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Wechsel an der Spitze von bento: Lüpke-Narberhaus und Reißmann bekommen neue Positionen beim “Spiegel”

Das (noch) aktuelle Logo von bento
Das (noch) aktuelle Logo von bento

Beim Jugendangebot bento gibt es eine neue Redaktionsleitung: Viktoria Bolmer und Julia Rieke leiten nun das Nachrichtenportal. Sie übernehmen damit von Frauke Lüpke-Narberhaus und Ole Reißmann, die beide innerhalb des "Spiegel"-Verlags andere Positionen einnehmen. Der Wechsel an der Spitze geht einher mit einigen optischen und inhaltlichen Anpassungen.

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Viktoria Bolmer und Julia Rieke bilden seit kurzem die neue Leitung bei bento, dem jungem Portal des “Spiegel”. Die bisherigen Chefs Frauke Lüpke-Narberhaus und Ole Reißmann rücken innerhalb der integrierten “Spiegel”-Redaktion auf leitende Jobs auf.

Lüpke-Narberhaus leitet zukünftig gemeinsam mit Anke Dürr das neue Ressort “Leben” im Printbereich, wie sie in einem Tweet mitteilt. Dieses bauen beide gemeinsam auf. Reißmann dagegen kümmert sich als geschäftsführender Redakteur um neue Produkte – sowohl für Print als auch Online – und um den Funnel, “alles von Social über Newsletter bis zu App-Features”, wie er schreibt.

An der Ericusspitze ist derzeit ohnehin viel los: Online- und Printredaktion stehen kurz davor, zur neuen Gemeinschaftsredaktion zu verschmelzen. Dazu will das Unternehmen im September seine Organisation umkrempeln. Alle Ressorts des Print-“Spiegel” und von “Spiegel Online” werden zusammengelegt. Beide Sparten hatten jahrelang – zu unterschiedlichen Bedingungen – eher neben- statt miteinander gearbeitet. Der Digital-Relaunch soll bereits kommende Woche zur Dmexco präsentiert werden (MEEDIA berichtete). Auch dazu hat sich der “Spiegel” in einem Blogeintrag detailliert geäußert.

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Ursprünglicher Ansatz funktionierte nicht auf ganzer Linie

Wie es nun mit bento weitergeht, verrät die Redaktion in einem am Mittwoch veröffentlichten Blogeintrag. Vier Jahre nach der Gründung am 1. Oktober 2015 soll in diesem Herbst ein überarbeitetes Portal starten. “Frauen und Männer zwischen 18 und 30 Jahren zu erreichen, die im Internet zu Hause sind und tendenziell den ‘Spiegel’ nicht lesen”, sei das Ziel zum Start gewesen. Man sei mit der Idee angetreten, schnelle, kurze News und aktuelle Erklärstücke zur Nachrichtenlage zu liefern. Längere Geschichten sollten nur einmal täglich erscheinen.

Funktioniert hat der Ansatz allerdings nie so ganz, heißt es in dem Beitrag. Bento hängt mit seiner Reichweite zu fast drei Vierteln an “Spiegel Online”. Konkret bedeutete dies bislang: “Wird von dort verlinkt, erreicht eine Geschichte viele interessierte Leser, ansonsten allzu oft nicht.” So stellte sich bei den Verantwortlichen des Ablegers die Frage, wie sinnig die Positionierung als eigenständiges Nachrichtenportal ist, wenn viele Nutzer bento letztlich als junges Ressort von “Spiegel Online” wahrnehmen.

Mehr Magazininhalte, weniger “Klickenswertes”

Auf Grundlage von Umfragen und Statistiken soll die Strategie wie folgt aussehen: “nicht möglichst viel Klickenswertes publizieren (…), sondern magazinige Stoffe mit Haltung im besten Sinne anbieten”, erläutern die Verantwortlichen. Jene Inhalte, so die Idee, passen damit auch zur Kernmarke. Gleichwohl soll sich nichts an der Ausrichtung der Zielgruppe und den Themenfeldern ändern. Gerechtigkeit, Uni, Arbeit, Freizeit, Gefühle und Queer bleiben im Zentrum der Berichterstattung. Auch die eigene Seite wird Bestand haben.

Was sich jedoch ändert, ist der Look von bento, der sich zwar mehr am “Spiegel” orientieren wird, aber als Marke erhalten bleibt. “Bento soll nicht wie der ‘Spiegel’ sein, sondern ‘vom Spiegel'”, so die Erklärung. Dies steht künftig auch im Logo. Dazu heißt es: “Wir haben uns als Leitfarbe für ein klares, intensives Blau entschieden, in gewisser Analogie zum klaren, intensiven Orange des ‘Spiegel’, das damit harmoniert.”

tb

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Alle Kommentare

  1. Völlig unverständlich wie sich der Spiegel als seriöser Journalismus wiederfinden will, wenn er sich Personal aus diesem dümmlichen Machwerk Bento bedient.
    Als ob die letzten verbliebenen Spiegelleser noch mehr journalistischen Dünnschiss a la Sex mit Gurken, Sex mit Hackfleisch, Sex mit Flüchtlingen lesen wollten.

  2. “Lüpke-Narberhaus leitet zukünftig gemeinsam mit Anke Dürr das neue Ressort ‘Leben’ im Printbereich, wie sie in einem Tweet mitteilt.”

    Die Bentoisierung des “Spiegel” schreitet voran.

  3. Schwer zu begreifen, warum die Fans der vier bento-Rubriken „Fühlen, Gerechtigkeit, Haha, Quiz“ nicht en masse zum Print-Spiegel konvertiert sind. Schließlich schreibt dort z.B. Tante Elke ihre Kolumne „Ich weiss es doch einfach nicht besser“, und es hat diesen ewig jungen Schenkelklopfer namens „Hohlspiegel“, der auch Heranwachsende dort abholt, wo sie gerade sind.

    Trotzdem, hausinterner Niveau-Transfer in Gestalt zweier bento-Urgesteine ist der richtige Schritt. Mehr Haha und Quiz kann dem Heft nur nützen.

  4. “Wird von dort verlinkt, erreicht eine Geschichte viele interessierte Leser, ansonsten allzu oft nicht”

    Interessierte Leser, witzig. Die extrem hohe bounce rate spricht eher dafür, dass viele Spiegelleser einfach aus Versehen auf einen Bentoartikel klicken und anschließend möglichst schnell wieder verschwinden. Das bläht die “Reichweite” natürlich künstlich auf.

    1. “… einfach aus Versehen auf einen Artikel klicken…” Ja sicher.

      Wie das Spiegel-Online-Leser eben so machen: Die klicken einfach willkürlich überall drauf und wollten’s eigentlich gar nicht und dann aber wieder von vorne und immer wieder neu. Klingt vollkommen plausibel, wenn Sie so fachmännisch herumspekulieren.

      1. Erst meinen Beitrag verstehen, dann antworten. Wie erklären Sie sich eine bounce Rate von mehr als 80% bei Bento gegenüber 50-60% bei seriösen Nachrichtenportalen.

        Übrigens klicken viele spontan auf eine Überschrift, ohne sie sich genauer anzusehen. Umsatzgenerierung durch reisserische Überschriften funktioniert deprimierend gut in der Nachrichtenbranche.

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