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„Apotheken Umschau“ im neuen Gewand: Wort & Bild-Verlag schielt mit Relaunch auf neue Leserschichten

Geschäftsführer Dennis Ballwieser – Foto: Wort & Bild Verlag

Der Wort & Bild-Verlag verordnet der „Apotheken Umschau“ einen umfassenden Relaunch. Neue Formate und eine neue Optik sollen dem publizistischen Flaggschiff des Printhauses helfen, mehr Abos bei den Apothekern zu gewinnen. W&B-Geschäftsführer Dennis Ballwieser wertet dies nicht als Reaktion auf den massiven Angriff des Burda-Konkurrenten „My Life“. Er will mit dem Heftumbau vielmehr neue Leserschichten gewinnen.

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Es ist ein Print-Angriff auf das hart umkämpfte Kundenmagazin-Segment der rund 18.800 Apotheken: Kaum fünf Monate auf dem Markt, baut das Medienhaus Burda um die Zeitschrift „My Life“ eine eigene Markenfamilie auf. Gleich mit drei neuen Line Extensions drängt der Verlag auf den Markt – darunter mit „My Life Gesundheit & Lebensfreude Senioren Magazin“.

Von dem Vorstoß ist vor allem der Wort & Bild-Verlag betroffen, der mit der „Apotheken Umschau“ und Beibooten wie dem „Senioren Ratgeber“ bislang als Platzhirsch auf dem Markt der Kundenpublikationen für Apotheken galt. Trotz des neuen Wettbewerbers gibt sich W&B-Geschäftsführer Dennis Ballwieser gelassen. „Ich freue mich über jeden, der mit kreativen, frischen Ideen die stationäre Apotheke stärkt. Die Versuche Dritter, uns zu kopieren, verstehe ich als Anerkennung. Als Partner der Apotheke sehen wird das als Ansporn und Motivation, noch innovativer zu werden“, betont er gegenüber MEEDIA.

„Wir spüren keine Werberückgänge“

Von einem Verdrängungswettbewerb der „Apotheken Umschau“ durch den neuen Burda-Konkurrenten „My Life“ will Ballwieser deshalb auch nichts wissen. „Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Apotheken derzeit viel ausprobieren. Sie befinden sich selbst in einer Phase des Umbruchs, vor allem durch die Digitalisierung der Gesellschaft. Die Apotheken testen Verschiedenes, ersetzen aber Bewährtes nicht. Apothekenteams und Leserinnen und Leser kennen den Nutzer ihrer ‚Apotheken Umschau’“, unterstreicht der Geschäftsführer. Auch das Anzeigengeschäft, neben dem Abo eine weitere Erlössäule, sieht er durch den Wettbewerber Burda nicht bedroht. „Wir spüren keine Werberückgänge, sondern legen erfreulicherweise im Vergleich mit dem Vorjahr sogar zu“, konstatiert Ballwieser.

Doppelseiten aus dem neuen Magazin

Nun verordnet der Wort & Bild-Verlag der „Apotheken Umschau“ einen umfassenden Relaunch. Eine neue Heftstruktur und eine frische Optik soll den zweiwöchentlich erscheinenden Titel bei den Apotheken attraktiver machen, die das Heft abonnieren. Doch die inhaltliche und optische Frischzellenkur will Ballwieser nicht als Reaktion auf den Markteintritt des Konkurrenten Burda verstanden wissen. So sei der für Oktober terminierte Relaunch schon seit Jahren geplant, erklärt der Arzt und Autor. „Ziel unseres Relaunches ist, treuen Lesern ein noch attraktiveres Angebot zu machen. Wir wollen zudem neue Leserschichten gewinnen, die sich etwa für Prävention interessieren. Zugleich stärken wir dadurch die Apotheken vor Ort, die den Menschen den einfachsten Zugang zu guten Gesundheitsinformationen ermöglichen.“

Medienrubrik soll jüngere Leser abholen

Konkret löst sich die „Apotheken Umschau“ mit der neuen Heftstruktur von festen Büchern. Dadurch ist die Redaktion flexibler, um den unterschiedlichen journalistischen Stilformen – darunter Reportagen, Features, Interviews – mehr Raum zu lassen. Eingeführt wird zudem eine neue Rubrik „Medien“. Hier will die Redaktion auf TV-Beiträge, Filme, Streamingdienste und Bücher aufmerksam machen, um jüngere Leser mit einer hohen Medienaffinität anzusprechen.

Auch eine neue Rubrik „Männer“ soll Männer ansprechen, die „bisher zu wenig mit ihren spezifischen Gesundheitsthemen abgeholt werden“, heißt es. Gestalterisch wird dies unter anderem durch lockere Comic-Elemente hervorgehoben. Ferner sollen Infografiken dem Leser helfen, sich „auf das Wesentliche“ zu konzentrieren. Auch das Logo der „Apotheken Umschau“ wird „etwas leichter in der Gestaltung und zentriert auf dem Cover platziert“, heißt es.

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