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Bleiben Zeitungs-Standorte Halle und Köln bei DuMont? Neue Gerüchte verunsichern die Belegschaft

DuMont-CEO Christoph Bauer
DuMont-CEO Christoph Bauer

Komplett- oder doch lieber nur ein Teilverkauf? Nach der Veräußerung des Berliner Verlags machen neue Spekulationen über den Verkauf der DuMont-Zeitungen in der Branche die Runde. So heißt es, dass die Kölner DuMont Mediengruppe an den Standorten und Zeitungen in Halle und Köln festhalten könnte – in diesem Fall könnten dort allerdings Einschnitte drohen.

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Es war ein Coup, den kaum einer erwartete. Mitte September übernahm das Berliner Unternehmerpaar Silke und Holger Friedrich überraschend den Verlag um die “Berliner Zeitung” von der Kölner DuMont Mediengruppe (MEEDIA berichtete). Mit dem Verkauf des Berliner Verlags hat die Kölner DuMont Mediengruppe eines ihrer größten Probleme vom Tisch. Denn gerade der Berliner Tageszeitungsmarkt gilt seit Jahren als ruinös, da gleich mehrere Regionalzeitungen wie der “Tagesspiegel” und die “Berliner Morgenpost” um die Gunst der Leser buhlen. Dies lastet schwer auf den Auflagen der Hauptstadtblätter.

Für die “Mopo” zeichnet sich eine Lösung ab

Doch der Berliner Verlag ist nur eines von mehreren Regionalzeitungshäusern, die der DuMont-CEO Christoph Bauer seit Monaten loswerden will. In Hamburg steht die traditionsreiche “Hamburger Morgenpost” zur Disposition. Hier scheint sich eine Lösung anzubahnen. So verdichten sich die Spekulationen, dass die “Mopo”-Geschäftsführerin Susan Molzow das Boulevardblatt ihrem Arbeitgeber abkauft (MEEDIA berichtete).

Dazu will sie angeblich Investoren aus dem Hamburger Medienumfeld ins Boot holen, die das Management-Buy-Out finanziell begleiten sollen. Darunter ist ein namhafter Investor, der das Pressegeschäft aus dem Effeff kennt. Denn die Managerin hat sich viel vorgenommen. Sie will angeblich neben der Zeitung und dem Online-Aufritt auch Standbeine im Radio und TV schaffen, um die seit Jahren unter Auflagenschwund leidende Printausgabe dauerhaft am Markt zu halten. Der Deal soll offenbar im November über die Bühne gehen, wenn man sich über den Preis verständigt hat, heißt es im Unternehmensumfeld.

Stockende Verkaufsverhandlungen

Doch was wird aus der “Mitteldeutschen Zeitung”, dem “Kölner Stadt-Anzeiger” und Kölner “Express”? Bei der “Mitteldeutschen Zeitung” wird seit Längerem kolportiert, dass die Hamburger Bauer Media Group ein Auge auf den Titel geworfen haben soll. Obwohl das norddeutsche Verlagshaus eigentlich auf Zeitschriften fokussiert ist, besitzt es mit der Magdeburger “Volksstimme” eine der größten Regionalzeitungen in den neuen Bundesländern.

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Für Verlegerin Yvonne Bauer wäre deshalb der Zukauf der “Mitteldeutschen Zeitung” eine gute Gelegenheit, in einem größerem Verbund Synergien zu heben. Doch bislang ist hier nichts passiert. Ebenso wenig haben sich die seit Monaten kursierenden Gerüchte bewahrheitet, dass ein Medienhaus aus dem rheinischen Zeitungsumfeld den “Kölner Stadt-Anzeiger” schluckt. Immer wieder wurde in den Medien der Verlag der “Rheinischen Post” als aussichtsreichster Erwerber ins Spiel gebracht. Doch auch hier ist seit Monaten keine Bewegung im Markt.

Behält DuMont die Zeitungs-Standorte Halle und Köln?

Dabei hat DuMont-CEO Bauer nicht mehr viel Zeit. Bis zum Jahresende will der Verlagschef die Mitarbeiter und die Öffentlichkeit darüber informieren, wie die weitere Zukunft der Zeitungssparte aussieht. Dabei hatte er stets betont, dass DuMont mehrere Optionen prüfe: Von einem Komplettverkauf bis zu einer teilweisen Veräußerung des heterogen Zeitungsgeschäfts sei alles möglich. Jetzt machen neue Gerüchte in der Branche die Runde, dass der Firmenboss an der “Mitteldeutschen Zeitung”, dem “Kölner Stadt-Anzeiger” sowie dem “Express” festhalten könnte.

Sollte DuMont an den Titeln festhalten, dürften dem Verlag der “Mitteldeutschen Zeitung” am wenigsten Einschnitte drohen, meinen Branchenspezialisten. Das Printhaus hat in der Region Halle eine hervorragende Markstellung. Vor allem die Druckerei ist auf einem guten technischen Stand und soll weiter ausgebaut werden, heißt es. Dagegen sieht die Situation am Standort Köln anders aus. Hier leidet vor allem die Druckerei seit längerem unter einem Investitionsrückstand, heißt es in Branchenkreisen. Die Unternehmensberatung goetzpartners, die für DuMont die strategischen Handlungsoptionen für die Zukunft der Regionalzeitungen ausgearbeitet hat, soll deshalb im Falles eines Nicht-Verkaufs ein großes Fragezeichen hinter der Druckerei gesetzt haben, heißt es in firmennahen Kreisen. Denkbar ist, dass Christoph Bauer auch Personaleinschnitte im Verlag in Köln vornimmt, falls es zu keinem Besitzerwechsel kommt. In Köln wächst deshalb in der Belegschaft die Unruhe, dass das Medienhaus noch vor Weihnachten den Mitarbeitern schlechte Nachrichten überbringen könnte.

DuMont hält sich zu den neuen Marktgerüchten auf Anfrage von MEEDIA bedeckt: “Wir haben uns in dem laufenden Prozess vor allem ein Ziel gesetzt: die beste Lösung für unsere Publikationen, unsere Mitarbeiter und die Medienhäuser an unseren Standorten zu erarbeiten. Wie Sie wissen, gibt es noch keine Entscheidungen für die Standorte Köln, Halle und Hamburg. Hier läuft aktuell noch die Prüfung der strategischen Optionen”, so eine Sprecherin. Und fügt hinzu: “Wir gehen nach wie vor davon aus, diesen Prüfprozess bis Jahresende abgeschlossen zu haben. Entsprechend werden wir spätestens Ende 2019 darüber informieren, wie die weiteren Teile des DuMont Portfolios im Geschäftsfeld Regionalmedien – insbesondere die Medienhäuser sowie die Medien- und Management-Services, Druck und Logistik – fortgeführt werden.”

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