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Diversität ist “geschäftskritisch” – Warum sich G+J-Chefin Julia Jäkel mehr Frauen in Spitzenpositionen wünscht

G+J-Verlagschefin Julia Jäkel
G+J-Verlagschefin Julia Jäkel

Die Redaktionsspitzen von Tageszeitungen bleiben eine Männerdomäne. Lediglich bei Publikumsmagazinen arbeiten mehr Frauen in journalistischen Führungspositionen. Laut dem Verein ProQuote weist der "stern" aktuell den höchsten Anteil von Frauen in Führungspositionen auf. Das freut Julia Jäkel. Denn für die Gruner + Jahr-Chefin sind Frauen in Spitzenpositionen strategisch wichtig. Sie helfen, die Innovationskraft des Verlags am Baumwall zu steigern.

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Wenn man “Bild am Sonntag”-Chefin Marion Horn fragt, ob im Zuge der geplanten Redaktionsverschmelzung von “Bild” und “Bild am Sonntag” der Frauenanteil in Führungspositionen sinkt, weicht sie aus. Dazu wolle sie nichts sagen – zumindest nicht auf der Podiumsdiskussion von Pro Quote am Donnerstag in Hamburg. Nur so viel: Was “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt vorhat, werde “sich hoffentlich bald klären”, so die gebürtige Kielern. Denn die Führung der “Bild”-Gruppe steht vor einer Zäsur. Nach dem Rückzug von Tanit Koch als “Bild”-Chefredakteurin und dem erwarteten Abgang von Horn als “Bams”-Chefin befindet sich die Spitze der roten Gruppe mit Reichelt wieder weitgehend in männlicher Hand.

Die Situation bei der Boulevard-Gruppe ist symptomatisch in vielen Redaktionstuben. Hier dominieren immer noch Männer journalistische Führungspositionen. Vor allem bei Regionalzeitungen ist die Lage “katastrophal”, zeigt eine Untersuchung von ProQuote, einem Verein, der sich für einen höheren Frauenanteil an Führungspositionen in Medien einsetzt. Von 108 Chefredakteursstellen bei den untersuchten Regionalzeitungen seien nur acht von Frauen besetzt. Das sei “ziemlich unsäglich”, urteilt Studienleiterin Anna von Garmissen. Etwas besser schneiden die überregionalen Zeitungen ab. Von zehn betrachteten Titeln bewegt sich hier der Anteil von Frauen in Machtpositionen bei durchschnittlich 25,1 Prozent. Den höchsten Wert erreicht die “tageszeitung” mit 50,8 Prozent, den niedrigsten das “Handelsblatt” mit 16,1 Prozent.

Bei Publikumszeitschriften sieht es besser aus
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Wesentlich besser sieht es bei den Publikumszeitschriften aus. Sie weisen im Schnitt einen Frauenanteil bei Führungspositionen von 48,9 Prozent aus. Doch dies ist von Segment zu Segment sehr unterschiedlich. Betrachtet man die Politik- und Gesellschaftsmagazine, so weist der “stern” mit 45,8 Prozent die höchste Frauenquote aus, gefolgt vom “Spiegel” mit 36,9 Prozent und “Focus” mit 20,9 Prozent. Dass der “stern” mit Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier so gut abschneidet, begründet Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel unter anderem mit der Firmenkultur bei G+J. “Wenn man kreativ und innovativ sein will, braucht man eine diverse Firmenkultur. Eine gute Durchmischung des Teams, auch auf Führungsebene, ist für uns geschäftskritisch”, so die Verlagschefin.

Die Mischung helfe dem Medienhaus am Baumwall, “Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven” zu beleuchten. Die Strategie ist verständlich: Das Magazinhaus verfügt mit der “Brigitte”-Gruppe, aber auch mit Einrichtungstiteln wie “Schöner Wohnen” oder “Couch” über viele Zeitschriften, die vor allem Frauen als Leser ansprechen wollen. Um den Ausbau der Marken voranzutreiben, sucht der Verlag zudem neue weibliche Talente. Jäkel: “Du brauchst Frauen, die anderen Frauen zeigen, dass es hier Spass macht, zu arbeiten.”

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