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Ausbau des Radiogeschäfts: Mediengruppe Klambt plant reinen Nachrichtensender für Hamburg

Klambt-Verleger Lars (l.) und Kai Rose

Die Mediengruppe Klambt will ihr Radiogeschäft ausbauen. Das Unternehmen beabsichtigt, einen reinen Nachrichtensender in Hamburg zu starten. Damit wäre Klambt eine von wenigen privat geführten Gesellschaften, die sich in dem von den öffentlich-rechtlich Anstalten dominierten Segment engagieren.

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Kai Rose, geschäftsführender Gesellschafter der Mediengruppe Klambt, hat ehrgeizige Pläne. Der Medienmanager will in Hamburg einen reinen Radio-Nachrichtensender aufbauen. Der Name: Hamburg.FM. Aktuell bemühen sich Klambt und die Radio 21 Holding GmbH & Co. KG um eine Sendelizenz. „Kern des eingereichten Konzeptes ist ein privates Inforadio, welches in anderen Ländern erfolgreich betrieben wird, in Deutschland aber bis dato kaum ausgestrahlt wird“, erklärt Rose gegenüber MEEDIA die Ausrichtung. Entwickelt wurde das Konzept unter Federführung von Steffen Müller, geschäftsführendender Gesellschafter der Radio 21 Holding GmbH & Co. KG. Hinter der Holding steht eine Sendergruppe um Radio 21 und Rockland Radio, die täglich mehr als 1,7 Millionen Hörer in Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und Teilen Hessens und Baden-Württembergs erreicht.

Mit den Radioplänen müsste sich die Klambt Mediengruppe, die im Printgeschäft mit Magazinen wie „Grazia“, „OK!“ und „In“ ein starkes Standbein besitzt, vor allem gegen die öffentlich-rechtliche Konkurrenz behaupten. Die ARD ist in diesem Bereich mit ihren Angeboten stark vertreten. Doch strategisch könnte der Aufbau eines rein nachrichtengetriebenen Radiosenders in der Elbmetropole Sinn machen. Denn der Radiomarkt wächst deutlich und weist für die Veranstalter teils hohe zweistelligen Renditen auf. Getrieben wird das Ertragswachstum auch durch den Podcast-Boom, der dem Segment zu einem neuen Expansionsschub verholfen hat.

Doch Rose ist mit seinem Radioplänen für die Hansestadt noch nicht am Ziel: Heute entscheidet die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Hostein (MA HSH) über die Vergabe der UKW-Frequenzen in der norddeutschen Metropole. Denn erstmals nach fast drei Jahrzehnten musste die MA HSH die Frequenzen von Radio Hamburg & Co. aus rechtlichen Gründen neu ausschreiben (MEEDIA berichtete). Um die fünf vorhandenen Lizenzen buhlen allerdings dreizehn Veranstalter. Klambt hofft, eine Lizenz davon zu erhalten. „Die Besetzung der Redaktionsleitung würde nach erfolgter Lizenzvergabe entschieden“, erklärt Klambt-Chef Rose das weitere Vorgehen.

Sollte der Coup gelingen, würde die Mediengruppe ihr Standbein im Radio deutlich stärken. Erst vor kurzem hatte sich das Medienhaus als Teil eines Konsortiums am Funkhaus Sylt beteiligt, um die bundesweite bekannte Radiomarke Antenne Sylt auszubauen. Und dabei soll es offenbar nicht bleiben. „Klambt sieht das Radiogeschäft als eine wichtige Säule der Gruppe und ist weiterhin an einem Ausbau ihrer Radioaktivitäten, wie unlängst auf Sylt geschehen, interessiert“, betont Rose. Beim Funkhaus Sylt-Engagement sind auch weitere namhafte Partner an Bord. Darunter Hannover Radio und die Heise-Medien Gruppe, die unter anderem in Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg Radiosender betreiben.

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