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Neue Mitglieder beim BDZV: Verband plant Sondermitgliedschaften für Digitalpublisher

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Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) stellt die Weichen, um sich verlagsunabhängigen Digitalpublishern zu öffnen. Er will hierfür bis Ende Mai intern die notwendigen Schritte einleiten, um den Webunternehmen Sondermitgliedschaften anzubieten. Der VDZ dagegen zeigt bislang keine Anzeichen, einen ähnlichen Schritt zu gehen.

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Es war ein überraschender Schritt. Vor zwei Wochen hatte die Mitglieder- und Delegiertenversammlung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) beschlossen, den Verbandsnamen zu ändern. Zwar bleibt die Marke BDZV bestehen, der Buchstabe D bekommt aber eine andere Bedeutung. Danach steht die Abkürzung künftig für Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (MEEDIA berichtete). Doch vor der offiziellen Nutzung musse der neue Name noch beim zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingereicht und bewilligt werden – bis dahin wird der bisherige Name weitergeführt.

BDZV-Präsident Mathias Döpfner hatte die geplante Namensänderung als “kleinen symbolischen Schritt” bezeichnet, der aber eine große Perspektive für den Verband bedeute. Denn Döpfner zufolge verlieren die Zeitungen mit ihren klassischen Angeboten weiter an Anzeigen und Lesern. Print und Digital gemeinsam könnten jedoch ein Erfolgsmodell sein, sagte er. Daher will sich der Verband verlagsunabhängigen Digitalpublishern öffnen, die bisher kein Mitglied des Verbands sind. Sie bekommen dadurch auch die Chance, künftig am vom BDZV initiierten Digitalkongress beBETA teilzunehmen. Dieser findet das nächste Mal Ende Mai 2020 statt. Die Zeit will der BDZV derweil nutzen, um sich neu aufzustellen. “Bis dahin wollen wir innerhalb des Verbands die Weichen dafür stellen, dass eigenständige digitale journalistische Marken, die bisher noch keine Verbindung zum Verband haben, eine Sondermitgliedschaft abschließen können”, kündigt BDZV-Geschäftsführerin Katrin Tischer gegenüber MEEDIA an. Für die Digitalpublisher ist der BDZV dabei, ein entsprechendes Beitragsmodell aufzusetzen. “Das Beitragsmodell wird intern erarbeitet und abgestimmt. Eine Erlössteigerung für den Verband steht für uns heute nicht im Fokus”, betont Tischer.

Mit dem Vorstoß steht der BDZV bislang allein da. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zeigt aktuell keine Ambitionen, verlagsunabhängigen Digitalpublishern Sondermitgliedschaften anzubieten. Fragt man beim VDZ nach, bekommt man hierzu eine ausweichende Antwort. “Der VDZ ist wie der BDZV bei den Themen der digitalen Transformation und Digitalisierung einer der Vorreiter unter den Medienverbänden”, sagt VDZ-Sprecherin Antje Jungmann gegenüber MEEDIA. So seien im Verband bereits viele Verlage mit ihren Digital-Tochtergesellschaften Mitglieder. Die digitalen Fragestellungen würden etwa im Steering Committee Digital Media besprochen und in innovative Projekte oder wichtige Studien, etwa zur E-Privacy-Regulierung umgesetzt. “Darüber hinaus hat der VDZ mit Veranstaltungen wie der internationalen Leitkonferenz Digital Innovators‘ Summit, dem VDZ Tech Summit und dem VDZ Digital Advertising Summit, zahlreichen Digital-Studien und vielen nationalen und internationalen Digital Study Touren ein starkes Portfolio für alle Mitglieder“, heißt es.

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Grund für die Zurückhaltung ist möglicherweise auch die bevorstehende Strukturreform des Verbands. So plant die Lobbyvereinigung der Magazinbranche, die Landesverbände mit dem Bundesverband zu verschmelzen. Für den VDZ ist der Umbau ein Kraftakt. Zudem drängt die Zeit. Denn bis zur Publishers Night am 4. November will der VDZ seinen Delegierten ein abstimmungsreifes Konzept präsentieren. Dazu tagen inzwischen die jeweiligen Landesverbände – darunter vor kurzem der Landesverband in Hamburg. Hier hatten die Mitglieder über die Strukturreform heftig diskutiert.

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Alle Kommentare

  1. Die Verbandsstruktur der Verlegerverbände und der nahe verwandten Vertriebs- und Abo-Verbände ist angesichts der Medienmacht der GAFA-TAB nicht zukunftsfest.

    “Our liberty depends on freedom of the press. And that cannot be limited without being lost.” – Thomas Jefferson

    So ist nun Zeit, wieder zu lernen, “Wie man mit dem Hammer philosophirt“ (Nietzsche).

    Eine europäische Antwort ist überfällig – europaweit und weltweit aufgestellt.

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