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Baldiger Abgang vom Aktienparkett? Springer-Chef Mathias Döpfner spricht sich für Rückzug von der Börse aus

Axel Springer-CEO Mathias Döpfner
Axel Springer-CEO Mathias Döpfner

Die Spekulationen, dass der US-Finanzinvestor KKR den Berliner Medienkonzern Axel Springer von der Börse nimmt, bekommen neue Nahrung. Vorstandschef Mathias Döpfner hat sich auf dem Treffen der Führungskräfte für einen Rückzug vom Aktienparkett ausgesprochen. Es sei sein "persönlicher Traum".

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Bislang hatte lediglich der US-Finanzinvestor KKR die Absicht genannt, dem Vorstand des Berliner Medienkonzerns Axel Springer ein Rückzug von der Börse vorzuschlagen – neudeutsch auch Delisting. Doch bislang ist nichts passiert, obwohl dem Finanzunternehmen aus Manhattan der Einstieg bei dem Bild-Herausgeber längst geglückt ist.

Nun könnte Bewegung in die Sache kommen. Denn eine Voraussetzung ist, dass sich auch die Springer-Führung zu der Absicht der Amerikaner bekennt. Bislang hat sich jedoch Springer-Vorstand hierzu nicht geäußert – zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Jetzt allerdings hat Springer-Chef Mathias Döpfner vor rund 100 Führungskräften auf dem “Leadership Summit” vor wenigen Tagen seine Zurückhaltung abgelegt. Er sprach sich deutlich dafür aus, dass Springer die Börse verlässt. Verbreitet wird dies auch in einer Intranet-Meldung des Konzerns, die MEEDIA vorliegt. Wörtlich wird hier Döpfner zitiert: Sein persönlicher Traum sei es, das “Unternehmen von der Börse zu nehmen”.

In der Springer-Belegschaft wird dies als Zeichen gewertet, dass der Rückzug der Berliner vom Aktienparkett in greifbare Nähe rückt. Fraglich ist, zu welchem Aktienkurs die restlichen Anteilseigner abgefunden werden. Bankexperten gehen davon aus, dass die verbliebenen Springer-Aktionäre mit einem deutlich höheren Angebot rechnen könnten, um ihnen den Ausstieg schmackhaft zu machen. Die Springer-Notierung ist indes in den vergangenen Wochen weiter gestiegen und liegt inzwischen über dem bisherigen Übernahmepreis von 63 Euro, den die Amerikaner den Springer-Aktionären im Juni angeboten hatten.

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Eine Sprecherin von Springer hält sich zu den Äußerungen von Döpfner auf Anfrage von MEEDIA bedeckt: “KKR hat in der Angebotsunterlage die Absicht formuliert, ein Delisting nach Vollzug des Angebots vorzuschlagen. Aber nach wie vor ist nicht entschieden, ob im Zuge des KKR Investments ein Delisting oder Squeeze Out angestrebt wird. Der Vorstand hat bereits bei mehreren Gelegenheiten gesagt, dass das kurzfristige Denken des Kapitalmarktes der langfristig orientierten unternehmerischen Wachstumsstrategie entgegensteht.”

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Alle Kommentare

  1. Wenn man keine Anleger mehr bedienen muss, ist es zwar schwerer ein neues Kapital zu gelangen, man hat aber mehr Freiheit personell umzustrukturieren.

    Im besten Fall findet ein Austausch bzw. Freisetzung von 70-80% der aktuell bei Springer arbeitenden Journalisten statt.

    1. Sara Gold sagte:

      “Im besten Fall findet ein Austausch bzw. Freisetzung von 70-80% der aktuell bei Springer arbeitenden Journalisten statt.”

      Vielleicht ist so, aber auch nur so, “Die WELT” doch noch zu retten!

  2. Sobald Springer weg von der Börse ist, wir die Tageszeitung “Die WELT” ganz schnell abgewickelt. Jede Wette.

  3. Es ist schon ein sensibler und feingeistiger Mann, dieser Grömaz. Was der träumt, und was er sich für unglaubliche Ziele setzt!

    Auch ein schönes Sportlerzitat, von Ski-Langläufer René Sommerfeld: „Wie ich ins Ziel gekommen bin, hab ich erst mal gekotzt. Ich hab wirklich das Letzte aus mir rausgeholt.“

    Der Unterschied: Wenn der Grömaz ins Ziel kommt, kotzen andere.

  4. Zu Döpfners sehr persönlichem Traum fällt mir ein, was 1990 Völler zu Matthäus sagte: „Erzähl’s deiner Klobrille.“

    Mal daran gedacht, mit dem Springer-Fußvolk über dessen Träumereien zu sprechen? Nix für ungut, ist nur ein Scherz. Die haben ja gar keine eigene Pressestelle.

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