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“Massiver Preisnachlass”: Die dpa bereitet sich mit einem Sparkonzept auf schwindende Abo-Erlöse vor

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In zahlreichen Medienhäusern und Redaktionen wird über Sparmaßnahmen diskutiert, auch das Kürzel dpa fällt dabei immer wieder. So soll die "Bild", wie es in einem Bericht heißt, derzeit mit der Nachrichtenagentur über einen "massiven Preisnachlass" verhandeln. dpa-Chefredakteur Sven Gösmann arbeitet bereits an Gegenmaßnahmen.

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Bei der “Bild”, so berichtet es die “Süddeutsche Zeitung”, habe die Print-Redaktion mehrere Tage komplett auf den Dienst der Nachrichtenagentur verzichtet, was bei den dpa-Verantwortlichen zu Sorgenfalten geführt habe. Die Ansage an die Außenstellen sei gewesen, nun möglichst viele Exklusiv-Geschichten zu liefern. Die “Bild”-Manager, heißt es, seien jedoch der Ansicht, dass sie bislang zu viel für die dpa-Meldungen gezahlt hätten und verhandeln seitdem über einen “massiven Preisnachlass”.

dpa-Chefredakteur Sven Gösmann wollte dies weder bestätigen noch dementieren. Allerdings zitiert die “SZ” aus einem Rundbrief Gösmann an die Landesbüros, in dem von “sehr herausfordernden Vertragsgesprächen mit Großkunden” die Rede ist. Der Ausgang der Verhandlungen sei ungewiss, sodass es “in den Etats der kommenden Jahre spürbarere Umsatzverluste” geben könnte.

Kritik am Sparkonzept kommt aus NRW-Büro

Fernab der “Bild”-Verhandlungen besteht ein grundsätzliches Problem in den schwindenden Abo-Erlösen, weil es immer weniger Vollredaktionen gebe, soll Gösmann bei einer Mitarbeiterversammlung in einem Landesbüro gesagt haben. Er und die Chefredaktion haben bereits ein Sparkonzept ausgearbeitet, gemeinsam mit einer “Changemanagerin”. Danach soll die Bearbeitung der Texte für die zwölf Landesdienste spätestens bis Ende 2020 in Berlin zentralisiert werden. Acht bis zehn Redakteursstellen könnten dadurch wegfallen, allerdings soll der Abbau “sozialverträglich” passieren, wie es heißt.

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Dass Sparkonzept stößt in den Außenstellen auf wenig Begeisterung. Redakteure aus dem NRW-Landesbüro verschickten vorigen Woche einen offenen Brief, in dem sie die Maßnahmen kritisierten. “Für hochwertige, konzentrierte Berichterstattung bliebe deutlich weniger Zeit. Das würden auch die Kunden merken”, heißt es in dem Schreiben. Die Befürchtung sei, dass es einen “unnötigen, vermeidbaren, deutlichen Qualitätsverlust” gebe. Daher appelliere ein “Großteil der Belegschaft” an den Chefredakteur, seine Strategie zu überdenken.

Es sei zudem nicht auszuschließen, dass Mitarbeiter nach Berlin umziehen müssen. Gösmann betonte gegenüber der “SZ”, dass teils Desk-Stellen in die Hauptstadt geholt würden, die in den Landesbüros aktuell ohnehin unbesetzt seien. Die Zahl der Reporter bliebe unangetastet, Büros sollen nicht geschlossen werden, so der Chefredakteur. Insofern gehe das Sparkonzept “nicht an den journalistischen Kern”.

tb

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