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Großes Interesse an Hörfunk-Plätzen: 13 Veranstalter buhlen um Radio-Frequenzen in Hamburg

In Hamburgs Radiolandschaft könnte demnächst Bewegung kommen. Erstmals seit fast drei Jahrzehnten hat die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Hostein (MA HSH) die UKW-Frequenzen für die Radiosender in der Elbmetropole neu ausgeschrieben. Darauf haben sich 13 Veranstalter beworben. Am Mittwoch will hierüber nun der Medienrat der MA HSH entscheiden.

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Hamburgs Radiomacher stehen vor bewegenden Tagen. Erstmals seit 1991 hat die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Hostein (MA HSH) die UKW-Frequenzen für die Sender in der Elbmetropole neu ausgeschrieben. Betroffen sind die Hörfunkgebiete, in denen derzeit die Radioprogramme Energy Hamburg, Radio Hamburg, Rock Antenne Hamburg, 917XFM und Hamburg 2 verbreitet werden. Um die Hörfunk-Frequenzen haben sich 13 Veranstalter beworben, so die MA HSH.

Darunter sind neben bestehenden Sendern – wie Radio Hamburg – auch neue Anbieter. Dazu gehört die Hamburg.FM GmbH, die sich in Gründung befindet. Dahinter stehen laut MA HSH die Klambt-Medien GmbH sowie die Radio 21 Holding GmbH & Co. KG. „Über die Zuweisungen und Zulassungen wird im Rahmen der Sitzung des Medienrats der MA HSH am 6. November 2019 beraten. Ob der Medienrat in dieser Sitzung über alle UKW-Kapazitäten entscheidet, bleibt abzuwarten“, erklärt eine Sprecherin der MA HSH gegenüber MEEDIA.

Dass das Interesse von Unternehmen an Hörfunk-Frequenzen groß ist, ist verständlich. Radiosender gelten in die Medienbranche als äußerst renditestark und relativ krisensicher. So erzielen die Gesellschafter der Sender – darunter viele namhafte Verlagshäuser – hier teils Umsatzrenditen von bis zu 30 Prozent. Und die Ertragslage verbessert sich weiter. So profitieren die Hörfunk-Veranstalter durch den Podcast-Boom und die Digitalisierung von wachsenden Erlösen. Denn immer mehr Hörfunk-Betreiber nutzen verstärkt auch ihre Online-Präsenzen, um zusätzliches Werbegeschäft zu erzielen.

Dass die MA HSH die Hörfunk-Frequenzen in der Hansestadt nach mehreren Jahrzehnten neu ausschreibt, hat einen Grund: Die Anstalt hatte in den vergangenen Jahren die bestehenden Zuweisungen mehrfach verlängert. Da aber der Medienstaatsvertrag Hamburg/Schleswig-Holstein keine weitere Verlängerung zuließ, war die MA HSH nun gezwungen, das UKW-Spektrum neu auszuschreiben.

Neue und bestehende Radio-Veranstalter konnten vor Monaten bei der MA HSH einen Antrag stellen, um eine Frequenz zugewiesen zu bekommen. „Die bestehenden Zuweisungen enden zwischen Juli 2020 und September 2022. Trotz der unterschiedlichen Laufzeiten hat der Medienrat der MA HSH entschieden, die fünf Versorgungsgebiete gemeinsam auszuschreiben. Das Ziel ist, durch eine einheitliche Entscheidung größtmögliche Meinungs- und Angebotsvielfalt im Hamburger UKW-Hörfunkmarkt zu gewährleisten“, teilt die MA HSH mit.

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