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“stern Crime Plus”: Gruner + Jahr startet erstes kostenpflichtiges Digitalabo

Crime-Redaktionsleiter Giuseppe Di Grazia
Crime-Redaktionsleiter Giuseppe Di Grazia Foto: Andra Klein; Montage: Meedia

Bei Gruner + Jahr lag der strategische Fokus bislang auf Reichweite und Umsatz der Digitalangebote. Nun führt das Hamburger Verlagshaus, später als viele Wettbewerber, das erste journalistische Bezahlmodell ein. "stern Crime Plus" soll als Nischenprodukt auch Erfahrungen für weitere Projekte liefern.

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Dass das Verlagshaus Gruner + Jahr über ein digitales Bezahlabo für die Marke “stern” nachdenkt, ist schon etwas länger bekannt. Seit Dienstagmittag gibt es nun das erste kostenpflichtige Digitalabo für einen Ableger aus der Markenfamilie: “stern Crime Plus” heißt das werbefreie Produkt. “Der Start des Bezahlangebots ist ein wichtiger Schritt in der Markenausbaustrategie, die wir in diesem Jahr begonnen haben”, erklärt Giuseppe Di Grazia, Redaktionsleiter von “stern Crime”, im Gespräch mit MEEDIA.

“Führende multimediale Medienmarke für True-Crime-Fans werden”

Aus der ursprünglichen Magazinmarke, die seit 2015 das Segment True Crime bedient, wird nun eine multimediale Medienmarke geformt, die neben dem Printprodukt auch Podcasts, Videos, Audio und Live-Veranstaltungen beinhaltet. So soll es im Jahr 2020 eine Event-Reihe im deutschsprachigen Raum geben, die gemeinsam mit dem Verlag Random House im Rahmen der Content Alliance organisiert wird. Außerdem wird ein Fokus auf den bereits bestehenden Podcasts “Spurensuche” und “Wahre Verbrechen” liegen, die jeweils in eine neue Staffel gehen, so Di Grazia. Auch Konzepte mit mehr erzählerischen Aspekten nach dem US-Vorbild “Serial” seien in Planung.

Für 5,99 Euro im Monat – oder 7,49 Euro inklusive Magazin – erhalten Nutzerinnen und Nutzer laut Ankündigung künftig mehr tiefergehende Inhalte zu den Kriminalfällen. “Es gibt neue Audio- und Video-Interviews, mit Opfern, Tätern, Ermittlern sowie Reporterinnen und Reportern, die die Hintergründe zu den Geschichten beleuchten”, so der Redaktionsleiter. Auch der Austausch mit der Redaktion in Form von Themen-Votings und Fragerunden soll ermöglicht werden. Ein Vorteil für bezahlende Digitalnutzer liegt in Rabatten für Live-Events wie den Lesungen.

“stern Plus” startet noch 2019
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Mögliche Ziele bei den Abozahlen nennt Di Grazia nicht. Er glaubt jedoch, “dass wir mit der Marke eine gute Stellung im Markt erreicht haben und ein Thema bespielen, das viele Leute so sehr interessiert, dass sie ein Abo abschließen.” G+J hat vor vier Jahren als erster deutscher Verlag auf True Crime gesetzt. Seit Frühjahr 2018 produziert beispielsweise auch die “Zeit” ihr eigenes Crime-Magazin samt Podcast.

Bei der Gewinnung von zahlenden Abonnenten spiele künftig die Reichweite von stern.de eine wichtige Rolle, so eine Verlagssprecherin, um die Leserschaft auf das neue Angebot aufmerksam zu machen. Die Zielgruppe ist laut Verlagsangaben zu 80 Prozent weiblich, zwischen 30 und 40 Jahre alt und gut gebildet. Für den Aufbau der technischen Plattform hinter “Crime Plus” hat der “stern” im Rahmen der Google Digital News Initiative eine Anschubfinanzierung erhalten.

Die Erfahrungen mit “stern Crime Plus” sollen, so der Plan, zudem Erkenntnisse für “stern Plus” generieren, beispielsweise hinsichtlich technischer Details und der Nutzbarkeit. Laut Verlagsangaben kommt das digitale Bezahlangebot der Dachmarke noch in diesem Jahr. “Wir sind mit Paid später dran als andere Verlage – was uns nicht davon abhalten wird, ganz bald auch ‘stern Plus’ zu launchen”, sagt “stern”-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier.

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