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Ausstieg bei Axel Springer: Druckerei-Chef Thomas Drensek verlässt überraschend Berliner Medienkonzern

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner drückt nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors KKR weiter auf die Kostenbremse. Er plant, in vielen Bereichen Personal einzusparen. Davon betroffen ist neben „Bild“ und „Welt“ auch die Drucksparte. Jetzt kehrt der Geschäfts- und Werksleiter der drei konzerneigenen Druckhäuser in Ahrensburg, Essen-Kettwig und Spandau, Thomas Drensek, Axel Springer überraschend den Rücken.

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In der Belegschaft von Axel Springer wächst die Unsicherheit über einen drohenden Stellenabbau. Vorstandschef Mathias Döpfner hatte die Arbeitnehmer bereits vorgewarnt, dass es zu harten Personaleinschnitten kommen könnte. Betroffen von den Umstrukturierungen ist neben „Bild“, „Welt“, den Zeitschriften und der Holding (MEEDIA berichtete) auch die Drucksparte. Dabei will Döpfner „eher bei den Häuptlingen als bei den Indianern sparen“.

Jetzt geht ein erster „Häuptling“. Überraschend verlässt Thomas Drensek, langjähriger Geschäfts- und Werkleiter der drei Druckhäuser Ahrensburg, Essen-Kettwig und Spandau, den Konzern. Das bestätigt ein Sprecher von Springer auf Anfrage von MEEDIA. Zu den Gründen über das Ausscheiden will der Unternehmenssprecher keine Angaben machen. Drensek, 1960 geboren, verbrachte fast sein gesamtes berufliches Leben bei Axel Springer. Er hatte hier 1989 als Assistent des Vorstands „Technik“ angefangen.

Seine Aufgaben soll nun Bertram Stausberg „bis auf Weiteres“ übernehmen. Der ehemalige Prinovis-Manager wurde im April zum Geschäftsführer der Axel Springer Printmanagement GmbH berufen und verantwortete laut Springer gemeinsam mit Drensek die Druckereien. Ob der Berliner Medienkonzern nun einen neuen Geschäfts- und Werksleiter für alle Druckstandorte einstellt, bleibt abzuwarten. In der Belegschaft nimmt indes die Befürchtung zu, dass es zu einem weiteren Umbau des Bereichs kommt. Denn die schrumpfenden Print-Auflagen von „Bild“ und „Welt“ sezen die Drucksparte massiv unter Ertragsdruck.

Im 1. Halbjahr 2019 wies der Bereich „Services/Holding“, zu dem die Druckereien gezählt werden, ein EBIT von minus 56,8 Millionen Euro aus. Erst im vergangenen Jahr hatte das Berliner Medienunternehmen seine Druckstrategie neu ausgerichtet und dabei teils für Empörung gesorgt. So ließ Springer einen langjährigen Druckauftrag für eine Teilauflage der „Bild“ und „Welt“ bei der Frankfurter Societätsdruckerei auslaufen und verlagerte diesen kurzerhand. (MEEDIA berichtete)

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