in Hamburg darstellt und auch bedeutsame politische, weltanschauliche und gesellschaftliche Gruppen zu Wort kommen lässt.“

  3. Leider ist es nicht möglich dem NDR-Duddel- und Dooffunk Sendeplätze zu entziehen. N-Joy und NDR2 sind allein Konkurrenz für die Privaten .

  4. Da könnte man natürlich schon vermuten, dass bei der Entscheidung die Altersstruktur des Gremiums einen Einfluss auf persönliche Präferenzen hatte…

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