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Boomgeschäft Schnäppchenjäger: Warum “Focus”, “Spiegel”, “Brigitte” & Co. auf Gutschein-Portale setzen

CEO Trautmann
CEO Trautmann Foto: Global Savings Group

Immer mehr Medienhäuser beschreiten mit Gutschein- und Vergleichsportalen neue Vermarktungswege. Dafür erhalten sie von den Handelsriesen wie Amazon, Zalando & Co. im Schnitt Kommissionsgebühren von fünf Prozent. Gerhard Traummann, Mitgründer des Gutschein-Anbieters Global Savings Group, sieht darin für die Verlage eine Chance, um journalistische Web-Angebote besser zu refinanzieren.

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Redaktions-Fusionen, Personaleinschnitte bei großen Medienmarken – wo man in diesem Jahr hinblickt, sind in der Medienwelt viele Molltöne zu hören. Gerhard Trautmann, Mitgründer der Global Savings Group, kann das nicht verstehen. Er glaubt, dass die Verlagsbranche gute Möglichkeiten hat, Webseiten journalistischer Marken besser zu refinanzieren. Sein Zauberwort heißt Commerce Content.

Hinter dem englischen Wortungetüm stecken Gutscheine-Portale und Vergleichsplattformen, die die Medienhäuser – als Anzeige gekennzeichnet – auf die Webseiten ihrer journalistischen Marken einbinden. “Commerce Content-Plattformen können den Verlagen helfen, Qualitätsjournalismus besser zu refinanzieren”, meint der Geschäftsmann, der früher die Digitalisierung der Energiesparte bei Siemens vorantrieb. Denn kaufen Leser über die Gutscheinportale rabattierte Produktangebote von Handelsriesen wie Ebay, Otto & Co. halten die Printhäuser kräftig die Hand auf.

“Je nach Warengruppe oder je nach Produkt erzielen die Verlage eine Kommissionsgebühr von durchschnittlich fünf Prozent”, betont Trautmann. Bei Luxusartikeln ist die Marge etwas höher, bei Elektronikartikel geringer. Für Medienunternehmen sind deshalb Gutschein- und Vergleichsportale zunehmend eine wichtige Erlössäule ihres Digitalgeschäfts. “Für einige Kooperationspartner der Global Saving Group wird über Commerce Content bis zu 40% der digitalen Umsätze generiert”, erklärt Trautmann.

“Ein wichtiger Baustein in der Website-Monetarisierung”

Immer mehr Verlage nutzen deshalb diesen Vermarktungsweg. Sie setzen dabei auf den wachsenden Trend der Konsumenten, alltägliche Gebrauchsartikel übers Web zu beziehen. Für die Handelsriesen sind Print- und TV-Konzerne ideale Plattformen, da sie mit ihren reichweitenstarken journalistischen Angeboten ein Massenpublikum anziehen. Erst im April ging das Burda-Flaggschiff “Focus” mit GSG eine Partnerschaft ein. Seither kooperiert das Magazin mit der Münchener Firma, hinter der namhafte Investoren wie Holzbrinck-Ventures, der Berliner Webriese Rocket Internet und die Deutsche Telekom stehen. “Wir arbeiten mit dem Vermarktungsteam von Burda eng zusammen, um mehr shopping-inspirierende Elemente auf die Webseite zu bringen, die einen Mehrwert für die Nutzer und Leser leisten”, erklärt der Geschäftsmann.

Zu weiteren Kooperationspartnern gehört auch der Spiegel-Verlag. Er hat seit längeren ein Gutscheinportal auf “Spiegel Online” gestellt, das Leser zum Schnäppchenkauf animieren soll. Auch andere Verlage wie Gruner + Jahr sind auf diesem Feld aktiv: “Diese Angebote sind bei uns und vielen anderen Verlagen ein wichtiger Baustein in der Website-Monetarisierung”, erklärt eine G+J-Sprecherin auf MEEDIA-Anfrage. So verfügt der “Stern” sowohl über ein Gutscheinportal als auch Produktvergleiche, die ein externer Partner – Heidorn – umsetzt. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen “White-Label-Anbieter”, der auch für andere G+J-Marken tätig ist. Dazu gehören eine Vergleichsplattform, die auf dem Online-Auftritt der Frauenzeitschrift “Brigitte” eingebunden ist sowie Gutscheine bei “Geo”.

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Steuert GSG 2019 wieder in die Gewinnzone?

Bisher hat die Global Savings Group, die früher als Cuponation bekannt war, als deutsche Kunden lediglich Burda, Spiegel sowie Axel Springer. Das soll auch vorerst so bleiben. “Unser strategisches Ziel in Deutschland es, die Dienstleistungen für derzeitigen Kooperationspartner auszuweiten, bevor wir neue Partnerschaften anstreben”, sagt Trautmann. So beabsichtigt GSG, die Angebote der Gutschein-Portale im November zu erweitern. “Wir planen gemeinsam mit den Verlagshäusern, einen Black Friday einzuführen. Er soll das Interesse von Käufern steigern, attraktive Produkte zu preiswerten Konditionen zu erhalten”, meint der GSG-Mitgründer.

Doch die Münchener sind inzwischen weltweit auf Expansionskurs. So sind mehr als 400 Mitarbeitern in 24 Ländern aktiv. “Wir sind im Ausland mit eigenen Niederlassungen stark gewachsen. Trotz unserer weltweiten Internationalisierung sehen wir uns als europäischer Anbieter”, meint er. Dennoch wagte GSG vor 14 Monaten den Sprung auf dem hart umkämpften US-Markt. Kooperationspartner ist hier die Springer-Tochter “Business Insider”, die in dem Geschäftsfeld sehr präsent sind. Sie hat hierfür ein Team geschaffen.

“Vorreiter in der Industrie sind hierbei Medienpartner, wie beispielsweise der ‘Business Insider’, der ein sehr starkes und großen Team an Commerce Content Journalisten aufgebaut hat, die sich vornehmlich um Commerce Content Angebote kümmern”, verrät Traummann. Der Einstieg in den US-Markt hat in der Bilanz Spuren hinterlassen. So hat das Unternehmen 2018 rote Zahlen geschrieben. Doch das soll sich ändern. Trautmann: “Ich gehe davon aus, dass wir 2019 wieder in die Gewinnzone steuern.”

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