Partner von:
Anzeige

Wegen Restrukturierungsmaßnahmen: Axel Springer mottet das Printprojekt “Bild Politik” endgültig ein

Die Macher von “Bild Politik”: Nikolaus Blome und Selma Stern
Die Macher von "Bild Politik": Nikolaus Blome und Selma Stern © Sybill Schneider

Am 5. Juli erschien die letzte Ausgabe des Magazinprojekts "Bild Politik". Damals hatte Axel Springer die Testphase der Zeitschrift als "planmäßig" abgeschlossen bezeichnet. Seither war ungewiss, ob das Heftprojekt endgültig beerdigt ist. Jetzt hat Vorstandschef Mathias Döpfner für das Zeitschriftenvorhaben im Zuge der Neuausrichtung der "Bild"-Gruppe – wenig überraschend – die Reißleine gezogen.

Anzeige

Es war ein ungewöhnliches Magazinkonzept. Statt nach klassischen Ressorts wie Innen- oder Außenpolitik geordnet, hatte „Bild Politik“ nur drei Rubriken: Ärger, Freude und Neugier. Damit wollte “Bild”-Vize-Chefredakteur Nikolaus Blome das aktuelle politische Geschehen aus der Brille des Lesers einfangen. “In diesen politisch stark emotional geprägten Zeiten nehmen wir mit der neuen Heftstruktur die Gefühle der Leser ernst und geben ihnen kompakt verdichtet, transparent und schnell erfassbar die Fakten und Einordnung zu den wichtigsten Fragen der Woche”, sagte Blome damals über das Konzept. Ideengebern war Selma Stern, zum damaligen Zeitpunkt Assistentin von Springer-Vorstandsmitglied Jan Bayer.

Anfang des Jahres startete Axel Springer den Test: Doch nach wenigen Wochen zeigte sich bereits, dass der Newcomer im hart umkämpften Markt der Politikmagazine gegen “Spiegel”, “Focus” & Co. keine echte Chance hat. Zwar belieferte Springer diverse Verkaufsstellen in Hamburg und Lüneburg mit insgesamt 20.000 Exemplaren. Recherchen von MEEDIA ergaben aber, dass sich für die Premierenausgabe lediglich 2.500 bis 3.000 Käufer fanden. Am 5. Juli erklärte der Vorstand die Testphase dann überraschend als “planmäßig” abgeschlossen. Seither ließ Döpfner offen, ob und wie es mit “Bild Politik” weitergeht.

Jetzt ist klar: Es geht nicht weiter. Grund hierfür ist auch der aktuelle Umbau der “Bild”-Gruppe, die durch die Verschmelzung der Redaktionen von “Bild” und “Bild am Sonntag” zu einem deutlichen Stellenabbau führt. “Das Print-Konzept von ‘Bild Politik’ wird im Zuge der geplanten Neuausrichtung und Strukturmaßnahmen nicht weiterverfolgt”, erklärt ein Sprecher von Springer auf Anfrage von MEEDIA. Und fügt hinzu: “Die Ergebnisse aus der Marktforschung bescheinigten uns zwar, dass die Leserinnen und Leser vor allem die innovative, prägnante und verständliche Themendarbietung sowie die Konzentration auf das Wesentliche schätzen. Aber im Zuge unserer klaren Strategie, uns zu fokussieren und vor allem in wachsendes Digitalgeschäft zu investieren, passt das nun nicht mehr.”

Anzeige

Erst Ende 2018 hatte der Verlag die täglich erscheinende “Fußball Bild” eingestellt. Jetzt soll die “Bild”-Marke mit einer Live-Video-Strategie bei den Lesern bekannter zu machen und auch ins Fernsehen verlängert werden.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wie schade! Ich habe mich schon so auf die messerscharfen politischen Analysen aus dem Hause Springer gefreut.

  2. Politik als Gefühlskino für Doofe – eine Mega-Idee, nur sind die Leser dafür noch nicht reif. Bild arbeitet weiter daran.

  3. Ganz bitter für den Wutmob. Nun bekommt er keine Spezialpostille mehr mit “Ärger”-Textschnipseln, die auf “das Wesentliche konzentriert” ist, und seine “Gefühle” stehen auch nicht mehr im Mittelpunkt, womöglich werden sie nicht einmal mehr “Ernst genommen”.

    Obwohl: Es bleibt zu seinem Glück das tägliche Hetzblatt, mit dem man sich erregen kann. Gerade nochmal gut gegangen.

    1. Das Hetzblatt erscheint doch wöchentlich: oder hat sich am Rhythmus des Spiegels etwas geändert?

    2. Der Wutmob wird mit SPIEGEL, Stern und Focus doch noch ausreichend bedient. Da fällt der Verlust von Bild Politik nicht ernsthaft ins Gewicht.

      1. Also, wenn ich mir die IVW-Zahlen anschaue, dann machen das die 3 kleinen Strolche

        SPIEGEL (das war ich nicht…),
        Stern (Alter, ich Schwör… )
        und Focus (hi, hi, hi …)

        auch nicht mehr lange.

        (gekürzt, bitte achten Sie auf Ihre Ausdrucksweise. Red.)

    3. Jetzt mal ernsthaft:

      Das ausgerechnet du, nach *so einem* Post, andere als “Wutmop” bezeichnest, das ist der Treppenwitz schlechthin. 🙂

      Kein anderer Post zu diesem Artikel ist so von Wut und Gehässigkeit zerfressen, wie deiner.

    4. Der “Wutmob” weiß mitlerweile, was er von solchen Blättern halten kann, das müssen Sie nicht noch mal ausbrüten. Linksgrüner Schrott, aufgearbeitet als angeblich “konservativ”. Also Linker Schrott.

  4. Dass die Nummer ein Rohrkrepierer wird war eh klar, aber was solls, Springer kann es sich ja leisten.

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
Meedia

Meedia