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“Cherrypicking” beim VDZ: Warum der Klambt-Verleger Lars Rose G+J, Spiegel & Co. kritisiert

Verleger Lars Rose
Verleger Lars Rose Foto: Klambt

Der Klambt-Verleger Lars Rose hat das Verhalten von Gruner + Jahr (G+J), Spiegel, Zeit & Co. gegenüber dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger massiv kritisiert. Die Verlage, die sich vor einigen Jahren aus dem Arbeitskreis Publikumszeitschriften zurückgezogen haben, würden weiter Informationen des VDZ nutzen, ohne entsprechende finanzielle Gegenleistung. Damit erhöht Rose vor der geplanten Strukturreform des VDZ den Druck auf die Medienhäuser, sich wieder stärker im Bundesverband zu engagieren.

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Lars Rose, Verleger des Zeitschriftenverlages Klambt, versuchte seine Verärgerung diplomatisch auszudrücken. Was derzeit G+J, Spiegel, Zeit & Co. beim Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) betreiben würden, sei “Cherrypicking”, rügte er. Gemeint ist, dass die Hamburger Verlagshäuser derzeit “aktiv” Informationen vom Arbeitskreis Publikumszeitschriften des VDZ “abgreifen” würden, ohne eine entsprechende finanzielle Gegenleistung. Das finde er “schlimm”, so Rose anlässlich des VDZ Distribution Summit in Hamburg.

Hintergrund für den Zoff ist, dass sich G+J, Spiegel & Co. vor einigen Jahren nach Querelen um die Art der Nominierung von Funke-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner zum VDZ-Präsidenten teilweise aus dem Branchenverband zurückgezogen hatten. So schieden die Printhäuser aus dem besonders wichtigen Fachverband Publikumszeitschriften des VDZ aus, der ein Teil des Bundesverbands ist, blieben jedoch im VDZ-Landesverband (MEEDIA berichtete).

Kritik trifft besonders Gruner + Jahr

Laut Rose profitierten die Unternehmen aber weiterhin von den Ergebnissen des Arbeitskreises Publikumszeitschriften, ohne hierfür zu zahlen. Besonders G+J trifft die Kritik des Klambt-Chefs: “Ich greife aktiv Informationen ab und ich zahle nicht ein, weil ich gerade 63 Millionen Euro Gewinn mache, dann hat das für mich einen ganz bittersüßen Beigeschmack”, betonte der Zeitschriftenmacher. Rose appellierte deshalb an G+J, Spiegel & Co. wieder in die “Gemeinschaft des VDZ” zurückzukehren.

Damit erhöht der Verlagschef vor der anstehenden Strukturreform des VDZ den Druck auf G+J, dem Bundesverband beizutreten. Denn im November soll die Delegiertenversammlung des Zeitschriftenverbands entscheiden, ob die Landesverbände mit dem Bundesverband verschmelzen. Da die Hamburger Medienhäuser derzeit nur im Landesverband aktiv sind, würden sie nach einer Fusion der Verbandsstrukturen wieder auf Bundesebene zurückkehren. Dann wären sie automatisch auch Teil des Arbeitskreises Publikumszeitschriften und könnten von den Ergebnissen der hauptberuflichen und ehrenamtlichen VDZ-Mitarbeiter profitieren.

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Hamburger Printhäuser halten sich bedeckt

Bislang halten sich jedoch die Hamburger Printhäuser hierzu bedeckt, ob sie nach der Strukturreform dabei bleiben oder nicht. Dass sich unter anderem G+J bei dieser Frage zurückhält, könnte an der künftigen Beitragsstruktur liegen. Denn durch eine Fusion der Landesverbände mit dem Bundesverband dürften die Beiträge für die betroffenen Verlage deutlich anziehen – zu Lasten ihrer eigenen Ertragslage.

Von G+J war kurzfristig keine Stellungnahme zu erhalten.

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