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Nach Relotius-Affäre: “Spiegel”-Chefredakteur Steffen Klusmann baut Gesellschaftsressort um

Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann
Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann

Nach der Affäre um den Skandal-Reporter Claas Relotius baut "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann das Gesellschaftsressort um: So benennt er das Ressort in "Reporter" um und macht Özlem Gezer zur Leiterin.

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“Spiegel”-Chefredakteur Steffen Klusmann stellt das Gesellschaftsressort des Spiegel neu auf. Er benennt das Ressort um in “Reporter” und setzteÖzlem Gezer, bisher Vize-Chefin des Gesellschaftsressorts, als Leiterin ein. “Die Seiten in der Mitte des Heftes werden der Platz für Reportagen, Porträts, Reports und große Rekonstruktionen bleiben, er wird allerdings geöffnet und künftig auch von Kollegen aus den anderen Ressorts bestückt”, heißt es dazu in einer Verlagsmitteilung. Steffen Klusmann: “Besondere Erzählstücke sind ein wichtiger Bestandteil der DNA des ‘Spiegel’, daran ändern auch die Fälschungen von Claas Relotius nichts.“

Stellvertreter von Özlem Gezer werden Hauke Goos und Britta Stuff, die für diese Aufgabe zum 1. Januar 2020 zum “Spiegel” zurückkehrt. “Ich freue mich sehr, dass Britta Stuff wieder zum ‘Spiegel’ kommt”, so Klusmann. “Das neue Führungsteam wird beweisen, dass der Reportage bei uns zurecht ein besonderer Platz eingeräumt wird.“

Özlem Gezer ist seit 2012 beim “Spiegel”. Sie war zunächst Redakteurin im Deutschlandressort in Berlin, dann in Hamburg. Seit 2014 arbeitet sie im Gesellschaftsressort, seit 2017 als stellvertretende Ressortleiterin. Zuvor hat Gezer für den “stern“ und das ZDF in Istanbul gearbeitet. Sie besuchte die Henri-Nannen-Schule. Britta Stuff ist derzeit Redakteurin im Politikressort der “Zeit”. Sie war von 2015 bis 2018 im Hauptstadtbüro des “Spiegel”. Stuff besuchte die Journalistenschule Axel Springer und arbeitete danach neun Jahre bei “Welt” und “Welt am Sonntag” als Redakteurin und Reporterin. Hauke Goos ist seit 1999 für den “Spiegel” tätig. Er hat lange für das Gesellschaftsressort geschrieben, wechselte 2017 ins Wirtschaftsressort und kehrte 2018 zum Gesellschaftsressort zurück. Zuvor war er fünf Jahre lang für die Sendung “Akte” auf Sat.1 als Fernsehreporter tätig. Goos besuchte die Henri-Nannen-Schule.

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gl

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Alle Kommentare

  1. Konsequent wäre es gewesen, sich von Reportagen gänzlich zu verabschieden. Dazu hätte man aber deren Strukturprobleme benennen müssen: den penetranten Subjektivismus bei Themensetzung und Darstellung, der sich mit elitärer political correctness paart und dem festen Glauben, dass Leser solche schematischen Erlebnisaufsätze für das Nonplusultra halten und die Schreiberlinge für den Standesadel. Soviel Selbstkritik war aber nicht drin.

  2. Obwohl Frau Gezer in Sachen Relotius als bisher stellvertretende Ressortleiterin genauso versagt hat wie Matthias Geyer und Ullrich Fichtner scheint sie daraus Profit geschlagen zu haben.

  3. Der Spiegel hat erstmal seine Rolle als Märchenerzähler weg. Das kann viele, viele Jahre dauern, bis man dem Spiegel wieder glaubt.

  4. Das Gesellschaftsressort in “Reporter” umzubenennen, obwohl dort “Meinungs-Schaffende mit Rückgrat” tätig sind und das noch als “Neuanfang” zu verkaufen, suggeriert mir etwas von Musikkapelle auf der Titanic.

    Na, darauf einen Champagner …

  5. Özlem Gezer ist seit 2012 beim “Spiegel”.

    Das sagt alles über den “Neuanfang”.

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